Training Mein erster Triathlon

Triathlon-Pionier Hannes Blaschke

Faris Al-Sultan

Kate Allen

Jan Sibbersen

Das erste Mal: Erfahrungen der Profis

H. Eggebrecht für tri2b.com am 10.02.2006 - 11:17 Uhr

Hannes Blaschke (Triathlon Pionier der 80er Jahre und heute Reiseveranstalter)
Das erste Mal für mich war auch für alle anderen Athleten im Rennen (außer Manuel Debus) der erste Triathlon überhaupt: 25. Juni 1983, Immenstadt (Allgäu), 1,5 Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Radfahren und 25 Kilometer Laufen waren, glaub ich, die Streckenlängen. Keiner von uns wusste, ob er das überhaupt schaffen würde. Wir waren also irgendwie ein witziges Himmelfahrtskommando. Schwimmanzüge gab es damals noch nicht und das Wasser war saukalt, richtig saukalt! Was lag im Allgäu näher, als sich mit einer fetten Schicht Melkfett als Isolation einzuschmieren? Der Markus Wucherer hat es ein paar Jahre danach dann mal anders herum probiert: am höchsten Punkt der Radstrecke war Schnee gemeldet! Er hat dann einfach nach dem Schwimmen aus Angst vor der Kälte den Neo angelassen ... die Radstrecke aber nie beendet!

Mich selbst hat gegen Ende eines jeden Rennen häufig mein Bierdurst eingeholt und so manchem Zuschauer, der mich noch nicht kannte und seinen Halben locker in Händen hielt, hab ich den edlen Hopfentee weggeschnappt. Und mein Sponsor Puma hat mir für den ersten IRONMAN Hawaii keine Laufschuhe, sondern Geherschuhe geschickt. Es konnte sich wohl keiner vorstellen, wie man nach 180 km Radfahren noch laufen konnte.

Faris Al-Sultan (IRONMAN Hawaii-Sieger 2005)
Bei meinem ersten Triathlon (Kurzdistanz Karlsfeld 1996) stieg ich trotz Verschwimmens als Dritter aus dem Wasser und wurde, obwohl ich rein subjektiv wie Miguel Indurain Rad gefahren bin, von der AK 40 der Frauen überholt und hatte dann zehn Kilometer lang das berühmte "Eierlaufgefühl". Ich war so mager, daß es mir schlicht zu peinlich war, ein flatterndes Top zu tragen und ich deshalb ein weißes T-shirt drunter zog.

Kate Allen (Olympia-Siegerin in Athen 2004)
Mein erstes Tri-Rennen war1996 in Tirol beim Grenzland-Triathlon in Kirchbichl – eine traditionsreiche und sehr familiäre Angelegenheit! Selbst der Bürgermeister half mit. Mein damaliger Boy-Friend und jetziger Mann, Marcel, hat mich dazu überredet, sonst wäre ich nie gestartet. Das Wetter: saukalt, strömender Regen! Mein Material: ein geliehenes Herrenrennrad, Rahmengröße 54, einen 48er hätte ich gebraucht! Die Radschuhe: 42 – 38 habe ich tatsächlich. Der Helm: Vom Radbesitzer – also viel zu groß und unförmig. Den hatte ich entweder im Genick, oder über der Nase. Bei diesen Bedingungen war das Rennen eine unglaubliche Schinderei – toll für einen Rookie! Dennoch lief ich, zwar nicht besonders gut gelaunt als passable Vierte durchs Ziel! Marcel hat mir sofort gratuliert - ich habe mir nur gedacht: „So einen Blödsinn mache ich nie wieder!“

Jan Sibbersen (Weltbestzeithalter auf der IRONMAN-Schwimmdistanz)
Mein allererster Triathlon war 1992. Damals in Lichtenfels, Oberfranken, Bayern. Geschwommen wurde in einem Baggersee und ich kam als Erster aus dem Wasser!
Nach 30km auf der sehr bergigen Strecke habe ich mich an einer Steigung nach einem hübschen Mädchen umgesehen und bin im Anschluss mit dem Vorderreifen aufs Bankett gekommen. Dort waren ein paar Dornenzweige und ich hatte sofort einen Platten. Aber Aufgeben kam nicht in Frage und Flickzeug hatte ich auch keines dabei. Also bin ich weiter auf der Felge gefahren. Bei Kilometer 35 stand mein Vater mit dem Auto und ich habe erst mal den Reifen aufgepumpt. Dieser hielt dann wieder für 1000 Meter bevor er wieder platt war. Im Radziel angekommen, war ich ziemlich fertig, aber immer noch an sechster Stelle. Das Laufen tat höllisch weh, ich dachte meine Knie machen das nicht mit. Am Ende bin ich Neunter geworden, aber immerhin beim ersten Triathlon gefinisht!



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