Tina Walter: "Auf Hawaii ist nichts kalkulierbar"

René Penno für tri2b.com am 26.09.2005 - 11:28 Uhr
Im vergangenen Jahr war Tina Walter als beste Deutsche Neunte in Kona. Anfang diesen Jahres verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt nach Hawaii und sorgte im Verlaufe der Saison auch schon für einige Erfolge. Wir sprachen mit Tina Walter über ihr Leben auf Hawaii und natürlich auch über den IRONMAN.

tri2b.com: Im Frühjahr haben Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach Hawaii verlegt. Haben Sie sich inzwischen gut eingelebt?
Tina Walter (T.W.): Ja, sehr gut. Das ging relativ schnell. Dadurch, dass mein Lebenspartner schon vor ein paar Jahren längere Zeit hier gelebt hat, konnten wir durch seine Erfahrungen sehr schnell Fuß fassen. Die Kinder gehen zur Schule und Mama rennt, radelt und schwimmt durch die Gegend.

tri2b.com: Rechnen Sie sich durch Ihren Wechsel nach Hawaii weitere Vorteile für den 15. Oktober aus? Im Vorjahr waren Sie ja als Neunte beste Deutsche.
T.W.: Die Wettkampfstrecken sind nun meine Heimstrecken. Jeder weiss, wenn man eine Straße ein paar mal gelaufen ist, kommt sie einem immer kürzer vor. Was letztes Jahr noch endlos schien, ist jetzt absehbar. Außerdem hab ich nun viele Freunde hier, die mich anfeuern werden und die sich mit meiner Leistung identifizieren.

tri2b.com: Sie haben in diesem Jahr schon vier Top-Ergebnisse hingelegt, unter anderem waren Sie jeweils Dritte beim Wildflower Triathlon und beim Honu Half-IRONMAN. Wie steht es mit der Form und der Vorbereitung für das Saison-Highlight?
T.W.: Das Training und die Wettkampfplanung zielte das ganze Jahr über auf den IRONMAN Hawaii. Wolfgang Rentschler, mein Trainer, und Andy Schmid, mein Lebens- und Trainingspartner und ich wählten einen Formaufbau über eine ganze Saison. Leider kamen ein Hitzeschlag im Juli und ein Bikeunfall dazwischen. Beides habe ich hoffentlich gut weggesteckt, so dass sich unser Einsatz trotzdem gelohnt hat.

tri2b.com: Wie weit nach vorn soll es in diesem Jahr gehen?
T.W.: Je weiter, desto besser, klar! Hawaii unterscheidet sich für mich von anderen Rennen, da nichts kalkulierbar ist. In diesem extremen Rennen werden die Karten jedesmal neu gemischt. Nachdem ich letztes Jahr die Top-Ten erreicht habe, möchte ich natürlich die ersten Fünf anstreben. Den Trainingszustand habe ich bestimmt, andere aber auch.

tri2b.com: Wer wird das Rennen in diesem Jahr bei den Frauen machen?
T.W.: Ich habe die Spekulationen in Deutschland mitverfolgt. Starke Frauen sind dieses mal en masse am Start. Michellie Jones, Kate Allen, die Phalanx der Kanadierinnen, die habt ihr alle gar nicht auf dem Plan. Für mich gilt aber, Hawaii kann man nur "überleben", wenn man sein Rennen macht und nicht auf die Konkurrenz schielt. Somit versuche ich meinen Kopf von solche Spekulationen freizuhalten.

tri2b.com: Wen sehen Sie von den deutschen Athletinnen mit vorn?
T.W.: Nicole Leder, weil sie die Fähigkeit hat, egal wie hart die ersten zwei Disziplinen waren, einen tollen Marathon zu laufen. Ebenso Andrea Brede. Ich habe Andrea zwar bisher nicht persönlich kennengelernt, aber ihre Resultate dieses Jahr sprechen für sich.

tri2b.com: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute am 15. Oktober in Ihrer neuen Heimat.

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