Training mit den Leders - Lernen von den Top-Athleten
M. Rackwitz für tri2b.com am 12.04.2005 - 10:00 Uhr
Drei Trainingstage, vollgepackt mit intensiven Einheiten, warteten auf die Teilnehmer. Gut vorbereitet und mit stimmigen Inhalten im Gepäck begrüßten Nicole und Lothar Leder die Gäste in ihrem Trainingsquartier.
Nur das Wetter konnten die beiden Vorzeige-Triathleten nicht planen. Und das machte den Teilnehmern leider einen Strich durch die Rechnung. Während der Anreisetag noch blauen Himmel, Sonne und Wärme bot, war es am Samstag mit den Frühlingsgefühlen vorbei. Tiefhängende, dunkle Wolken, Platz- und Dauerregen und dazu ein böiger Wind vermittelten eher den Eindruck deutschen Aprilwetters als von südländischem Frühling.
Aber
mit einem Höchstmaß an planerischer Flexibilität jonglierten die Leders mit den geplanten Inhalten und passten die Trainingseinheiten kurzerhand den widrigen Witterungsbedingungen an. Der bei schlechtem Wetter schnell aufkommende Lagerkoller hatte so keine Chance.
“Gleich gehst Du ab wie ein Torpedo ...“
Lange Vorreden gab es nicht. Lothar hatte eben noch eigenhändig die Absperrleinen ins Becken gezogen und schon ging es richtig los. Damit die Teilnehmer auch einen maximalen Nutzen „abfischen“ konnten, wurden sie zuerst je nach Leistungsstärke und individuellen Fähigkeiten in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. Ehe sich die Schwimmer umsahen, waren sie schon mittendrin in ihrer ersten Lehrstunde. Und sie konnten sicher sein, dass sie bei jedem Anschlag von ihren Coaches Nicole und Lothar wieder einen neuen Tipp mit auf die nächsten Bahnen bekamen. „Nicht über die Körpermitte greifen“, „Mach dich lang“, „Lass die Beine nicht hängen“ ... bei manch einem konnte man den Eindruck gewinnen, er könne gar nicht genug davon bekommen und gebe daher noch mehr Gas.
Lothar erklärte die Bedeutung und die Wichtigkeit des Mittelpunktes beim Schwimmen und verdeutlichte den andächtig folgenden Triathleten den Schlüssel zum Erfolg beim Schwimmen. Mit „du wirst sehen, gleich gehst du ab wie ein Torpedo“ ging es auf die nächsten Bahnen. Und tatsächlich - nach ein paar Bahnen mehr bekam nun auch der Trainer sein Lob: “Echt super, Lothar“, hörte man in astreinem Dresdner Dialekt „soviel wie du mir in einer Stunde gezeigt hast, habe ich in meiner gesamten Trainingszeit nicht gelernt“. Sprach`s und war wieder auf der nächsten Bahn unterwegs.
Noch schneller mit Neo
Das freute dann auch den Coach, der lächelte zufrieden und schickte auch den Rest seiner Schützlinge zurück ins Becken: „Das Ganze noch mal.“ Und wer gar nicht genug bekommen konnte, durfte selbst erleben, wie ein Profi trainiert: die Trainingseinheit mit den Leders, ganz so wie es in ihrem eigenen Plan stand, war ein weiteres Highlight.
Natürlich gab es auch die unvermeidbare Frage nach dem schnellsten Neo. Kurzerhand organisierte Lothar daher am frühen Morgen des letzten Tages ein Testschwimmen und bot den Athleten ein großes Sortiment an Neoprenanzügen, damit sich jeder Schwimmer diese Frage selbst beantworten konnte - Triathlet, was willst Du mehr?!
Das Rad, der Regen und am Ende noch der „Schweineberg
Es war perfekt geplant: Jeder Teilnehmer fand ein edles, bereits auf seine Größe eingestelltes Rennrad vor. Nicole und Lothar waren bereit, den Mallorca-Neulingen einen unter Radfahrern äußerst beliebten Ort zur Einkehr zu zeigen: die Bar am Marktplatz des malerischen Inselstädtchens Petra, der ideale Ort für einen genüßlichen Cafe con Leche.
Doch wie gesagt, es kam anders, denn Petrus wollte nicht nach Petra und es regnete ohne Unterbrechung von Samstagmorgen bis zum Abend. Vernünftig war es allemal, diese vielversprechende Tour zum großen Bedauern aller Teilnehmer abzusagen. Denn die Niederschläge verwandelten die Strassen Mallorcas an diesem Tag in gefährliche Rutschbahnen.
