ITU-WM Madeira 2004: Joelle Franzmann auf Platz vier

DTU Pressestelle am 09.05.2004 - 22:30 Uhr
Mit einem vierten Platz bei der Triathlon-Weltmeisterschaft auf Madeira (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) schaffte Joelle Franzmann (Tri Sport Saar Hochwald) einen sensationellen Einstieg in die Olympiasaison 2004. Fünf Monate nach ihrem fünften Platz bei den letzten Titelkämpfen in Neuseeland feierte Franzmann damit den größten internationalen Erfolg ihrer Karriere. Über Gold und Silber freuten sich Sebastian Dehmer und Jan Frodeno (beide TuS Griesheim) im Rennen der U23.

Joelle Franzmann konnte das Rennen der Damen über weite Strecken mit bestimmen. Die bereits mit olympischem Schwimmergold dekorierte US-Amerikanerin Sheila Taormina entstieg mit großem Vorsprung der Hafenbucht von Funchal, dahinter konnte sich Joelle Franzmann in einer zehnköpfigen Verfolgerguppe platzieren und die Führende nach der halben Raddistanz einholen.

Harter Kampf um Rang vier
Beim Laufen machten sich Taormina, ihre Landsfrau Laura Reback und die Australierin Loretta Harrop auf und davon. Zuerst musste Reback abreißen lassen, später konnte Harrop dann dem fulminaten Endspurt Taorminas nichts entgegensetzten. Die Amerikanerin gewann auf Madeira ihren ersten Weltmeistertitel und qualifizierte sich damit für das US-Olympiateam in Athen.

Joelle Franzmann konnte im Endspurt die frisch gebackene Europameisterin Vanessa Fernandez aus Portugal auf Distanz halten. „Ich musste um diesen vierten Platz viel mehr kämpfen als um den fünften im Vorjahr“, sagte Franzmann. „Jetzt freue ich mich auf die Vorbereitung auf Athen. Ich werde auf dem Weg dorthin noch beim ITU-Punkterennen in den Niederlanden, bei den Deutschen Meisterschaften und bei einem oder zwei Weltcuprennen starten.“

Pilz und Lisk verpassen Olympianorm
Anja Dittmer (SC Neubrandenburg), die auf dem Rad in der zweiten Verfolgergruppe vergeblich den Anschluss suchte, finishte auf Platz 12, Christiane Pilz (ASICS Team Witten) wurde 26. und Ricarda Lisk (VfL Waiblingen) 38.

Pilz war mit dem Ziel einer Platzierung unter den ersten 15 und damit der Qualifikation für die Olympischen Spiele angetreten. „Deutschland hat nach diesem Rennen drei Startplätze in Athen sicher. Wir werden Christiane nach dem vierten Platz bei der Europameisterschaft vor drei Wochen dennoch beim NOK für Athen vorschlagen“, sagte DTU-Sportdirektor Rolf Ebeling. Das NOK entscheidet auf seiner Nominierungssitzung am 4. Juni in Berlin endgültig über die deutsche Olympiamannschaft.

Deutsche Herren diesmal nur im Mittelfeld
Auch im Rennen der Herren fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern, als sich der Neuseeländer Bevan Docherty im Endspurt gegen den sichtlich enttäuschten Spanier Ivan Rana durchsetzten konnte. Dritter wurde der Kasache Dimitry Gaag.

Die deutschen Herren mussten drei Wochen nach der erfolgreichen Europameisterschaft und Olympiaqualifikation in Valencia feststellen, dass sich zwei Wettkampfhöhepunkte in einem so kurzen Abstand bei der hohen Leistungsdichte im Elitetriathlon nicht vertragen. Maik Petzold finishte als bester Deutscher auf Rang 22, Andreas Raelert wurde 33. und Daniel Unger beendete das Rennen erschöpft auf Platz 48.

Stephan Vuckovic war bereits nach dem Radfahren aus dem WM-Rennen ausgestiegen. „Ich habe auf der Laufstrecke gleich gemerkt, dass die Spritzigkeit von der Europameisterschaft heute nicht da ist“, sagte Petzold. „Aber auch aus solchen Rennen kann ich lernen. Jetzt geht der Blick nach vorn Richtung Athen.“

U23 mit Gold und Silber
Den größten Erfolg hatten die Herren der U23 bereits am Vormittag gefeiert: Sebastian Dehmer (TuS Griesheim) wurde drei Jahre nach seinem Titel bei den Junioren mit einer beeindruckenden Laufleistung erneut Weltmeister vor seinem Mannschaftskameraden Jan Frodeno. Den Erfolg des deutschen Elitenachwuchses komplettierte Steffen Justus (ASICS Team Witten) als Fünfter. Im Rennen der U23-Damen belegte Janine Härtel Platz 16.