Ironman Germany 2009: Tüftler Bracht knackt McCormacks Streckenrekord
H. Eggebrecht für tri2b.com am 05.07.2009 - 14:56 Uhr

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Timo Bracht hat nach einem wahren Marathon-Krimi entlag des Maikais zum zweiten Mal nach 2007 den Ironman Germany gewonnen. In 7:59:15 Stunden setze sich der Eberbacher in neuer Streckenrekordzeit gegen den Spanier Eneko Llanos (8:00:21) durch. Vorjahressieger Chris McCormack (8:03:05), der auf der ersten Hälfte des abschließenden Marathons noch den besten Eindruck machte und auf dem Weg zur Titelverteidigung war, kam von Krämpfen schwer gezeichnet auf Rang drei ins Ziel. Andreas Raelert folgte nur Sekunden später auf Rang vier.
Die Bilderserien vom Ironman Germany 2009
Der CheckIn ...
Schwimmen und Wechselzone 1 ...
Radfahren ...
Laufen ...
Frühmorgens lag noch beinahe gespenstische Ruhe über dem Mainkai und den in der Morgensonne glitzernden Bankenhochhäusern der Mainmetropole, wo sich Stunden später in schwüler Mittagshitze der Kampf um Sieg und Niederlage dramatisch zuspitzen sollte. An den Verpflegungsstellen wurde deshalb eifrig hergerichtet, damit alles passt, wenn die Topathleten und die weit über 2.000 Agegrouper Teil drei, den Marathon, in Angriff nehmen.
Marathon Krimi Main: Brachts Geduld zahlt sich aus
Und dieser dritte Teil sollte es in sich haben: Wie von vielen erwartet, machten die starken Läufer Eneko Llanos, Chris McCormack und Timo Bracht den Sieg unter sich aus. Llanos lief als Führender nach dem Radfahren schnell an, sehr schnell: 38:55 min. für die ersten 10 Kilometer. Dabei musste er gleich zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen, als er beim Seitenwechsel an der Mainpromenade an einem Begrenzungspfahl hängen blieb und nur mit viel Glück einen Sturz verhindern konnte. Dahinter liefen einträchtig McCormack und der Tüftler Bracht, der eigens noch ein Spezialtraining für die acht Mainbrückenüberquerungen einlegte. In seinem Heimatort Eberbach übte der 33-Jährige das kräfteraubende Antreten und Abbremsen. Doch zuerst setzte auf der zweiten Runde der Vorjahressieger McCormack auf Angriff. Bracht konnte nicht folgen und schrieb zu diesem Zeitpunkt eigenen Aussagen zufolge den Sieg kurzzeitig schon ab. Vorne verlor ab der Halbmarathonmarke Llanos zusehends an Boden auf McCormack, der beflügelt durch den geringer werdenden Rückstand innerhalb weniger Kilometer den Rückstand komplett aufholen konnte.
McCormack: „Bin gegen eine Wand gelaufen“
Vielleicht zu schnell. Denn dann folgte ein Bild, wie man es aus den frühen Hawaii-Teilnahmen McCormacks noch in Erinnerung hat. Von Krämpfen gepeinigt musste der Australier den Spanier ziehen- und Bracht vorbeilassen. „Am Ende bin ich gegen eine Wand gelaufen“ gab der entthronte Champion im Zielinterview zu Protokoll. Bracht wiederum widmete seinen Sieg den Fans entlang der Strecke und McCormack. „Ohne Chris hätte ich heute nicht gewonnen. Ich habe heute viel von ihm gelernt,“ erklärte der nun zweifache IM-Germany Titelträger. Nach McCormack Zieleinlauf dauerte es nur 24 Sekunden, dann lief Andreas Raelert auf Rang vier ins Ziel auf dem Römerberg ein. Eine Schwächephase auf Grund von Magenproblemen direkt nach dem Wechsel auf die Laufstrecke kostete dem Athleten des TV Buschhütten einen möglichen Platz auf dem Treppchen.