Glücklich waren daher diejenigen, die aufgrund günstiger Anreisezeiten bereits am Freitag Gelegenheit hatten eine lockere Einheit mit den zwei Triathlonstars zu absolvieren. Auch hier erhielt jeder, der dabei sein konnte, wertvolle Tipps zur zweiten Disziplin. Und mit Sicherheit werden einige der Teilnehmer beim nächsten Rennen an Nicole denken: „Treten-ziehen-treten-ziehen-treten-ziehen ...“
Running - the Leder-way
Das Herz schlug schon etwas höher, als die Teilnehmer vor ihrem ersten Lauf mit Nicole und Lothar Leder standen. So mancher stellte sich hier die Frage, ob er auch dran bleiben könne an den beiden Topathleten.
Nach wenigen Augenblicken war klar, dass sich nur Einzelne bis zum letzten Meter auf Höhe der Leders bewegen würden. Durch das hohe Anfangstempo fanden sich schnell mehrere kleine Gruppen gleichen Laufniveaus zusammen, so dass am Ende jeder in seinem Tempo ein erfolgreiches Training absolvieren konnte.
„Wenn man Nicole laufen sieht, hat sie ein richtiges Pokerface“ so ein Teilnehmer. „Sie verrät mit keiner Regung, wie es ihr wirklich geht. Wenn ich laufe, habe ich immer das Gefühl, jeder sieht wie ich leide.“ Tatsächlich, je länger der Lauf dauerte, umso runder lief die zierliche Athletin. Und damit konnte Nicole auch hier kleine Tipps an die Gewinner weitergeben, die eigentlich außerhalb des puren Lauftrainings lagen. So etwas, wie das permanente Vermitteln des Eindrucks unglaublicher Stärke, kann man nur von den Besten lernen.
Ganz anders Lothar, der schon durch seine körperliche Erscheinung eine unglaubliche Präsenz in einer Gruppe vermittelt. Von Verletzung keine Spur - man merkte ihm an, dass er wieder richtig Spaß am Laufen hat. Für ihn bedeutet Laufen auch mehr als ein rein körperliches Kräftemessen mit seinen Gegnern. Wer Lothar beobachtet, bemerkt, dass er ständig dabei ist, sich den Zustand seiner Mitläufer bewusst zu machen. Dieses ständige Taxieren seiner Begleiter lässt nur erahnen, mit welcher mentalen Stärke der Darmstädter in einem Wettkampf auftritt. Ein im Ziel ziemlich ausgepowerter Bernd Bachinger war total beeindruckt: “Lothar checkt dich während eines Laufes permanent ab. Jetzt kann ich mir vorstellen, wie schwer es seine Gegner haben, ihm im Wettkampf davon zu laufen.“
Lesen Sie weiter in Teil 5: "Profi-Talk - Die Leders plaudern aus dem Nähkästchen" ...
Nur das Wetter konnten die beiden Vorzeige-Triathleten nicht planen. Und das machte den Teilnehmern leider einen Strich durch die Rechnung. Während der Anreisetag noch blauen Himmel, Sonne und Wärme bot, war es am Samstag mit den Frühlingsgefühlen vorbei. Tiefhängende, dunkle Wolken, Platz- und Dauerregen und dazu ein böiger Wind vermittelten eher den Eindruck deutschen Aprilwetters als von südländischem Frühling.
Aber
| Das Trainingsprogramm
Freitag, 08.04. 10.00 Uhr Rad 80-100 km 15.00 Uhr Lauf 8-10 km 18.00 Uhr Schwimmen/Technik Samstag, 09.04. 11.00 Uhr Schwimmen 14.00 Uhr Lauf 20 km 18.00 Uhr Schwimmen 21.00 Uhr Profi-Talk, Tipps und Tricks hautnah Sonntag, 10.04. 09.30 Uhr Neo-Testschwimmen 11.00 Uhr Rad optional |
“Gleich gehst Du ab wie ein Torpedo ...“
Lange Vorreden gab es nicht. Lothar hatte eben noch eigenhändig die Absperrleinen ins Becken gezogen und schon ging es richtig los. Damit die Teilnehmer auch einen maximalen Nutzen „abfischen“ konnten, wurden sie zuerst je nach Leistungsstärke und individuellen Fähigkeiten in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. Ehe sich die Schwimmer umsahen, waren sie schon mittendrin in ihrer ersten Lehrstunde. Und sie konnten sicher sein, dass sie bei jedem Anschlag von ihren Coaches Nicole und Lothar wieder einen neuen Tipp mit auf die nächsten Bahnen bekamen. „Nicht über die Körpermitte greifen“, „Mach dich lang“, „Lass die Beine nicht hängen“ ... bei manch einem konnte man den Eindruck gewinnen, er könne gar nicht genug davon bekommen und gebe daher noch mehr Gas.
