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Schliersee Swim Exit

Anspruchsvoller Radkurs

Shane Reed

Faris Al-Sultan

Andrea DeAquino

Jan Raphael

Alpentriathlon Schliersee: Bühne der "Youngster"

Jens Richter für tri2b.com am 27.07.2003 - 17:30 Uhr

Der Weltranglisten-78. Hector Llanos beendete seine Premiere am Schliersee als Tagessieger und ließ vier früheren Helden des Alpenklassikers keine Chance. In der Triathlon-Bundesliga hat dagegen das Hansgrohe Team Schramberg den Titel so gut wie sicher.

Für den ersten Paukenschlag im Rennen der Männer-Elite sorgte nach 18:41 Minuten Youngster Christian Ruderer (ebm Team Hohenlohe). Der DTU-Nachwuchsmann war „der ziemlichen Prügelei“ an der ersten Wendeboje als Einziger entkommen und verschaffte sich nach 1500 Metern für den Wechsel einen gut zehnsekündigen Vorteil gegenüber Schwimmcracks wie Shane Reed (Hansgrohe Schramberg), Faris Al-Sultan (asics Witten) und Roland Knoll (TSV Obergünzburg). Überraschend lag Thomas Hellriegel (Witten) nach dem Neopren-losen Auftakt nur eine gute Minute zurück.

Hellriegel schnell vorne dran
Für den noch rekonvaleszenten Lanzarote-Sieger und Frankfurt-Sechsten war es eine ideale Ausgangsposition, denn der 40 Kilometer lange Radkurs an der Grenze der Hochalpen gehört zu den schwersten im internationalen Rennkalender. Auch dem Spanier Llanos, nach dem Schwimmen nur auf Rang 37, gelang in „den kurzen, aber richtig steilen Rampen“ (O-Ton Ruderer) der ersten 20 Radkilometer schnell der Anschluss zu einer 16-köpfigen Spitzengruppe.

Al-Sultan landet im Graben
„Eigentlich hatte ich mit Thomas eine Attacke geplant, aber der hat mich beim Vorbeifahren scheinbar übersehen. Beim Versuch, hinterher zu fahren, landete ich leider im Graben“, schilderte Al-Sultan später die Szene.

Die große Attacke lief also ohne den Münchner und so nahm eine Fluchtgruppe mit Hellriegel, Ruderer, Lllanos, Jan Rehula (CZE), dem Italiener Andrea D’Aquino und dem dreifachen Sieger Eric van der Linden (NED) den Schlussanstieg in Angriff: Fünf Kilometer lang und bis 13 Prozent steil bergauf zum Spitzingsattel .

Teamspirit macht Schramberg stark
Dabei auch Titelverteidiger Richie Cunningham (AUS, Hansgrohe Schramberg), dem es mit der Hilfe seines wartenden Teamkollegen Shane Reed noch gelang, nach vorn aufzuschließen. Als Hellriegel aber im ersten Steilstück verschärfte, flog die Spitzengruppe doch auseinander.

Nur Llanos, D’Aquino und Ruderer konnten noch mithalten. Dann attackierte der 20-jährige DTU-Nachwuchsmann, ließ die „Gruppe Hellriegel“ hinter sich und erreichte mit über 30 Sekunden Vorsprung die Wechselzone auf 1100 Metern Höhe.

Llanos mit dem stärksten Finish
Gut drei Kilometer hielt der Vorsprung des schlaksigen Christian Ruderer, dessen Lauf anständig, aber eben noch nicht Weltklasse ist. Genau die braucht es aber, um aus der Führung am Spitzingsee einen Sieg zu machen. D’Aquino zog als Erster vorbei. Der 24-Jährige, vor Wochenfrist Siebter im kanadischen Corner Brook, sah in den über 20 Prozent steilen Schotterrampen schon aus wie der sichere Sieger.

Doch nach acht Kilometern war Hector Llanos heran und zog vorbei. Der Bruder und Trainingspartner des frischgebackenen Langdistanz-Weltmeisters von Nizza hatte zum Ende den längsten Schritt und gewann seine Premiere am Schliersee nach 2:02:51 Stunden mit 14 Sekunden Vorsprung.

Sonnenbrille "geopfert"
Mit der viertbesten Laufzeit kam Faris Al-Sultan (2:03:55) auf Platz drei und machte aus seiner Wut über die verpasste Chance auf „ein viel besseres Ergebnis“ keinen Hehl. Die Sonnenbrille des Münchners ließ gleich hinter der Ziellinie ihr Leben.

“Keule“ Raphael rennt Bestzeit
Den besten Split über die schweren zehn Kilometer aber buchte ausgerechnet der Schramberger Neuzugang Jan Raphael, dessen Lauf in der Vergangenheit als Knackpunkt im internationalen Triathlon-Zirkus gegolten hatte. „Keule“ ließ den Mitstreiter Knoll sowie die Teamkollegen Reed und Cunningham hinter sich, übersprintete kurz vor dem Ziel sogar noch Rehula und wurde überraschend Vierter. Für die U23-Titelkämpfe am kommenden Wochenende gilt der kraftvolle Hannoveraner nun als großer Favorit.

Christian Ruderers sechster Platz (2:04:46) verschaffte seinem ebm Team Hohenlohe Rang vier der Bundesliga-Tageswertung, Knoll (9. in 2:05:13) führte Obergünzburg auf Platz drei. Scheinbar vorentschieden aber der Kampf um den Deutschen Mannschaftstitel, denn „um die Wittener noch vorbeiziehen zu lassen, müssten wir in Krefeld schlechter abschneiden als Platz vier“, resümiert Betreuer Andreas Grohe den vierten Tagessieg in vier Durchgängen. Daran will wohl niemand mehr so recht glauben.
Zaehler




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