Raelert nach dem Schwimmen vorne
Der Olympiasechste des Jahres 2004 sorgte dafür in den ersten Stunden des Rennens für die Schlagzeilen. Beim Schwimmauftakt im Langener Waldsee führte Raelert eine siebenköpfige Spitzengruppe an und kam nach 44:56 Minuten auch als Leader aus dem Wasser. Mit dabei die beiden Llanos Brüder aus Spanien, der Neuseeländer Terenzo Bozzone, der Schweizer Mathias Hecht, der Franzose Charly Loisel und Faris Al-Sultan. Nicht dabei, zur Überraschung der vielen frühmorgens an den Baggersee vor den Toren Frankfurts gekommenen Zuschauer, war Chris McCormack. Der Australier erstürmte erst mit knapp drei Minuten Rückstand zusammen mit Timo Bracht den steilen Anstieg zur Wechselzone.
Eneko Llanos macht Tempo auf der Radstrecke
Auf der ersten Radrunde ergriff dann wie erwartet Faris Al-Sultan die Initiative und zeigte sich immer wieder an der Spitze der Führungsgruppe. Doch die aktive Fahrweise des Münchners sollte bald der Vergangenheit angehören. Immer deutlicher wurde, dass Eneko Llanos und Raelert gute Beine auf dem Rad hatten und die Mitstreiter um Al-Sultan, Hecht und Bozzone nach und nach an Boden verloren. Nach 97 km bei der ersten Durchfahrt am Mainkai zog dann Raelert in tief gebeugter Aerohaltung den Spanier durch die Frankfurter Innenstadt. Auf der zweiten Radrunde hatte dann der 32-jährige Spanier seinen großen Auftritt. Ab km 150 konnte er dem Deutschen auf dem Rückweg nach Frankfurt über Bad Nauheim und Bad Vilbel bis in die Wechselzone über zwei Minuten abnehmen.
Dahinter ließen sich McCormack und Bracht nicht aus den Augen. In ihrem Schlepptau erreichte auch Frank Vytrisal und der zurückfallende Hecht die zweite Wechselzone am Mainkai, der kurz vor 12 Uhr mittags bei mittlerweile Volksfeststimmung kaum mehr wiederzuerkennen war. Brachts Teamkollegen im Commerzbank Triathlonteam, Jan Raphael und Markus Fachbach stiegen hingegen gegen Ende des Radfahrens aus. Mehr Biss zeigte der vierte Commerzbank Athlet Mathias Hecht, der in 8:11:56 Stunden zu einem sicheren fünften Platz lief. Sechster wurde Faris Al-Sultan vor dem Darmstädter Frank Vytrisal und dem Kieler Nils Goerke. Terenzo Bozzone und Hans Mühlbauer aus Bad Reichenhall komplettierten die Top Ten.
Die Bilderserien vom Ironman Germany 2009
Der CheckIn ...
Schwimmen und Wechselzone 1 ...
Radfahren ...
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Frühmorgens lag noch beinahe gespenstische Ruhe über dem Mainkai und den in der Morgensonne glitzernden Bankenhochhäusern der Mainmetropole, wo sich Stunden später in schwüler Mittagshitze der Kampf um Sieg und Niederlage dramatisch zuspitzen sollte. An den Verpflegungsstellen wurde deshalb eifrig hergerichtet, damit alles passt, wenn die Topathleten und die weit über 2.000 Agegrouper Teil drei, den Marathon, in Angriff nehmen.
Marathon Krimi Main: Brachts Geduld zahlt sich aus
Und dieser dritte Teil sollte es in sich haben: Wie von vielen erwartet, machten die starken Läufer Eneko Llanos, Chris McCormack und Timo Bracht den Sieg unter sich aus. Llanos lief als Führender nach dem Radfahren schnell an, sehr schnell: 38:55 min. für die ersten 10 Kilometer. Dabei musste er gleich zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen, als er beim Seitenwechsel an der Mainpromenade an einem Begrenzungspfahl hängen blieb und nur mit viel Glück einen Sturz verhindern konnte. Dahinter liefen einträchtig McCormack und der Tüftler Bracht, der eigens noch ein Spezialtraining für die acht Mainbrückenüberquerungen einlegte. In seinem Heimatort Eberbach übte der 33-Jährige das kräfteraubende Antreten und Abbremsen. Doch zuerst setzte auf der zweiten Runde der Vorjahressieger McCormack auf Angriff. Bracht konnte nicht folgen und schrieb zu diesem Zeitpunkt eigenen Aussagen zufolge den Sieg kurzzeitig schon ab. Vorne verlor ab der Halbmarathonmarke Llanos zusehends an Boden auf McCormack, der beflügelt durch den geringer werdenden Rückstand innerhalb weniger Kilometer den Rückstand komplett aufholen konnte.
