
Christoph Busam

In der Wechselzone
Christoph Busam: Ein Rookie will mehr
M. Rackwitz für tri2b.com am 09.02.2006 - 12:23 Uhr
Christoph Busam, 35-jähriger Marketing Manager, hat am 30.07.2005 seinen ersten Triathlon absolviert. Neben dem Ausdauersport interessiert sich der Münchener für Moderne Kunst und fährt gerne Ski. Wie es ihm bei seiner Premiere beim Münchener BUGA-Triathlon über die Olympische Distanz ging, wie seine Bekannten die Entscheidung zum Triathlon aufnahmen und wie es weitergeht, dazu hat tri2b.com den Triathlon-Rookie befragt.
tri2b.com: Wieso wolltest du einen Triathlon finishen? Gab es einen Auslöser oder einen speziellen Vorsatz?
Christoph Busam(C. B.): Eine Kollegin, die mich im Jahr davor schon zum Halbmarathon beim Stadtlauf in München überredet hatte und mit der ich jetzt noch laufe, hat erwähnt, dass sie einen Triathlon machen wolle. Ich fand die Idee so toll, weil das mal was anderes ist, was nicht jeder macht und hab einfach mit dem Training angefangen. Einen Vorsatz hatte ich am Anfang keinen, außer durchzukommen. Ich wusste ja nicht, auf was ich mich da einlassen würde.
tri2b.com: Wie hat der Bekanntenkreis deine Entscheidung pro Triathlon aufgenommen?
C. B. Die haben erst mal den Kopf geschüttelt. Später, als ich immer fleißig weiter trainiert habe, habe ich dann doch so etwas wie Respekt geerntet.
tri2b.com: Wie und wie lange hast du dich auf die Premiere vorbereitet?
C. B.: Angefangen mit dem Training hatte ich im März, wobei ich keine Ahnung hatte, was ich wann und wie trainieren sollte. Da kam mir ein Aufruf von Radio Gong ziemlich gelegen, die drei Hörer gesucht haben, die sie fit für einen Triathlon machen wollten. Darüber kam ich dann noch mit anderen zu Sport Ruscher, dem Münchener Ausdauersport-Spezialisten, der uns richtig gute Trainingspläne zusammengestellt und uns mit Tipps und Ausrüstung versorgt hat. Naja, etwas gequält hat uns Klaus
(Klaus Ruscher, Inhaber von Sport Ruscher, Anm. d. Red.) schon auch ...
tri2b.com: Gab es in dieser Zeit auch Zweifel, Rückschläge?
C. B.: Eigentlich nicht, abgesehen von der akuten Abneigung gegen das Kacheln zählen beim Schwimmtraining im Olympiabad. Das war wirklich grausam.
tri2b.com: Wie waren deine Gefühle und Gedanken an den Tagen vor dem Wettkampf, am Morgen des Rennens und im Race selber?
C. B.: In der Woche vor dem Rennen war ich eigentlich ziemlich relaxt. Ich hab einfach nach Plan trainiert und hab mich auf den Wettkampf gefreut. Nach einem halben Jahr wurde es dann auch langsam Zeit.
tri2b.com: Wie verlief das Rennen, hat das Training dich richtig vorbereitet; oder gab es Überraschungen, Schwierigkeiten oder das eine oder andere Aha-Erlebnis?
C. B.: Das Rennen war super. Ich hab zwar gleich am Anfang gemerkt, dass mit Kraul-Schwimmen an dem Tag nicht viel bei mir geht und hab auf Brust gewechselt, aber ab dann lief es eigentlich saugut. Ich war beim Schwimmen viel schneller im Ziel, als ich erwartet hatte und war mir nicht ganz sicher, ob ich schon aus dem Wasser kann oder noch ´ne Runde schwimmen muss. Danach kamen dann das Radeln und Laufen, was mir sowieso viel besser liegt. Ich war die ganze Zeit, glaube ich, so mit Endorphinen voll und es hat so Spaß gemacht, dass es mir überhaupt nicht hart vorgekommen ist. Nur beim Wechsel vom Radeln aufs Laufen tat’s schon ein bisschen weh, als es den Berg hochging. Aber das gehört halt irgendwie dazu.
tri2b.com: Haben sich die Erwartungen erfüllt? Wie geht es für dich weiter?
C. B.: Ich hatte mir vor dem Wettkampf eine Zeit unter drei Stunden als Ziel gesetzt. Am Ende waren es weniger als 2,5 Stunden. An diese Zeit habe ich im Traum nicht gedacht. Es hat einfach Spaß gemacht. Leider bin ich jetzt vom Triathlon-Virus infiziert. Der nächste ist schon fest eingeplant, natürlich in der nächsthöheren Distanz – ein halber IRONMAN. Mal sehen, wo das enden wird ...
tri2b.com: Welche Tipps würdest du Athleten geben, die in diesem Jahr vor der Premiere stehen?
C. B.:Ein guter Trainingsplan für eine strukturierte Vorbereitung muss sein. Nicht vom Schwimmen abschrecken lassen, denn Radeln und Laufen kann ja sowieso jeder und vor allen Dingen sollte man sich auf den Wettkampf freuen!
tri2b.com: Wie waren denn die Reaktionen aus der Familie, deinem Umfeld?
C.B.: Am Anfang wurde ich nicht wirklich ernst genommen, aber als ich es dann durchgezogen habe, wurde die Achtung immer größer. Meine Eltern waren danach schon auch stolz, dass ich es durchgezogen und vor allem in der guten Zeit geschafft habe.
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