März, April 2008: Es ging um die Olympia-Tickets
René Penno für tri2b.com am 25.11.2008 - 15:45 Uhr
Auch wenn die Saison international schon im Februar begann, richtig los ging’s jedoch erst im März. Die ersten Weltcuprennen standen auf dem Plan, für viele Nationen begann damit auch der Kampf um die Olympiatickets für Peking.
Begonnen hatte der März 2008 aber mit einer schlechten Nachricht aus dem Schwarzwald: Der XTERRA Germany, seit sechs Jahren des deutsche Aushängeschild im Cross-Triathlon, wurde abgesagt. Die finanzielle Unterstützung fehle, gaben die Verantwortlichen vom Titisee als Grund an. ( XTERRA Germany ist abgesagt) Eine andere Absage hatte weitaus weniger Konsequenzen, um nicht zu sagen, gar keine: Die Deutsche Triathlon-Union nämlich sagte endgültig Nein zum Standortwechsel nach Hamburg und zieht weiterhin – wie erwartet – das Hauptquartier des Verbandes in Frankfurt vor ( DTU hält am Standort Frankfurt fest).
Gomez setzt gleich Akzente
Sportlich wurde es Ende März erstmals richtig ernst. Beim Ironman 70.3 in Kalifornien siegte der Amerikaner Andy Potts erwartungsgemäß bei den Männern. Im Rennen der Frauen sorgte dagegen Erika Csomor aus Ungarn für eine kleine Überraschung, als sie die Spezialistinnen hinter sich ließ. Für Csomor, die bis dahin ihre größten Erfolge als Duathletin feierte, war das nur der Anfang eines erfolgreichen Jahres. Parallel zum Rennen über die Halbdistanz begann im fernen Australien der Weltcup. In Mooloolaba ließ der Spanier Javier Gomez nichts anbrennen und zeigte gleich, dass auch in 2008 die Siege nur über ihn führen. Der Weltcupsieger von 2007 verwies Brad Kahlefeldt und Tim Don auf die nächsten Plätze. Bester Deutscher war Maik Petzold auf Rang elf. Anja Dittmer schaffte dagegen als Zehnte den Sprung in die Top Ten, ganz vorn aber ließ Emma Snowsill die Weltmeisterin Vanessa Fernandes und Lisa Norden hinter sich ( ITU Weltcup: Gomez und Snowsill triumphieren).
Gomez vor Kahlefeldt hieß es auch eine Woche später in Plymouth. Dritter wurde hier Andrew Johns, Maik Petzold verpasste als 13. erneut den Sprung unter die allerbesten. Im Rennen der Frauen siegte diesmal Emma Moffatt vor U23-Weltmeisterin Lisa Norden und Felicity Abraham. Am selben Tag holte sich der Neukaledonier Patrick Vernay seinen dritten Sieg in innerhalb eines Jahres bei IM-Rennen in Australien und wiederholte damit auch seinen Erfolg aus dem Vorjahr, nachdem er zwischendrin auch den Ironman Western Australia gewinnen konnte. Bei den Frauen holte sich die Britin Chrissie Wellington ihren dritten Sieg beim dritten Ironmanrennen ( IM Australia: Zweimal drei durch Wellington und Vernay). Ein Triple gelang auch Raynard Tissink: Beim Ironman Südafrika wurde er zum dritten Mal hintereinander Zweiter, der Sieg ging nach zwei Erfolgen Rutger Bekes an Stephen Bayliss. Als Dritter meldete der Österreicher Peter Schoissengeier Ambitionen für künftige Rennen an, Steffen Liebetrau zeigte sich als Fünfter in guter Verfassung und Andreas Niedrig machte neben der Promotion für die Verfilmung seines Lebens „Lauf um dein Leben“ als Neunter auf sich aufmerksam (Filmkritik: Lauf um dein Leben.
