Triathlon WM-Serie: Alistair Brownlee bleibt nichts schuldig

René Penno für tri2b.com am 18.06.2011 - 17:07 Uhr
Alistair Brownlee: Start-Ziel-Sieg beim Triathlon WM-Rennen in Kitzbühel
© Delly Carr / triathlon.org
Alistair Brownlee ist auch beim dritten Rennen der Dextro Energy ITU Triathlon World Championship Series nichts schuldig geblieben. Der Brite siegte in Kitzbühel souverän und machte seinen 40. Platz aus dem vergangenen Jahr vergessen. Die Deutschen spielten in Tirol keine Rolle.

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Das dritte WM-Rennen hatte einiges versprochen: Zum einen war da eben jener Alistair Brownlee, den es zu schlagen galt; zum anderen zog Chris McCormack zumindest bis zum Start viel Aufmerksamkeit auf sich. Das aber hatte sich schnell erledigt. Der Australier schwamm der Konkurrenz im Schwarzsee hinterher, hatte beim ersten Landgang 30 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Alistair Brownlee, beim Wechsel aufs Rad hatte sich der Abstand nach vorn schon verdoppelt. Allein machte sich der Hawaii-Sieger auf die Verfolgung des Feldes, aber statt aufzuholen, büßte „Macca“ im strömenden Regen immer mehr Zeit ein und gab das Rennen schließlich auf. Der Sieg vor zwei Wochen beim Challenge-Rennen in Cairns und die anschließende Promo-Tour für sein Buch waren nicht die ideale Vorbereitung für ein WM-Rennen auf der Olympischen Distanz.

Anschauungsunterricht, wie die Kurzdistanz heute funktioniert, konnte der Australier bei Alistair Brownlee nehmen. Der Brite setzte sich schon beim Schwimmen an die Spitze, drückte auf den ersten Radkilometern aufs Tempo und sorgte auf den letzten beiden Runden vor dem zweiten Wechsel schon für eine Vorentscheidung: Zusammen mit seinem Landsmann und Vorjahressieger Stuart Hayes und dem Brasilianer Reinaldo Colucci bildete der Brite ein Spitzentrio, das 33 Sekunden vor den ersten Verfolgern mit Sebastian Rank an der Spitze in die Laufschuhe wechselte. Der Rest war für Brownlee reine Routine; leichtfüßig schüttelte er erst seine beiden Begleiter ab und baute den Vorsprung dann weiter auf 50 Sekunden aus. Dahinter war der Russe Alexander Brukhankov schnell der erste Verfolger, während sich alle anderen in kleineren Gruppen formierten. Im Ziel hatte Brukhankov immer noch 44 Sekunden Rückstand auf Brownlee, dahinter rannte der Schweizer Sven Riederer einer weiteren Verfolgergruppe davon auf Rang drei. William Clarke (GBR) und Brad Kahlefeldt (AUS) folgten wenige Sekunden später.



Und die Deutschen?
Die spielten an diesem verregneten und stürmischen Tag in Kitzbühel keine Rolle. Steffen Justus gab das Rennen nach der ersten Radrunde auf, Jonathan Zipf warf sein Rad nach einem Defekt frustriert auf den Bürgersteig, kurz danach war auch Gregor Buchholz nach einem Sturz draußen. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was heute los war. Aber der Akku war irgendwie komplett leer. Wir müssen nun mal analysieren, woran das gelegen hat“, war Steffen Justus ratlos. Beim Schwimmen konnte Justus noch mit größter Anstrengung den Anschluss an die zweite Gruppe halten, aber auf dem Rad fehlte ihm die Kraft. „Nach drei, vier Minuten könnte ich schon nicht mehr zügig fahren, das hatte überhaupt keinen Sinn.“

Das im Rennen verbliebene DTU-Trio schaffte es zwar bis ins Ziel, wirklich mitmischen konnten Maik Petzold, Daniel Unger und Sebastian Rank als 19., 25. und 36. jedoch nicht. „Das waren schon extrem harte Bedingungen heute“, resümmierte Petzold seinen Arbeitstag. „Ich habe auch schon zeitig gemerkt, dass ein wenig die Frische fehlt. Daher hatte ich versucht, auf dem Rad ein wenig zu pokern und darauf zu hoffen, dass ich beim Laufen in Fahrt komme, aber auch da hat sich gezeigt, dass ich nicht stark genug war, mein Ziel, einen Top Ten-Rang, zu erreichen", so Petzold weiter.

Nach den „Pech, Pleiten und Pannen“, hatte es Sportdirektor Wolfgang Thiel im Kitzbüheler Regen verständlicherweise gehörig die Laune verdorben. „Mit dem Wettkampf können wir natürlich überhaupt nicht zufrieden sein. Die Generalprobe haben wir somit ziemlich verpatzt“, so Thiel mit Blick auf die kommenden Rennen in Hamburg und die Olympiaqualifikation in London. „Da heißt es nun seelische Aufbauarbeit zu leisten, vor allem bei den Dreien, die gar nicht ins Ziel gekommen sind.“ Chris McCormack stand da längst unter der warmen Dusche – und Alistair Brownlee konnte sich in Abwesenheit von Javier Gomez als neuer Führender der WM-Serie feiern lassen.

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