Training Trainingswissen

Biomechanisches Modell

S. Kräftner für tri2b.com am 17.09.2007 - 14:48 Uhr

Ein trainingsphysiologisches Konzept baut auf diese Form der Energie. Man bezeichnet es als biomechanisches Modell. Es besagt, dass Muskeln ein elastische Energie zurückgebendes System sind. Skelettmuskeln fungieren als Federn und erzeugen Drehmomente. Sie speichern mechanische Energie. In dieses Kapitel fällt zum Beispiel das Thema Laufökonomie.

Wenn die Spitzenleistung eines Ausdauersportlers, wie es ein anderes trainingsphysiologisches Modell vorgibt, an eine vermehrte Sauerstoffzufuhr zum Muskel geknüpft wäre, dann würde die vermehrt entstehende Energie auch an eine erhöhte Wärmeproduktion geknüpft sein. Eine vermehrte Wärmeproduktion ruft aber frühzeitig ein Gefühl der Erschöpfung hervor. Hitzestau führt, wie jeder weiss, zum Leistungseinbruch bzw. -abbruch. Logischer ist es deshalb, den Sauerstoffverbrauch zu reduzieren, und damit bei steigender Effizienz im Bewegungsablauf die Wärmeproduktion zu reduzieren.

Deshalb: Laufalphabet, Rumpfaufbau, semispezifische Trainingsmaßnahmen etc. geben den Muskeln Elastizität und Spannkraft, Muskeln werden so zu einem System, das Energie zurückgibt. Eine Verbesserung der Laufleistung bei Athleten, die bereits sehr gut trainiert sind, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Verbesserung der Laufökonomie zurückzuführen. Nicht mehr Kraft und größere Muskelmasse und damit verbundener erhöhter Sauerstoffverbrauch bedeuten Leistungssteigerung, sondern Gewicht reduzieren und effizienter laufen.

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Und noch einen Vorteil hat ein gut trainierter, das heisst ein elastischer Muskel (mit einem effizienten Dehnungs- und Verkürzungszyklus): Er ist resistenter gegenüber Schäden, die im Rahmen exzentrischer Belastungen wie beim Laufen auftreten. Mit einem solchen Muskel lässt sich wiederum länger und intensiver trainieren.

Zusammenfassend: Weniger Muskelschäden durch eine reduzierte Wärmeentwicklung im Muskel (auch Hitze schädigt das Gewebe) und weniger Muskelschäden bei exzentrischer mechanischer Belastung bedeuten eine schnellere Regeneration und die Möglichkeit, nicht auf Kosten der Regeneration mehr zu trainieren



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