Januar, Februar 2008: Saisonstart Down-Under, Wintertriathlon und DTU-Krise

René Penno für tri2b.com am 24.11.2008 - 14:45 Uhr
Das Triathlonjahr 2008 wird vielen in Erinnerung bleiben. Jan Frodenos Olympiasieg war die Krönung einer Saison, die aber auch ansonsten jede Menge zu bieten hatte. Deutsche Athleten spielten dabei immer wieder eine Rolle. Aber auch Funktionäre. In unserem Jahresrückblick starten wir mit dem Monaten Januar und Februar.



Denn unvergessen bleibt das Hickhack innerhalb der Deutschen Triathlon-Union gleich zu Beginn des Jahres. Begonnen hatte alles Ende 2007, mit dem vom Ex-Präsidenten Dr. Klaus Müller-Ott geplanten Umzug der Geschäftsstelle von Frankfurt nach Hamburg. Von da an nahmen die Dinge ihren Lauf, es gipfelte in Pressemitteilungen der verschiedenen Parteien: Die einen sagten den Außerordentlichen Verbandstag aufgrund einer fehlerhaften Einladung kurzerhand wieder ab, die anderen reagierten prompt mit einer Gegenmeldung. Stattgefunden hatte der Verbandstag dann doch am 17. Februar 2008 (DTU Verbandstag: Die Ära Müller-Ott ist vorbei)und brachte eine neue Führung hervor. Dr. Klaus Müller-Ott wurde abgewählt, der Saarländer Rainer Düro erklärte sich bereits, wenigstens bis zum November dieses Jahres die deutschen Triathleten zu führen.

Sportlich gings Down-Under los
Aber auch sportlich begann die Saison mit dem einen oder anderen Paukenschlag. Und es meldeten sich der eine oder andere Athlet wieder in der Spitze zurück. Wie der Neuseeländer Kieran Doe, der beim Tauranga Triathlon (Tauranga Triathlon: Doe meldet sich mit Sieg zurück) seinem Landsmann Cameron Brown einen Strich durch die Rechnung machte und mit sich mit seinem Sieg über diese Halbdistanz wieder in die Schlagzeilen brachte. Brown nahm’s gelassen hin, sollte für ihn der Tauranga-Triathlon doch nur eine Standortbestimmung für andere Rennen sein. Und wie sich später herausstellen sollte, kam der Kiwi zu seinen Erfolgen.

Mit Desiree Ficker meldete sich auch bei den Frauen eine Athletin nach einer Durststrecke zurück. Die Amerikanerin gewann die Premiere des Ironman 70.3 in Südafrika ((IM 70.3 South Africa: Desiree Ficker gelingt starkes Comeback)und deklassierte die Konkurrenz dabei förmlich. Denn Heidi Jesberger hatte als Zweite bereits mehr als zwölf Minuten Rückstand auf die Siegerin. Bei den Männern verpasste ein Deutscher das Podium. Noch zu Beginn der Laufstrecke hatte Konstantin Bachor auf dem dritten Rang gelegen, eher vom Schotten Fraser Cartmell überrannt und auf den vierten Platz verwiesen wurde. Den Sieg holte sich Lokalmatador Raynard Tissink vor Luc van Lierde.

Pschebizin in Wanaka der Beste
Für einen deutschen Erfolg sorgte Marc Pschebizin bei der unter dem deutschen Label „Challenge“ stattfindenden Langdistanz im neuseeländischen Wanaka (Challenge Wanaka: Marc Pschebizin gewinnt spannendes Finale Dabei spielte der Wittlicher seiner Laufstärke aus und nutzte die langen Anstiege und die beiden Australier Chris McDonald und Justin Granger nach einem Marathon von 2:48:04 Stunden auf die nächsten Plätze zu verweisen. Im Rennen der Frauen holte sich die in Neuseeland lebende Celia Kuch Rang drei hinter Kiwi Gina Ferguson, die in den folgenden Wochen und Monaten noch mehrmals in den vorderen Rängen der Ergebnislisten auftauchen sollte, und der Amerikanerin Hillary Biscay.

Hierzulande musste man sich statt mit Wärme und Sonne mit der Kälte auseinandersetzen. Bei der Deutschen Meisterschaft im Wintertriathlon in Oberstaufen (DM Wintertriathlon: Wieder ein Überraschungsmeister) gab es durch Florian Holzinger einen Überraschungssieger. Er gewann vor Maik Petzold und bestätigte das wenige Wochen später mit dem zweiten Platz bei der Europameisterschaft. Nur bei der WM haperte es für den Ansbacher ein wenig: Nachdem er noch als Führender vom MTB in die Loipe gewechselt war, sprang am Ende „nur“ Rang acht heraus, während der Norweger Arne Post seinen Titel verteidigte. Derweil holte sich Sigrid Mutscheller ihren sechsten WM-Titel, nachdem sie zuvor erneut Deutsche Meisterin wurde und sich zum siebten Mal den Europameistertitel sicherte. Bei der WM am Kniebis (Wintertri WM: Mutschellers sechster WM-Streich) gab es sogar einen deutschen Doppelerfolg. Denn Anke Kullmann, zuvor schon im Weltcup erfolgreich, holte sich Silber hinter der Seriensiegerin.

Al-Sultan gewinnt wieder
Während die Wintertriathleten noch voll in ihrer kurzen und von Schneemangel geplagten Saison waren, machten sich die Sommerathleten schon wieder bereit. Bei den Ozeanien-Meisterschaften in Taupo feierte Anja Dittmer mit einem Sieg über die Sprintdistanz einen gelungenen Einstand in die olympische Saison. Und für Faris Al-Sultan stellte sich endlich wieder ein Erfolgserlebnis ein: Der Münchener siegte beim Ironman Malaysia (IM Malaysia: Faris Al-Sultan gewinnt überlegen) mit über 30 Minuten Vorsprung vor dem Dauerbrenner aus Tschechien, Petr Vabrousek und dem Österreicher Elmar Schuberth. Beim gleichen Rennen verbesserte die Australierin Belinda Granger den im Jahr zuvor aufgestellten Streckenrekord von Nicole Leder gleich um zwölf Minuten: Nach 9:29:21 Stunden hatte sie vor Yvonne van Vlerken, die damit schon früh in dieser Saison von sich reden machte, gewonnen. Nur eine Woche später beim Ironman Neuseeland (IM Neuseeland: Lawn und Brown machen sich unsterblich) machte Joanna Lawn das halbe Dutzend voll und siegte zum sechsten Mal in Folge. Sie schrieb damit genauso Geschichte wie ihr Landsmann Cameron Brown. Zum siebten Mal gewann er dieses Rennen, nachdem seine Siegesserie 2006 förmlich verblasen wurde.

Weitere wichtige Meldungen kamen aus Deutschland: Der Niedrig-Film „Lauf um dein Leben“ wurde angekündigt, während auch der Weltverband ITU seine Website für die Olympischen Spiele freischaltete. Weniger erfreulich dagegen war die Nachricht von Sebastian Dehmer: Aus gesundheitlichen Gründen musste er eine Wettkampfpause einlegen. Daraus wurde später das vorzeitige Ende einer Karriere. Und auch die Deutsche Triathlon-Liga nahm Formen an: Fünf Rennen sollten es werden, eingebaut wurde auch eine neue Gesamteinzelwertung.


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