Ironman Germany 2009: Wallenhorst gewinnt Duell gegen van Vlerken

H. Eggebrecht für tri2b.com am 05.07.2009 - 17:38 Uhr
Sandra Wallenhorst gewinnt den Ironman Germany in nervenaufreibendem Marathon
© http://www.triaphoto.com
Es war ein Duell mit Ansage. Sandra Wallenhorst hat in 8:58:08 Stunden den von vielen erwarteten Zweikampf gegen die Niederländerin Yvonne van Vlerken (9:02:18) gewonnen und ist damit die neue Ironman Germany Siegerin. Mehrmals wechselte die Führung zwischen den beiden Topathletinnen im Verlauf des langen Wettkampftages. Erst im letzten Drittel des Marathonlaufs konnte sich Wallenhorst von van Vlerken absetzen, die ihrerseits auf den letzten Kilometern immer wieder kurze Gehpausen einlegen musste. Nicole Leder (9:05:16) lief mit dem besten Marathon aller Frauen noch auf Rang drei nach vorne.
Die Bilderserien vom Ironman Germany 2009

Der CheckIn ...
Schwimmen und Wechselzone 1 ...
Radfahren ...
Laufen ...

Nur die ersten eineinhalb Stunden waren andere Athletinnen im Fokus an der Spitze. Beim Schwimmen kam ein Fünfer-Grüppchen, angeführt von Andrea Brede (50:42 min), gemeinsam aus dem Wasser. Beim Wechsel und auf den ersten Radkilometern über die Kennedyallee hinein ins Frankfurter Zentrum formierte sich daraus schnell eine Dreier- Kopfgruppe mit Brede, Nicole Leder und Heike Funk. Meike Krebs und die Niederländerin Mirjam Weerd konnten nicht folgen.

Wallenhorst stark im Wasser, van Vlerken zog im Gleichtakt nach
Das Hauptaugenmerk lag jedoch schon dort auf dem Duell von Sandra Wallenhorst und Yvonne van Vlerken. Wallenhorst schwamm die 3,8 km im Langener Waldsee in für sie guten 56:06 Minuten, van Vlerken folgte ihr mit fast exakt zwei Minuten Abstand. Diese Lücke sollte bis weit in die zweite Runde Bestand haben. Wallenhorst schloss schon vor der ersten Durchfahrt von „The Hell“ in Maintal-Hochstadt (km 30) zur Spitze auf und baute bis zum nördlichsten Punkt der Radstrecke in Bad Nauheim (km 61) ihren Vorsprung auf die Verfolgerinnen um Brede auf über eine Minute aus. Die Niederländerin folgte im Gleichschritt und konnte in der zweiten Runde bis zu Wallenhorst aufschließen und sich zwischenzeitlich sogar an die Spitze setzten. „Ich bin zu schnell auf dem Rad angegangen und konnte das Tempo nicht über die ganze Distanz halten“ kommentierte Wallenhorst ihre Radleistung. Gemeinsam legten sie die letzten Kilometer zurück nach Frankfurt zurück. Wohlwissend, dass die Entscheidung um Sieg oder Niederlage erst im Marathon fallen würden.

Marathonmann Steffny bremst Wallenhorst
Beim Wechsel am Mainkai zeigte sich Wallenhorst dann als Schnellwechslerin. Trotz eines Kurzinterviews des Hessischen Rundfunks im Wechselzelt nahm sie dort der Niederländerin 20 Sekunden hab. Doch schon nach wenigen Kilometern schloss van Vlerken wieder auf und konnte bis zur ersten Wende am Ruderclub einen kleinen Vorsprung herausarbeiten. Bei der Halbmarathonmarke waren es sogar 47 Sekunden. Aber Wallenhorst kämpfte sich zurück, überholte van Vlerken wieder und zog nun endgültig alleine in Richtung Ziel davon. Davor mahnte Lauftrainer Herbert Steffny mehrmals, nicht zu früh alle Kräfte in die Waagschale zu werfen, und eine gleichmäßigen Marathon zu laufen. Nach 8:58:08 Stunden überquerte die 37-Jährige die Ziellinie vor dem Römer. Zuvor ließ sie sich mit dem Wissen des sicheren Sieges schon ausgiebig vom Publikum im Zielkanal feiern. „Es war ein verdammt harter, aber auch ein verdammt schöner Tag. Zum Schluss hatte ich richtig Spaß.“ Das nächste Bad in der Menge soll jetzt im Oktober auf Hawaii folgen. Auf der Pressekonferenz gab die Siegerin bekannt, definitiv nicht beim Ironman 70.3 in Wiesbaden zu starten, und sich voll auf Hawaii zu konzentrieren.

Nicole Leder mit tollem Finale
Trotz der Gehpausen war van Vlerkens zweiter Platz nicht mehr ernsthaft in Gefahr, denn zu groß war Nicole Leders Rückstand nach dem Radfahren. Die Darmstädterin verlor auf dem Rad wie so oft in der Vergangenheit den Anschluss zur Spitze. Zusätzlich brach ihr noch die Sattelklemmung, was zusätzlichen Zeitverlust bedeutete. Mit einem Marathon in 3:02:13 schaffte Leder aber doch noch ihr ausgelobtes Ziel eines Treppchenplatzes. Andrea Brede, die vor zwei Jahren in einem denkwürdigen Finale am Römer mit Leder um den Sieg sprintete, wurde mit deutlichen Vorsprung vor der Finnin Tina Boman Vierte.

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