Lothar erklärte die Bedeutung und die Wichtigkeit des Mittelpunktes beim Schwimmen und verdeutlichte den andächtig folgenden Triathleten den Schlüssel zum Erfolg beim Schwimmen. Mit „du wirst sehen, gleich gehst du ab wie ein Torpedo“ ging es auf die nächsten Bahnen. Und tatsächlich - nach ein paar Bahnen mehr bekam nun auch der Trainer sein Lob: “Echt super, Lothar“, hörte man in astreinem Dresdner Dialekt „soviel wie du mir in einer Stunde gezeigt hast, habe ich in meiner gesamten Trainingszeit nicht gelernt“. Sprach`s und war wieder auf der nächsten Bahn unterwegs.
Noch schneller mit Neo
Das freute dann auch den Coach, der lächelte zufrieden und schickte auch den Rest seiner Schützlinge zurück ins Becken: „Das Ganze noch mal.“ Und wer gar nicht genug bekommen konnte, durfte selbst erleben, wie ein Profi trainiert: die Trainingseinheit mit den Leders, ganz so wie es in ihrem eigenen Plan stand, war ein weiteres Highlight.
Natürlich gab es auch die unvermeidbare Frage nach dem schnellsten Neo. Kurzerhand organisierte Lothar daher am frühen Morgen des letzten Tages ein Testschwimmen und bot den Athleten ein großes Sortiment an Neoprenanzügen, damit sich jeder Schwimmer diese Frage selbst beantworten konnte - Triathlet, was willst Du mehr?!
Das Rad, der Regen und am Ende noch der „Schweineberg
Es war perfekt geplant: Jeder Teilnehmer fand ein edles, bereits auf seine Größe eingestelltes Rennrad vor. Nicole und Lothar waren bereit, den Mallorca-Neulingen einen unter Radfahrern äußerst beliebten Ort zur Einkehr zu zeigen: die Bar am Marktplatz des malerischen Inselstädtchens Petra, der ideale Ort für einen genüßlichen Cafe con Leche.
Doch wie gesagt, es kam anders, denn Petrus wollte nicht nach Petra und es regnete ohne Unterbrechung von Samstagmorgen bis zum Abend. Vernünftig war es allemal, diese vielversprechende Tour zum großen Bedauern aller Teilnehmer abzusagen. Denn die Niederschläge verwandelten die Strassen Mallorcas an diesem Tag in gefährliche Rutschbahnen.
Glücklich waren daher diejenigen, die aufgrund günstiger Anreisezeiten bereits am Freitag Gelegenheit hatten eine lockere Einheit mit den zwei Triathlonstars zu absolvieren. Auch hier erhielt jeder, der dabei sein konnte, wertvolle Tipps zur zweiten Disziplin. Und mit Sicherheit werden einige der Teilnehmer beim nächsten Rennen an Nicole denken: „Treten-ziehen-treten-ziehen-treten-ziehen ...“
Running - the Leder-way
Das Herz schlug schon etwas höher, als die Teilnehmer vor ihrem ersten Lauf mit Nicole und Lothar Leder standen. So mancher stellte sich hier die Frage, ob er auch dran bleiben könne an den beiden Topathleten.
Nach wenigen Augenblicken war klar, dass sich nur Einzelne bis zum letzten Meter auf Höhe der Leders bewegen würden. Durch das hohe Anfangstempo fanden sich schnell mehrere kleine Gruppen gleichen Laufniveaus zusammen, so dass am Ende jeder in seinem Tempo ein erfolgreiches Training absolvieren konnte.
„Wenn man Nicole laufen sieht, hat sie ein richtiges Pokerface“ so ein Teilnehmer. „Sie verrät mit keiner Regung, wie es ihr wirklich geht. Wenn ich laufe, habe ich immer das Gefühl, jeder sieht wie ich leide.“ Tatsächlich, je länger der Lauf dauerte, umso runder lief die zierliche Athletin. Und damit konnte Nicole auch hier kleine Tipps an die Gewinner weitergeben, die eigentlich außerhalb des puren Lauftrainings lagen. So etwas, wie das permanente Vermitteln des Eindrucks unglaublicher Stärke, kann man nur von den Besten lernen.
Ganz anders Lothar, der schon durch seine körperliche Erscheinung eine unglaubliche Präsenz in einer Gruppe vermittelt. Von Verletzung keine Spur - man merkte ihm an, dass er wieder richtig Spaß am Laufen hat. Für ihn bedeutet Laufen auch mehr als ein rein körperliches Kräftemessen mit seinen Gegnern. Wer Lothar beobachtet, bemerkt, dass er ständig dabei ist, sich den Zustand seiner Mitläufer bewusst zu machen. Dieses ständige Taxieren seiner Begleiter lässt nur erahnen, mit welcher mentalen Stärke der Darmstädter in einem Wettkampf auftritt. Ein im Ziel ziemlich ausgepowerter Bernd Bachinger war total beeindruckt: “Lothar checkt dich während eines Laufes permanent ab. Jetzt kann ich mir vorstellen, wie schwer es seine Gegner haben, ihm im Wettkampf davon zu laufen.“
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