
Trio Petzold, Raelert, Bockel
Petzold im Pech - nach Radsturz ist der EM-Start ungewiss
Jens Richter für tri2b.com am 17.06.2003 - 19:07 Uhr
Schlechter hätte das Timing nicht sein können: Nach einem bösen Sturz im Radtraining am vergangenen Sonntag machen großflächige Schürfwunden am Körper und den Handflächen einen EM-Start des Deutschen Meisters Maik Petzold plötzlich sehr ungewiss.
„Nur einen Kilometer von unserem Olympiastützpunkt entfernt hat es mich zerlegt. In einer Kurvenkombination, die ich schon x-mal gefahren bin, sind mir Vorder- und Hinterrad gleichzeitig weggerutscht“, berichtet der frustrierte Hoffnungsträger des Karlsbader EM-Aufgebots am Telefon von seinem großen Sonntagspech.
Sofort verarztet
Glücklicherweise war der Sportarzt der Saarbrücker Trainingsheimat des DTU-Kaders noch abends zur Stelle. „Ich bin froh, dass es keine Brüche und keine Prellungen sind – aber mit den schweren Abschürfungen an meinen Handflächen kann ich im Augenblick noch gar nicht an Schwimmen oder forciertes Radfahren denken“, hofft Petzold bis zum Samstag auf ein kleines Wunder. Oder genauer gesagt, bis zum Donnerstagabend, denn dann will er die Entscheidung über eine Anreise nach Karlovy Vary (CZE) treffen.
Die Anderen könnten einspringen
An eine Nachnominierung im Falle von Petzolds Absage sei noch nicht gedacht, obwohl dessen Startchancen „so bei 50/50 stehen“, glaubt der Adelsberger. In der vergangenen Nacht habe er „kein Auge zugetan, weil ich nicht wusste, wie ich mich hinlegen sollte." Dennoch, aufgeben gilt noch nicht: „Wenn ich mich zum Start entscheide, muss ich auch riskieren, eine Packung zu bekommen. Das werde ich mir gut überlegen.“
Sonst sollten die zuletzt so starken Kollegen Andreas Raelert und Dirk Bockel einspringen, denen Petzold auf der DM-ähnlichen Strecke einiges zutraut. „Und wenn Daniel (Unger) sein Potential abrufen kann, ist er sicher auch ganz vorn“, kann Petzold den fünften Mann Stephan Vuckovic derzeit am allerwenigsten einschätzen.
Raelert hofft auf eine Flucht
DM-Vize Andreas Raelert ist richtig optimistisch: „Bei dem gleichen Rennen vor zwei Jahren war ich Sechster, die Strecke liegt mir“, meint „Raeli“ im
tri2b.com-Gespräch. Wenn zu Potential und Erfahrung auch noch die richtige Tagesform dazu käme, dann würde er sich eine Top5-Platzierung zutrauen. „Ich will auf dem Rad gleich vorn dabei sein und hoffe, wir kommen dann mit einer 10-15-köpfigen Gruppe weg. Wenn die die Sache unter sich ausmachen kann, habe ich meine Chance.“
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