
18 Prozent und Kopfsteinpflaster

Andreas Raelert
Spanier Rana verteidigt Titel
DTU Pressestelle am 21.06.2003 - 21:04 Uhr
Mit den besten Beinen, aber auch der besten Mannschaftstaktik hat der Spanier Ivan Rana heute im tschechischen Karlsbad seinen Europameistertitel im Triathlon verteidigt. Nach 1,5 km Schwimmen und 40 km Radfahren stieg der Spanier mit wenigen Metern Vorsprung an der Spitze der großen Führungsgruppe vom Rad und konnte im 10-km-Lauf der Pflicht die Kür folgen lassen. Auf den Plätzen zwei und drei feierten die gastgebenden Tschechen mit Filip Ospaly und Martin Krnavek einen doppelten Medaillenerfolg. Andreas Raelert wurde als bester Deutscher Achter.
Wasserträger arbeiteten bis zum zweiten Wechsel
Mannschaftstaktik wird in Spanien groß geschrieben - und die fleißigen Helfer Eneko Llanos und Xavier Llobet hatten ihre Sache offenbar gut gemacht. Ihrem Kapitän Ivan Rana verhalfen sie kurz vor dem Ende der harten Radstrecke in die Führungsposition, die dieser bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte.
Lediglich der Tscheche Filip Ospaly, der vor zwei Jahren an gleicher Stelle den Europameistertitel gewinnen konnte, nahm ernsthaft die Verfolgung auf, musste aber nach der Hälfte der Laufstrecke die Übermacht Ranas anerkennen. Der Spanier gewann nach der EM und WM 2002 seinen dritten internationalen Titel in Folge.
Unger aus der Spitze geprügelt
In der Spitzengruppe fanden sich nach dem Schwimmen auch zwei Deutsche: Dirk Bockel (VfL Waiblingen) und Andreas Raelert (SV Halle) bestimmten das hohe Tempo auf der mit sieben steilen Kopfsteinpflasterpassagen gespickten Strecke mit und konnten sich im Feld der besten Europäer schließlich die Plätze 8 und 12 sichern. Daniel Unger (ASICS Team Witten), der in der Auftaktdisziplin noch als Zweiter um die erste Boje geschwommen war, verlor nach einigen Tritten und Hakeleien im Wasser den Anschluss und konnte erst in der dritten Gruppe auf die weitere Strecke gehen.
Deren Rückstand wuchs auf dem Rad Runde um Runde, so dass Unger trotz der siebtbesten Laufzeit lediglich Rang 23 erreichte. Stephan Vuckovic (ASICS Team Witten), der sich ebenfalls in Ungers Radgruppe befand, gab das Rennen nach der dritten Radrunde entkräftet auf.
“Härtestes Rennen des Lebens
"Ich bin insgesamt zufrieden", freute sich Andreas Raelert als bester Deutscher. "Das Rennen war unheimlich hart und ich musste beim Laufen der Radstrecke Tribut zollen." Dem stimmte auch Dirk Bockel zu: "Ich kann mit Sicherheit sagen: Das war der härteste Triathlon meines Lebens. Man sagt ja öfter, man habe 100 Prozent gegeben - aber heute wäre es nicht weiter gegangen. Von daher bin ich zufrieden."
Ebli nach viel Pech mit gemischten Gefühlen
Bundestrainer Ralf Ebli zog ein gemischtes Fazit der Europameisterschaften: "Ich bin mit dem Gesamt-Mannschaftsergebnis nicht zufrieden, sehr wohl aber mit den Einzelleistungen von Joelle Franzmann, Andreas Raelert und Dirk Bockel. Wir konnten den Ausfall von Maik Petzold und Christiane Pilz, die beide in der Vergangenheit stabile Leistungen auf internationalem Niveau gebracht haben und im letzten Jahr EM-Dritte waren, nicht kompensieren.
Dazu kam noch viel Pech: Anja Dittmer hatte technische Probleme, was dazu geführt hat, dass sie auf dem Rad nicht mithalten konnte. Beim Laufen hatte sie dann nichts zuzusetzen. Daniel Unger wurde an der Boje verprügelt. Aber es gab auch viele positive Aspekte, zum Beispiel den Einsatz von Janine Härtel mit der drittbesten Schwimmzeit und ihrer Arbeit für Anja Dittmer. Wir haben damit auch im Damenbereich die Perspektive, den Teamgedanken zu etablieren."
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