Nicole und Lothar Leder: "Neue Schuhe für die Bestzeit"
M. Rackwitz für tri2b.com am 07.06.2005 - 11:39 Uhr
Am 3. Juli 2005 werden Nicole und Lothar Leder in Roth ganz sicher wieder im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. Jeder Schritt und jede Pedalumdrehung des bekanntesten deutschen Triathlon-Ehepaars werden genau verfolgt werden. Gegenüber tri2b.com gaben die Leders einen kleinen Einblick in ihr Familienleben, den langen Weg an die Weltspitze und über die speziellen Rituale ihrer Wettkampfvorbereitung.
tri2b.com: Wir hatten euch im Trainingslager auf Mallorca getroffen. Auffallend war, wie reibungslos ihr Familienleben und Training verbindet.
Lothar Leder (L.L.): Das ist richtig. Wenn wir in ein Trainingslager fahren, sind zumeist auch Eltern oder Schwiegereltern und natürlich unsere Tochter Mia dabei. Unsere Familie funktioniert hier fast wie ein eingespieltes Profiteam, in dem jeder die Abläufe genau kennt. Daher klappt das auch sehr gut.
tri2b.com: Man hat den Eindruck, dass ihr sehr viel Wert auf euer Privatleben legt.
Nicole Leder (N.L.): Ja, denn als Profisportler ist man ohnehin beinahe ein „öffentlicher“ Mensch. Aber für uns ist ganz wichtig, dass wir auch eine Privatsphäre haben, die auch nur uns etwas angeht. Die Veröffentlichung privater, also ganz persönlicher Momente wie Hochzeit, Weihnachten im Kreis der Familie, das ist nicht unser Ding. Dies ist wirklich unser eigener Bereich.
L.L.: Wir folgen hier auch bewusst nicht dem gegenwärtigen Trend, alles über die Familie zu veröffentlichen. Im Gegenteil, wir überlegen sogar, diese privaten Themen von unserer Homepage wieder herunter zu nehmen.
tri2b.com: Plant ihr euer Triathlonjahr auch gemeinsam als Familie?
L.L.: Ja natürlich auch. Grundsätzlich gibt es immer etwa im November ein Grundgerüst. Nach Mias Einschulung bilden da natürlich die Schulferien immer schon so etwas wie Eckpunkte. Dazu kommen dann unsere Trainingslager, Camps und Verpflichtungen gegenüber unseren Sponsoren und Partnern. Um diese Eckpfeiler herum bauen wir dann unser Training im Jahresverlauf im Hinblick auf die Höhepunkte der Saison auf.
N.L.: Und dann teilen wir beide uns unsere Aufgaben natürlich auch noch auf. Während sich Lothar zu Hause in erster Linie um den Laden kümmert, mache ich alles, was mit der Schule zu tun hat. Lothar ist dadurch etwas flexibler als ich. Wenn sich zu Hause mal schlechtes Wetter einstellt, kann er spontan eine Woche nach Teneriffa fliegen. Das geht bei mir so nicht.
tri2b.com: Haben es da Singles nicht einfacher oder sogar einen Vorteil?
N.L.: Ja sicherlich. Auf der anderen Seite gibt es genügend andere Paare, die Familie und Sport auf die Reihe kriegen müssen. Der Sport ist unser Beruf und genau wie andere berufstätige Ehepaare haben wir im Alltag dieselben Probleme und Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Insofern unterscheiden wir uns da nicht besonders.
tri2b.com: Habt ihr eigentlich besondere Talismänner oder Rituale?
N.L.: Ich bestreite einen IRONMAN immer in nagelneuen Schuhen. Ich ändere zwar nicht das Modell, aber darauf schwöre ich.
L.L.: Bei mir ist das genauso. Der Schuh muss frisch aus dem Karton sein, dafür sind die Socken bereits getragen.