Überraschung in Backnang und Frodo auf dem richtigen Weg
Ansprüche auf einen Olympiastartplatz meldeten deutsche Athleten beim Europacup im spanischen Pontevedra an. Im Rennen der Frauen holte sich Kathrin Müller ihren ersten Saisonsieg, bei den Männern mussten sich Christian Prochnow und Steffen Justus nur Vizeweltmeister Javier Gomez geschlagen geben ( Europacup: Drei DTU-Athleten auf dem Podium). Und auch Jan Frodeno zeigte sich bereits in guter Verfassung. Mit seinem dritten Platz beim Weltcup in Tongyeong hinter Tim Don und Bevan Docherty deutete er an, dass er den richtigen Weg in Richtung Olympia eingeschlagen hatte ( ITU World Cup: Jan Frodeno startet mit Rang drei in die Saison). Ähnlich stark zeigte sich auch Ricarda Lisk, die als Elfte die Top Ten nur knapp verpasste. In der Heimat dagegen sorgte ein Youngster für eine große Überraschung. Der erst 19-jährige Alexander Schilling wurde in Backnang Deutscher Duathlonmeister vor Florian Holzinger und Markus Forster. Bei den Frauen setzte sich Anne Haug vor Carolin Schlipf und Jenny Schulz durch ( Duathlon-DM: Youngster läuft der Elite davon). Und auch Olaf Sabatschus meldete sich endgültig wieder zurück in der Spitze: Im Reich der Mitte gewann er im April die Premiere des Ironman China, Nicole Töpfer und Ute Mückel belegten bei den Frauen die Ränge sechs und neun. Eine Woche zuvor noch hatte René Göhler beim Ironman Arizona auf Rang fünf überzeugt. Die Siege hier holten sich zwei Ungarn: Erika Csomor gewann bei den Frauen, ihr Landsmann Jozsef Major bei den Männern.
Sportpolitisch sorgte Lothar Leder für Schlagzeilen. Der Darmstädter verklagte Kurt Denk, der Veranstalter des Ironman Germany, auf Schadensersatz, nachdem der seine auffälligen Blutwerte öffentlich gemacht und die Verträge gekündigt hatte, zuvor war bereits das Verfahren der DTU gegen Leder eingestellt worden ( Lothar Leder verklagt Kurt Denk auf Schadensersatz). Um auch in Zukunft gut gerüstet zu sein in juristischen Auseinandersetzungen, schloss die DTU eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit ( DTU: Vereinbarung mit DIS geschlossen). Einem solchen Konflikt will Normann Stadler mit dem Dresdner Kleinwort-Team gleich aus dem Weg gehen: Bei der Teampräsentation im April wurde gleich ein internes und sehr umfangreiches Anti-Doping-Konzept mit vorgestellt.
Was sonst noch geschah: Die Challenge-Serie bekam Zuwachs mit zwei Rennen, einer Lang- und einer Halbdistanz, in Barcelona ( Weltweite Challenge-Serie bekommt erneut Zuwachs). Die Deutsche Triathlon-Liga, die in Sachen Vermarktung neue Wege beschreitet, präsentierte ein neues Logo und die ITU vergab Olympia-Wildcards an Flora Duffy von den Bermudas sowie den Syrer Omar Tayara.
Begonnen hatte der März 2008 aber mit einer schlechten Nachricht aus dem Schwarzwald: Der XTERRA Germany, seit sechs Jahren des deutsche Aushängeschild im Cross-Triathlon, wurde abgesagt. Die finanzielle Unterstützung fehle, gaben die Verantwortlichen vom Titisee als Grund an. ( XTERRA Germany ist abgesagt) Eine andere Absage hatte weitaus weniger Konsequenzen, um nicht zu sagen, gar keine: Die Deutsche Triathlon-Union nämlich sagte endgültig Nein zum Standortwechsel nach Hamburg und zieht weiterhin – wie erwartet – das Hauptquartier des Verbandes in Frankfurt vor ( DTU hält am Standort Frankfurt fest).
Gomez setzt gleich Akzente
Sportlich wurde es Ende März erstmals richtig ernst. Beim Ironman 70.3 in Kalifornien siegte der Amerikaner Andy Potts erwartungsgemäß bei den Männern. Im Rennen der Frauen sorgte dagegen Erika Csomor aus Ungarn für eine kleine Überraschung, als sie die Spezialistinnen hinter sich ließ. Für Csomor, die bis dahin ihre größten Erfolge als Duathletin feierte, war das nur der Anfang eines erfolgreichen Jahres. Parallel zum Rennen über die Halbdistanz begann im fernen Australien der Weltcup. In Mooloolaba ließ der Spanier Javier Gomez nichts anbrennen und zeigte gleich, dass auch in 2008 die Siege nur über ihn führen. Der Weltcupsieger von 2007 verwies Brad Kahlefeldt und Tim Don auf die nächsten Plätze. Bester Deutscher war Maik Petzold auf Rang elf. Anja Dittmer schaffte dagegen als Zehnte den Sprung in die Top Ten, ganz vorn aber ließ Emma Snowsill die Weltmeisterin Vanessa Fernandes und Lisa Norden hinter sich ( ITU Weltcup: Gomez und Snowsill triumphieren).
