Ironman Hawaii: Auf der Suche nach dem Unberechenbaren

H. Eggebrecht für tri2b.com am 04.10.2009 - 11:50 Uhr
Herausforderung Ironman
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Es war 1978 als sich erstmals 15 Athleten den Herausforderungen eines Ironman auf Oahu, Hawaii stellten. Über 30 Jahre sind seit dem vergangen. Aus einer Handvoll Eiserner ist weltweit eine Ausdauersportbewegung herangewachsen, die Zigtausende in ihren Bann zieht. In den Anfängen des Triathlonsports war es das Hauptziel schlechthin – das Finishen. Das Ankommen war das Ziel, stieß man doch in neue Belastungsbereiche vor. Die Reise in das Unbekannte, an die Grenze des sportliche Möglichen, mit dem Risiko des Scheiterns – das war der Anreiz für die erste und ganz sicher auch die zweite Generation Triathleten. Doch heute, in Zeiten der wissenschaftlichen Trainingssteuerung, der ständigen Optimierung des Wettkampfmaterials, wird die Wettkampfleistung mehr und mehr zur steuerbaren Größe.

Heute hat ein Teilnehmer des Ironman Hawaii normalerweise diverse Triathlon-Seminare und Leistungstests hinter sich. Das Training auf den Höhepunkt des Jahres wird akribisch geplant und via Puls-, Watt- und GPS-Messung aufgezeichnet und analysiert. Für das Wettkampfergebnis werden Hochrechnungen und Marschtabellen erstellt. Der Körper des Athleten soll zur berechenbaren Größe werden. Doch am Pier von Kailua-Kona gehen für alle, vom Pro bis zum Lottery-Gewinner, vom rundum betreuten Athleten bis zum Selfmade-Man, die Uhren bei Null los. Im welligen Pazifik, auf dem glühenden Asphalt des Queen Kaahumanu Highways und im öden Energy Lab sind Planungen schnell ad acta gelegt.

Aus berechenbar wird schnell unberechenbar
Wenn man sich an Bilder erinnert, wie Radfahrer im böigen Mumuku-Wind Mühe haben, ihr Rad auf der Straße zu halten, im Wiegetritt in der Ebene mit 18 km/h gegen den Wind kämpfen. Oder Läufer gierig an den Aidstations an alle zur Verfügung stehenden Wasserbecher greifen, dann rücken Hochrechnungen über den Kilometerschnitt und die stündlich aufzunehmende Flüssigkeit in den Hintergrund. Die Athleten handeln intuitiv, wie sie es jetzt für richtig halten. Oft eine Gratwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg – wir kennen die Bilder der überglücklichen Ironman-Sieger und den lächelnden Agegroup-Finisher am nächtlichen Alii Drive oder der Dramen, wenn nichts mehr geht und sich Athleten völlig apathisch in die Arme der Finishline-Catcher fallen lassen.

Diese Unberechenbarkeit ist es, die trotz aller technischen Hilfsmittel einen Ironman zu einem Abenteuer werden lässt. Ganz besonders auf Hawaii, aber auch bei anderen Rennen über die 226 km lange Wettkampf-Distanz.

Alles eine Sache des Maßstabs
Erinnern wir uns zurück. Wie haben wir mit dem Triathlon angefangen. Volks- oder Olympische Distanz. Für viele Hobbyathleten, die nicht die konditionellen Fähigkeiten eines Hawaii-Qualifikanten besitzen oder wenig Zeit zum Training haben, ist auch heute noch ein Finish über diese vergleichsweise übersichtlichen Distanzen ein kleinwenig mit einem Ironman gleich zu setzen. Ein Triathlon-Rookie erlebt sein Hawaii und Alii Drive-Feeling vielleicht schon beim Volkstriathlon am Baggersee. Wohlwissend, das Hawaii immer das sportliche Traumziel bleiben wird. Dass Bild, vom eisern und allein gegen die unzähmbaren Gewalten der Natur kämpfenden Athleten ist es, über den sich nach wie vor die Sportart Triathlon definiert. Am 10. Oktober werden in Kailua-Kona die nächsten Kapitel geschrieben – mit sicher wieder unberechenbaren Ausgängen.
Weiterführende Informationen:
Website des Ford Ironman Hawaii
Gast Steffen Wien am 09.10.09 00:15 Uhr
Toller Artikel... ihr bringt den Mythos gut rüber. Auch wenn es mit meiner Quali dieses Jahr nicht geklappt hat, werde ich bei Euch das Ganze mit verfolgen und dann hoffentlich im kommenden Jahr in Zürich die Quali ziehen... einmal nach Hawaii... das wärs. Danke Tri2b!

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Ist es gut für den Triathlonsport, dass Lance Armstrong in der Ironman-Szene mitmischen will?
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Ja, vom Medienhype um Armstrong profitiert der ganze Triathlonsport.
35%
Nein, Lance Armstrong verkörpert die alte Radsport-Ära. Die bestehenden Dopingvorwürfe aus dieser Zeit bringen auch den Triathlonsport in Verruf.
65%