N.L. Die Talismänner wechseln dann immer. Vor den Rennen in Roth oder auf Hawaii gibt mir Mia einen speziellen Glücksbringer mit. Der steht dann auch auf dem Nachttisch und geht selbstverständlich im Rucksack mit zum Start.
tri2b.com: Waren die Leders schon immer sportliche Überflieger?
N.L.: Das vielleicht nicht, aber wir haben schon sehr früh und intensiv Sport betrieben. Ich habe bereits zu Abi-Zeiten Triathlon gemacht, ähnlich wie Lothar als er noch die Banklehre absolvierte.
L.L.: Für einen Jugendlichen ist das allerdings nicht ganz unproblematisch. Man muss ja so schon in jungen Jahren sehr diszipliniert sein. Du hast am Wochenende deine Wettkämpfe, da ist nicht viel drin mit Partys und Disco. Man wird sehr schnell zum Außenseiter.
tri2b.com: Wie ging euer Weg dann weiter, gab es Menschen, die euch besonders gefördert haben?
L.L.: Das war sehr interessant. Mir hat im Alter von circa sechzehn Jahren dann einmal ein Sportarzt, nachdem er meine Laktatkurve sah, gesagt, ich könnte einmal Hawaii gewinnen. Das motiviert einen dann doch sehr.
N.L.: Und dann geht es immer in kleinen Schritten weiter. Wie weit es schließlich geht und was man aus seinem Talent macht, das liegt am Ende doch an einem selbst. Den Antrieb und die Motivation, das musst du selbst entwickeln.
L.L.: Natürlich gibt es auf einem so langen Weg auch Menschen, die einen prägen und die sehr wichtig sind. Hierzu zählen Trainer, aber auch die Familie.
N.L.: Für junge Athleten ist natürlich auch ganz wichtig, dass sie in ihren Heimatvereinen Unterstützung erhalten. Dass beispielsweise ältere und erfahrene Sportler mal einen gebrauchten Neo günstig weitergeben. Wir versuchen, dies auch zu tun und uns daran zu erinnern, wie wichtig solche Dinge waren, als wir angefangen haben. Aber der Spaß am Sport und die Leidenschaft, die einen voranbringt, das bist immer nur du selbst.
tri2b.com Nicole und Lothar, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen euch viel Erfolg für die Quelle Challenge in Roth.
tri2b.com: Wir hatten euch im Trainingslager auf Mallorca getroffen. Auffallend war, wie reibungslos ihr Familienleben und Training verbindet.
Lothar Leder (L.L.): Das ist richtig. Wenn wir in ein Trainingslager fahren, sind zumeist auch Eltern oder Schwiegereltern und natürlich unsere Tochter Mia dabei. Unsere Familie funktioniert hier fast wie ein eingespieltes Profiteam, in dem jeder die Abläufe genau kennt. Daher klappt das auch sehr gut.
tri2b.com: Man hat den Eindruck, dass ihr sehr viel Wert auf euer Privatleben legt.
Nicole Leder (N.L.): Ja, denn als Profisportler ist man ohnehin beinahe ein „öffentlicher“ Mensch. Aber für uns ist ganz wichtig, dass wir auch eine Privatsphäre haben, die auch nur uns etwas angeht. Die Veröffentlichung privater, also ganz persönlicher Momente wie Hochzeit, Weihnachten im Kreis der Familie, das ist nicht unser Ding. Dies ist wirklich unser eigener Bereich.
L.L.: Wir folgen hier auch bewusst nicht dem gegenwärtigen Trend, alles über die Familie zu veröffentlichen. Im Gegenteil, wir überlegen sogar, diese privaten Themen von unserer Homepage wieder herunter zu nehmen.
tri2b.com: Plant ihr euer Triathlonjahr auch gemeinsam als Familie?
L.L.: Ja natürlich auch. Grundsätzlich gibt es immer etwa im November ein Grundgerüst. Nach Mias Einschulung bilden da natürlich die Schulferien immer schon so etwas wie Eckpunkte. Dazu kommen dann unsere Trainingslager, Camps und Verpflichtungen gegenüber unseren Sponsoren und Partnern. Um diese Eckpfeiler herum bauen wir dann unser Training im Jahresverlauf im Hinblick auf die Höhepunkte der Saison auf.