Gomez vor Kahlefeldt hieß es auch eine Woche später in Plymouth. Dritter wurde hier Andrew Johns, Maik Petzold verpasste als 13. erneut den Sprung unter die allerbesten. Im Rennen der Frauen siegte diesmal Emma Moffatt vor U23-Weltmeisterin Lisa Norden und Felicity Abraham. Am selben Tag holte sich der Neukaledonier Patrick Vernay seinen dritten Sieg in innerhalb eines Jahres bei IM-Rennen in Australien und wiederholte damit auch seinen Erfolg aus dem Vorjahr, nachdem er zwischendrin auch den Ironman Western Australia gewinnen konnte. Bei den Frauen holte sich die Britin Chrissie Wellington ihren dritten Sieg beim dritten Ironmanrennen ( IM Australia: Zweimal drei durch Wellington und Vernay). Ein Triple gelang auch Raynard Tissink: Beim Ironman Südafrika wurde er zum dritten Mal hintereinander Zweiter, der Sieg ging nach zwei Erfolgen Rutger Bekes an Stephen Bayliss. Als Dritter meldete der Österreicher Peter Schoissengeier Ambitionen für künftige Rennen an, Steffen Liebetrau zeigte sich als Fünfter in guter Verfassung und Andreas Niedrig machte neben der Promotion für die Verfilmung seines Lebens „Lauf um dein Leben“ als Neunter auf sich aufmerksam (Filmkritik: Lauf um dein Leben.
Überraschung in Backnang und Frodo auf dem richtigen Weg
Ansprüche auf einen Olympiastartplatz meldeten deutsche Athleten beim Europacup im spanischen Pontevedra an. Im Rennen der Frauen holte sich Kathrin Müller ihren ersten Saisonsieg, bei den Männern mussten sich Christian Prochnow und Steffen Justus nur Vizeweltmeister Javier Gomez geschlagen geben ( Europacup: Drei DTU-Athleten auf dem Podium). Und auch Jan Frodeno zeigte sich bereits in guter Verfassung. Mit seinem dritten Platz beim Weltcup in Tongyeong hinter Tim Don und Bevan Docherty deutete er an, dass er den richtigen Weg in Richtung Olympia eingeschlagen hatte ( ITU World Cup: Jan Frodeno startet mit Rang drei in die Saison). Ähnlich stark zeigte sich auch Ricarda Lisk, die als Elfte die Top Ten nur knapp verpasste. In der Heimat dagegen sorgte ein Youngster für eine große Überraschung. Der erst 19-jährige Alexander Schilling wurde in Backnang Deutscher Duathlonmeister vor Florian Holzinger und Markus Forster. Bei den Frauen setzte sich Anne Haug vor Carolin Schlipf und Jenny Schulz durch ( Duathlon-DM: Youngster läuft der Elite davon). Und auch Olaf Sabatschus meldete sich endgültig wieder zurück in der Spitze: Im Reich der Mitte gewann er im April die Premiere des Ironman China, Nicole Töpfer und Ute Mückel belegten bei den Frauen die Ränge sechs und neun. Eine Woche zuvor noch hatte René Göhler beim Ironman Arizona auf Rang fünf überzeugt. Die Siege hier holten sich zwei Ungarn: Erika Csomor gewann bei den Frauen, ihr Landsmann Jozsef Major bei den Männern.
Sportpolitisch sorgte Lothar Leder für Schlagzeilen. Der Darmstädter verklagte Kurt Denk, der Veranstalter des Ironman Germany, auf Schadensersatz, nachdem der seine auffälligen Blutwerte öffentlich gemacht und die Verträge gekündigt hatte, zuvor war bereits das Verfahren der DTU gegen Leder eingestellt worden ( Lothar Leder verklagt Kurt Denk auf Schadensersatz). Um auch in Zukunft gut gerüstet zu sein in juristischen Auseinandersetzungen, schloss die DTU eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit ( DTU: Vereinbarung mit DIS geschlossen). Einem solchen Konflikt will Normann Stadler mit dem Dresdner Kleinwort-Team gleich aus dem Weg gehen: Bei der Teampräsentation im April wurde gleich ein internes und sehr umfangreiches Anti-Doping-Konzept mit vorgestellt.
Was sonst noch geschah: Die Challenge-Serie bekam Zuwachs mit zwei Rennen, einer Lang- und einer Halbdistanz, in Barcelona ( Weltweite Challenge-Serie bekommt erneut Zuwachs). Die Deutsche Triathlon-Liga, die in Sachen Vermarktung neue Wege beschreitet, präsentierte ein neues Logo und die ITU vergab Olympia-Wildcards an Flora Duffy von den Bermudas sowie den Syrer Omar Tayara.
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