Specials Events 2007 Quelle Challenge Roth

Chris McCormack

100.000 Dollar für Weltbestzeit

Quelle Challenge Roth am 20.05.2007 - 15:19 Uhr

Chris McCormack will am 24. Juni bei der sechsten Auflage des Quelle Challenge und im Jubiläumsjahr des zwanzigsten Bestehens vom Langstreckenrennen in Roth, die seit zehn Jahren bestehende Weltbestzeit von 7:50:27 Stunden verbessern. Dass dies kein Werbegag in eigener Sache oder eine freundliche Geste an den Veranstalter ist, zeigt, dass der Australier dieses Jahr auf einen Start bei seinem Heimatrennen verzichtete, um sich konsequent auf die schwierige, aber lösbare Aufgabe vorzubereiten.

„Ich habe ganz bewusst auf einen frühen Saisonstart verzichtet, um mich voll und ganz auf mein Rennen in Roth konzentrieren zu können. Und ich hoffe mit dem späteren Einstieg in die Wettkampfsaison, mehr Kraft und Energie für den Quelle Challenge zu haben“, sagt McCormack. Der fünffache Ironman-Sieger aus Australien geht dabei mit grenzenlosem Selbstvertrauen seinen Traum an: Antreiber sind dabei seine drei Siege beim Ironman Australien, seine drei ersten Plätze in Roth (zwei Mal unter acht Stunden) und vor allem seine beeindruckende Leistung beim Ironman Hawaii 2006, wo er nach einer beeindruckenden Marathon-Leistung nur knapp am Sieg vorbeischrammte.

Impulse setzen beim größten Langdistanzrennen dieser Art weltweit aber auch 100.000 Dollar Belohnung für eine neue Weltbestzeit und einige starke Radfahrer, die den Boden für einen guten Start beim Laufen, der stärksten Disziplin des smarten Australiers, bereiten können: „Der finanzielle Anreiz ist für mich eine unglaubliche Motivation. Und es zeigt, dass es die Macher vom Quelle Challenge Roth verstehen, deutliche Zeichen zu setzen, um Athleten zu motivieren. Als Profi, der von seinem Sport leben muss, bin ich von dieser Belohnung natürlich begeistert. Umso mehr amüsiere ich mich über diejenigen Triathleten, die rund um die Welt die fehlenden Gelder beklagen. Ich sage: Hier in Roth gibt es die unglaubliche Chance, viel Geld zu machen. Kommt’ her, und holt es euch!“

Lebende Legende Hellriegel
Schon der erste Start von Chris McCormack in Roth 2003 war ein Paukenschlag, nur scheinbar eine regelrechte Inszenierung: Gerade einen Wimpernschlag hinter Lothar Leder lief der Australier seinerzeit über die Ziellinie. Die Bilder der beiden völlig erschöpfen Kontrahenten gingen zumindest um die Sportwelt und trugen ihren Teil zum Mythos Roth bei. 14 Jahre nach dem legendären Duell zwischen Mark Allen und Dave Scott auf Big Island, das Allen nach 8:09:15 Stunden schließlich mit einem Vorsprung von 58 Sekunden gewann, hatte die Szene wieder einen Diskussionsstoff aus dem die Triathlon-Träume sind. Chris McCormack gewann in der Folge drei Mal in Roth, davon zwei Mal unter acht Stunden und zuletzt gegen den damaligen Hawaii-Sieger Faris Al Sultan, einer der wenigen Athleten, die „Macca“ zurzeit in Roth Paroli bieten können. Denn zu den Favoriten 2007 zählt der 33-jährige Australier in jedem Fall auch Thomas Hellriegel: „Es ist für mich eine große Ehre, Thomas an meiner Seite zu wissen. Er ist für mich eine lebende Legende des Triathlonsports, und ich sehe in seinem Start eine große Chance, in diesem Rennen den Weltrekord tatsächlich brechen zu können. Meine Erfahrung zeigt mir immer wieder, dass sich starke Athleten zu wahren Höchstleistungen treiben. Warum nicht auch hier in Roth zu einem neuen Weltrekord?“