McCormack: „Bin gegen eine Wand gelaufen“
Vielleicht zu schnell. Denn dann folgte ein Bild, wie man es aus den frühen Hawaii-Teilnahmen McCormacks noch in Erinnerung hat. Von Krämpfen gepeinigt musste der Australier den Spanier ziehen- und Bracht vorbeilassen. „Am Ende bin ich gegen eine Wand gelaufen“ gab der entthronte Champion im Zielinterview zu Protokoll. Bracht wiederum widmete seinen Sieg den Fans entlang der Strecke und McCormack. „Ohne Chris hätte ich heute nicht gewonnen. Ich habe heute viel von ihm gelernt,“ erklärte der nun zweifache IM-Germany Titelträger. Nach McCormack Zieleinlauf dauerte es nur 24 Sekunden, dann lief Andreas Raelert auf Rang vier ins Ziel auf dem Römerberg ein. Eine Schwächephase auf Grund von Magenproblemen direkt nach dem Wechsel auf die Laufstrecke kostete dem Athleten des TV Buschhütten einen möglichen Platz auf dem Treppchen.
Raelert nach dem Schwimmen vorne
Der Olympiasechste des Jahres 2004 sorgte dafür in den ersten Stunden des Rennens für die Schlagzeilen. Beim Schwimmauftakt im Langener Waldsee führte Raelert eine siebenköpfige Spitzengruppe an und kam nach 44:56 Minuten auch als Leader aus dem Wasser. Mit dabei die beiden Llanos Brüder aus Spanien, der Neuseeländer Terenzo Bozzone, der Schweizer Mathias Hecht, der Franzose Charly Loisel und Faris Al-Sultan. Nicht dabei, zur Überraschung der vielen frühmorgens an den Baggersee vor den Toren Frankfurts gekommenen Zuschauer, war Chris McCormack. Der Australier erstürmte erst mit knapp drei Minuten Rückstand zusammen mit Timo Bracht den steilen Anstieg zur Wechselzone.
Eneko Llanos macht Tempo auf der Radstrecke
Auf der ersten Radrunde ergriff dann wie erwartet Faris Al-Sultan die Initiative und zeigte sich immer wieder an der Spitze der Führungsgruppe. Doch die aktive Fahrweise des Münchners sollte bald der Vergangenheit angehören. Immer deutlicher wurde, dass Eneko Llanos und Raelert gute Beine auf dem Rad hatten und die Mitstreiter um Al-Sultan, Hecht und Bozzone nach und nach an Boden verloren. Nach 97 km bei der ersten Durchfahrt am Mainkai zog dann Raelert in tief gebeugter Aerohaltung den Spanier durch die Frankfurter Innenstadt. Auf der zweiten Radrunde hatte dann der 32-jährige Spanier seinen großen Auftritt. Ab km 150 konnte er dem Deutschen auf dem Rückweg nach Frankfurt über Bad Nauheim und Bad Vilbel bis in die Wechselzone über zwei Minuten abnehmen.
Dahinter ließen sich McCormack und Bracht nicht aus den Augen. In ihrem Schlepptau erreichte auch Frank Vytrisal und der zurückfallende Hecht die zweite Wechselzone am Mainkai, der kurz vor 12 Uhr mittags bei mittlerweile Volksfeststimmung kaum mehr wiederzuerkennen war. Brachts Teamkollegen im Commerzbank Triathlonteam, Jan Raphael und Markus Fachbach stiegen hingegen gegen Ende des Radfahrens aus. Mehr Biss zeigte der vierte Commerzbank Athlet Mathias Hecht, der in 8:11:56 Stunden zu einem sicheren fünften Platz lief. Sechster wurde Faris Al-Sultan vor dem Darmstädter Frank Vytrisal und dem Kieler Nils Goerke. Terenzo Bozzone und Hans Mühlbauer aus Bad Reichenhall komplettierten die Top Ten.
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