Specials Events 2006 IM Germany

Cameron Brown

Timo Bracht

Sensationell: Frank Vytrisal

IM Germany : Sieg für Brown im vierten Anlauf

René Penno für tri2b.com am 23.07.2006 - 17:04 Uhr

Drei Mal hat es Cameron Brown probiert, drei Mal wurde der Neuseeländer Zweiter. Nun endlich, im vierten Anlauf, hat er es geschafft und den IRONMAN Germany nach 8:13:39 Stunden gewonnen. Damit ist auch ein Neuseeländer der erste European Champion. Zweiter wurde Timo Bracht vor Frank Vytrisal, der im vergangenen Jahr schon als Fünfter überraschte.

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Obwohl er geschlagen war, wurde Normann Stadler frenetisch gefeiert vom Frankfurter Publikum. Der Mannheimer war der tragische Held des IRONMAN Germany, nachdem er trotz zweier Stürze auf regennasser Straße noch das Rennen anführte, aber nach 14 Marathonkilometern zunächst von Timo Bracht förmlich überrannt wurde und dann bis auf Platz elf zurückfiel. Trotzdem kämpfte er sich mit einer Rippenprellung ins Ziel. „Wenn man hier einmal angeknockt ist, muss man leiden. Hier sind schließlich auch die besten Athleten Europas am Start“, sagte der geschlagene Titelverteidiger.

Dabei begann der Tag für Normann Stadler besser als er dachte. „Ich bin super geschwommen heute“, blickte er zurück. Und in der Tat war der Vorjahressieger bei tief hängenden Wolken und Nieselregen beim Ausstieg aus dem Langener Waldsee nah dran an den starken Schwimmern. Und dementsprechend schnell hatte er sich auch an die Spitze gesetzt, die er schon auf den ersten Radkilometern übernahm. Bei einsetzendem Gewitter und starken Regenschauern rutschte Normann Stadler in einer Rechtskurve weg und stürzte. „Ich bin da förmlich reingekrochen“, ahnte er bereits die Gefahr. Mit starken Prellungen und Abschürfungen fuhr er weiter und baute sogar seinen Vorsprung auf eine achtköpfige Verfolgergruppe bis auf 7:30 Minuten aus. Sogar ein weiterer Sturz vermochte ihn nicht zu bremsen. „Auf der ersten Runde lief es noch ganz gut“, so Stadler, der aber gegen Ende der Radstrecke immer mehr von seinem Vorsprung einbüßte. Beim Marathon begann dann das Leiden. Mehrmals blieb er stehen, hielt sich die rechte Seite und lies sich mit Medikamenten versorgen. "Ich habe beim Laufen keine Luft mehr bekommen", so Stadler. Mit Lothar Leder, der ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischte, lief er für einige Kilometer Seite an Seite und brachte schließlich als Elfter die Startnummer 1 zurück ins Ziel. 42:17 Minuten betrug sein Rückstand auf den Sieger, der sich den Erfolg genauso verdient hatte, wie ihn das Publikum Normann Stadler gegönnt hätte.

“Ein großartiges Gefühl …“
Cameron Brown musste kämpfen, um endlich in Frankfurt zu gewinnen. Drei Mal hatte er es versucht und musste sich ebenso oft geschlagen geben. Zwei Mal war Stefan Holzner schneller, im vergangenen Jahr musste der Neuseeländer Normann Stadler den Vortritt lassen. Und diesmal war es Timo Bracht, der ihm das Leben schwer machte. Lange fuhren die beiden in der achtköpfigen Verfolgergruppe, ehe sich Timo Bracht nach vorn absetzte und die alleinige Verfolgung Stadler´s übernahm. Fast fünf Minuten später ging er auf die Laufstrecke, auf der Timo Bracht loslegte wie die Feuerwehr. Den längeren Atem allerdings hatte Cameron Brown. Immer näher arbeitete er sich an Timo Bracht heran und hatte in bei Kilometer 37 des Marathons ein- und überholt. 3:53 Minuten nahm Brown dem Mannheimer, der am Samstag noch seinen 31. Geburtstag feierte, ab. „Ich habe nie gedacht, dass ich den Rückstand noch aufholen kann. Ich musste ganz schön Druck machen, um hier zu gewinnen. Das ist jetzt aber ein phantastischen Gefühl“, konnte es Cameron Brown noch nicht richtig fassen, nun endlich in Frankfurt gewonnen zu haben.

Von Krämpfen geplagt auf Platz zwei
Mehr als zufrieden war auch Timo Bracht. Trotz der Tatsache, dass er den Sieg praktisch schon vor Augen hatte. Mit enormer Dynamik rauschte er an Normann Stadler vorbei und hielt den Vorsprung gegen Cameron Brown lange um drei Minuten. Mit zunehmender Renndauer wurde der 31-Jährige aber von Krämpfen geplagt langsamer und musste sogar noch um seinen zweiten Platz fürchten. Nach hinten blieb aber noch genügend Luft. „Das war eines meiner besten Rennen. Ich bin volles Risiko gegangen und Cameron Brown hat mich gejagt wieder der Teufel“, berichtete Timo Bracht.

Dritter in einem Rennen, das von Spannung pur geprägt war und bei dem am Ende doch wieder die Sonne schien, wurde Frank Vytrisal. Im vergangenen Jahr war sein fünfter Platz schon eine kleine Überraschung, die nicht mehr zu toppen schien. Nun aber legte er nach und wurde Dritter. "Ich denke, dass mir das keiner zugetraut hat", sagte der Berufsschullehrer. Nach und nach arbeitete er sich nach vorn, bis eben auf den dritten Platz. Dabei ließ er auch Uwe Widmann (4.) hinter sich und auch Michael Göhner, der als Fünfter im Ziel völlig erschöpft zusammenbrach. Markus Forster, im Vorjahr noch Dritter und in diesem Jahr hoch gehandelt, wurde Sechster.

Dass es nicht leicht war an diesem Sonntag, mussten auch Athleten wie Stephn Vuckovic und Lothar Leder erfahren. Stephan Vuckovic als Zwölfter und Lothar Leder als 16. hatten sich sicher mehr ausgerechnet. „Es war wohl nicht der Tag der Leders heute“, sagte Lothar Leder, der sich mit Ischiasproblemen ins Ziel kämpfte. Einen Platz vor Kai Hundertmarck, der es nach seinem Ermüdungsbruch im Schienbein gerade mal auf 80 Laufkilometer im Training brachte.



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