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Thomas Hellriegel scheint entschlossen, das Rennen an der Spitze mitzugestalten: „Für mich ist es wichtig, dass ich bei der 'Endabrechnung' des Tages so weit wie möglich vorne dabei bin. Und mir fällt es eben leichter, die (Vor-) Endscheidung schon auf dem Rad zu suchen, als beim abschließenden Laufen. Optimal ist es für mich, das Rennen von vorne zu gestalten, was mit einem Chris McCormack im Feld aber wohl nicht so einfach wird. Der zeigt kaum mal Schwächen.“ Auch das bekannte „Hellriegel-Wetter (kalt, nass) mag der Bruchsaler sich für den 24. Juni nicht vorstellen, wenn es um ganz schnelle Zeiten geht: „Für eine Radzeit von deutlich unter 4:30 Stunden sowie für eine Endzeit von unter acht Stunden müssen die Bedingungen natürlich top sein. Nicht zu heiß und nicht zu kalt und schon gar nicht nass“. So geht der erste Deutsche Hawaii-Sieger mit einem guten Gefühl ins Rennen auf einer Strecke, die er wie seine Westentasche kennt und die überdies pfeilschnell ist: “Wenn alles passt ist die Weltbestzeit jedenfalls im Bereich des Möglichen. Ich selbst war ja zwei Mal in Roth unter acht Stunden, worauf ich sehr stolz bin, obwohl es nie zum Sieg gereicht hat.“ Der atmosphärische Teil der Veranstaltung könne – so „Hell on Weels“ – durchaus wie Rückenwind wirken: „Wenn man Top-Leistungen bringen will, muss natürlich auch das Umfeld passen und wenn man sich wohl fühlt und dadurch gut drauf ist, bringt das auch noch mal ein paar Minuten in der Endzeit.“ Streckenkenntnis, Leistungsvermögen, Atmosphäre und Erfahrung führt Hellriegel ins Feld, wenn er an den kommenden QCR denkt: „In meinem Alter kann man noch sehr schnell sein auf der Langdistanz. Es wird aber schwieriger verletzungsfrei und gesund zu bleiben, wie ich selbst die letzten beiden Jahre erfahren musste. Bist jetzt läuft die Vorbereitung für 2007 aber gut und ich hoffe sehr, noch ein paar Top-Rennen in meiner Laufbahn abliefern zu können!“

Diese Hoffnung beflügelt den Neuseeländer Kieran Doe ebenso, lässt er doch in Roth durch hervorragende Radzeiten aufhorchen. Nach 4 Stunden und 22 Minuten blieb im letzten Jahr der Tacho stehen, und nach allem, was von ihm zu hören ist, will er am letzten Juni-Wochenende noch ein wenig schneller unterwegs sein. Gut für Chris und gut für Thomas Hellriegel. „Wie im letzten Jahr möchte ich voraus fahren“, meint der Kiwi, was das Tempo ziemlich hochhalten dürfte. Auch der X-Terra-Weltmeister aus Spanien, Eneko Llanos, im letzten Jahr immer in der Radspitzengruppe, dann aber ausgeschieden, weil er unkonzentriert die dritte Radrunde anging, will wieder vorne mitmischen. Eine Kostprobe seines Könnens war der fünfte Platz auf Big Island beim Ironman 2006.
Gut möglich, dass sich das diesjährige Rennen einordnet in die großen Galas von Roth, die in 20 Jahren den Mythos des Klassikers begründet haben: Paula Newby Fraser zwei Mal unter neun Stunden, Lothar Leder als erster Triathlet unter acht Stunden, Luc van Lierde mit Weltbestzeit, die heute noch besteht, Nicole Leder mit einem Marathon deutlich unter drei Stunden und schließlich der Einstand von Chris McCormack 2003 mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen „Loddl“ Leder. Wenn das kein Omen ist.



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