N.L.: Und dann teilen wir beide uns unsere Aufgaben natürlich auch noch auf. Während sich Lothar zu Hause in erster Linie um den Laden kümmert, mache ich alles, was mit der Schule zu tun hat. Lothar ist dadurch etwas flexibler als ich. Wenn sich zu Hause mal schlechtes Wetter einstellt, kann er spontan eine Woche nach Teneriffa fliegen. Das geht bei mir so nicht.
tri2b.com: Haben es da Singles nicht einfacher oder sogar einen Vorteil?
N.L.: Ja sicherlich. Auf der anderen Seite gibt es genügend andere Paare, die Familie und Sport auf die Reihe kriegen müssen. Der Sport ist unser Beruf und genau wie andere berufstätige Ehepaare haben wir im Alltag dieselben Probleme und Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Insofern unterscheiden wir uns da nicht besonders.
tri2b.com: Habt ihr eigentlich besondere Talismänner oder Rituale?
N.L.: Ich bestreite einen IRONMAN immer in nagelneuen Schuhen. Ich ändere zwar nicht das Modell, aber darauf schwöre ich.
L.L.: Bei mir ist das genauso. Der Schuh muss frisch aus dem Karton sein, dafür sind die Socken bereits getragen.
N.L. Die Talismänner wechseln dann immer. Vor den Rennen in Roth oder auf Hawaii gibt mir Mia einen speziellen Glücksbringer mit. Der steht dann auch auf dem Nachttisch und geht selbstverständlich im Rucksack mit zum Start.
tri2b.com: Waren die Leders schon immer sportliche Überflieger?
N.L.: Das vielleicht nicht, aber wir haben schon sehr früh und intensiv Sport betrieben. Ich habe bereits zu Abi-Zeiten Triathlon gemacht, ähnlich wie Lothar als er noch die Banklehre absolvierte.
L.L.: Für einen Jugendlichen ist das allerdings nicht ganz unproblematisch. Man muss ja so schon in jungen Jahren sehr diszipliniert sein. Du hast am Wochenende deine Wettkämpfe, da ist nicht viel drin mit Partys und Disco. Man wird sehr schnell zum Außenseiter.
tri2b.com: Wie ging euer Weg dann weiter, gab es Menschen, die euch besonders gefördert haben?
L.L.: Das war sehr interessant. Mir hat im Alter von circa sechzehn Jahren dann einmal ein Sportarzt, nachdem er meine Laktatkurve sah, gesagt, ich könnte einmal Hawaii gewinnen. Das motiviert einen dann doch sehr.
N.L.: Und dann geht es immer in kleinen Schritten weiter. Wie weit es schließlich geht und was man aus seinem Talent macht, das liegt am Ende doch an einem selbst. Den Antrieb und die Motivation, das musst du selbst entwickeln.
L.L.: Natürlich gibt es auf einem so langen Weg auch Menschen, die einen prägen und die sehr wichtig sind. Hierzu zählen Trainer, aber auch die Familie.
N.L.: Für junge Athleten ist natürlich auch ganz wichtig, dass sie in ihren Heimatvereinen Unterstützung erhalten. Dass beispielsweise ältere und erfahrene Sportler mal einen gebrauchten Neo günstig weitergeben. Wir versuchen, dies auch zu tun und uns daran zu erinnern, wie wichtig solche Dinge waren, als wir angefangen haben. Aber der Spaß am Sport und die Leidenschaft, die einen voranbringt, das bist immer nur du selbst.
tri2b.com Nicole und Lothar, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen euch viel Erfolg für die Quelle Challenge in Roth.
Weiterführende Informationen:
| Homepage von Nicole und Lothar Leder |












