
Teufel der Feuerberge

Einsamer Ritt in die Wüste

Wenn sonst nichts mehr läuft ...
Lanzarote (Spanien) - Berge, Wind und schwarze Lava
tri2b.com - Redaktion am 27.11.2004 - 20:04 Uhr
Die Kanareninsel Lanzarote steht spätestens seit dem Debüt des Canarias IRONMAN im Jahr 1992 bei den Triathleten ganz oben auf der Hotlist der Trainingsstandorte. Markenzeichen von Lanzarote sind die bizarre Lavalandschaft und der unbarmherzig wehende Passatwind, die einen immer wieder an den Ur-IRONMAN auf Hawaii erinnern.
Geographische Lage: Lanzarote ist die östlichste und nördlichste der sieben großen Kanarischen Inseln. Sie liegt 130 Kilometer von der Küste Afrikas und 1000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Die Inseloberfläche misst etwa 800 km², insgesamt ist die Vulkaninsel 62 km lang und 21 km breit.
Bevölkerung: Auf Lanzarote leben etwa 90.000 Einwohner, 35.000 davon in der Inselhauptstadt Arrecife. Naturgemäß schwankt die Zahl der Gäste, die überwiegend aus Deutschland, Spanien, England und Frankreich anreisen, im Jahresverlauf erheblich. Touristisches Zentrum der Insel ist Puerto del Carmen mit seinen zahlreichen Stränden. Hier, im Osten der Insel, befinden sich auch Start und Ziel des Canarias
IRONMAN Lanzarote.
Topographie: Lanzarote ist komplett vulkanischen Ursprungs und wird landschaftlich stark durch das rotbräunliche Lavagestein geprägt. Die gesamte Insel wurde 1994 von der UNESCO zum Biosphären-Reservat ernannt. Im Inselnorden (Mirador del Rio) und im Inselsüden (Feuerberge) sind die höchsten Erhebungen Lanzarotes. Das Straßennetz ist nur sehr spärlich ausgebaut, so dass sich Radfahrer, Inselbewohner und Touristen das Wegenetz teilen müssen. Für Radfahrer gewöhnungsbedürftig: Der Asphalt ist auf Lanzarote sehr rau, das erhöht den Rollwiderstand fühlbar.
Wetter: Das Wetter wird auf Lanzarote durch die Passatwinde und den Kanarenstrom bestimmt. Die warmen Winde werden durch den kühlen Meeresstrom abgekühlt und führen so zu einem sehr ausgeglichenen Klima. Selbst im Winter (Jan./Feb.) liegt die Tagestemperatur bei über 20 Grad Celsius. Auch das Wasser des Atlantiks kühlt nicht unter 18 Grad Celsius ab. Auf Lanzarote ist aber ein strenger Wind immer gegenwärtig. Er wirkt auf dem Rad als ordentliche „Schnittbremse“ und selbst scheinbar flache Streckenabschnitte erfordern ordentlich Druck in den Beinen.
Anreise: Die Anreise erfolgt mit dem Flugzeug. Alle deutschen Flughäfen bieten mehrmals in der Woche Direktflüge nach Lanzarote an. Die Flugdauer ab Deutschland beträgt je nach Abflugort zwischen vier und fünf Stunden. Bei Pauschalreisen der Trainingsreise-Anbieter ist der Transfer vom Flughafen zum Hotel meist mit Bussen hervorragend organisiert.
Unterkünfte: Lanzarote ist ein beliebtes Urlaubsziel und hat deshalb auch ein ausreichend großes Angebot von Hotels und Apartmentanlagen. Neben der in Sportlerkreisen beliebten Clubanlage
La Santa im Inselwesten ist die Region um Puerto del Carmen (Inselosten) touristisch sehr gut erschlossen und bietet sich als Trainingsstandort an.
Einkaufen, Autoverleih und ärztliche Versorgung: In den Geschäften der Inselorte wird flächendeckend alles für die tägliche Verpflegung angeboten. Autos können direkt über die Hotels oder über die zahlreichen Mietstationen (am Flughafen, in Arrecife und Puerto del Carmen) ausgeliehen werden. Die medizinische Versorgung (Apotheken) ist in allen Orten sichergestellt. Für ärztliche Behandlungen gibt es auf Lanzarote auch eine deutsche Arztniederlassung. Behandlungen müssen allerdings zunächst direkt privat bezahlt werden (bar oder per Kreditkarte). Deutsche Krankenkassen erstatten die Beträge nach den jeweils gültigen Sätzen. Achten Sie darauf, sich in einem solchen Fall direkt eine detaillierte Rechnung mit Angabe der Diagnose und der durchgeführten Maßnahmen ausstellen zu lassen. Eventuell angefertigte Laborbefunde oder Röntgenbilder sollten Sie sich aushändigen lassen.
Kosten: Lanzarote hat eigentlich immer Saison, trotzdem sind die Preise an die Hauptreisezeiten angepasst. Das Preisniveau ist höher als auf dem spanischen Festland oder den Balearen. Die Kanaren müssen einen großen Teil der Versorgungsgüter auf dem See- oder Luftweg importieren.
tri2b.com-Tipp: Lanzarote ist mit seinem stabilen Wetter besonders für frühzeitig angesetzte Trainingslager geeignet. Die Insel bietet tolle Reize und Ausblicke, allerdings kann umfangreiches Radtraining auf dem kleinen Straßennetz mit der Zeit etwas eintönig werden. Außerdem sollte man aufgrund des harten Windes und der zum Teil ruppigen Steigungsgrade schon mit ein paar Radkilometer in den Beinen anreisen. Beim Aufenthalt im Club La Santa ist Lanzarote durch die dort hervorragenden Trainingsmöglichkeiten für die Schwimm- und Laufdisziplin auch ein sehr guter Standort für eine direkte Wettkampfvorbereitung.
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