Ironman 70.3 Weltmeisterschaft: Craig Alexander der Schnellste

H. Eggebrecht für tri2b.com am 11.09.2011 - 20:11 Uhr
Craig Alexander: Gelungene Titelverteidigung am Alii Drive
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Craig Alexander hat die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft 2011 in Henderson in der Wüste Nevadas nach einem fulminanten Halbmarathon für sich entschieden. Der Australier setzte sich bei seinem zweiten Erfolg nach 2006 über die halbe Ironman-Distanz in 3:54:48 Stunden am Ende deutlich gegen Chris Lieto aus den USA und dem Kanadier Jeff Symonds durch. Der Österreicher Michael Weiss verpasste auf Rang vier nur um 19 Sekunden den Bronzerang. Bei den Frauen ging der Sieg an die bis dato eher unbekannte Australierin Melissa Rollison. Zweite wurde Karin Thürig aus der Schweiz vor dem US-Girl Linsey Corbin.

Fünf Jahre nach der Premiere der Ironman 70.3 WM in Clearwater, Florida zog das Rennen jetzt an den Lake Las Vegas. Die Strecken sind damit anspruchsvoller, doch der Sieger heißt wie bei der Erstauflage im Jahr 2006 Craig Alexander. Mit einem Halbmarathon in 1:11:50 Stunden ließ der zweifache Ironman Hawaii-Sieger am Ende seinen Konkurrenten keine Chance. Zuvor hatten wie erwartet Andy Potts, Sieger in Clearwater im Jahr 2007, im Wasser und danach Chris Lieto auf dem Rad das Rennen angeführt. Der US-Amerikaner fuhr mit Radbestzeit fast vier Minuten Vorsprung auf eine beim Wechsel in die Laufschuhe achtköpfige Verfolgergruppe heraus. Doch wie so oft sollte das Zeitpolster für den Radspezialisten am Ende nicht zum Sieg reichen.

Déjà-vu für Lieto

Wie schon vor zwei Jahren auf Hawaii auf dem Weg ins Energy Lab kam Alexander Schritt für Schritt näher und überholte den US-Boy, der im zweiten Teil der Radstrecke die Führung übernommen hatte, nach gut der Hälfte des Halbmarathons. „Crowie“, wie Alexander von seinen Fans genannt wird, erarbeitete sich schnell eine komfortable Führung und lief damit ungefährdet seinen zweiten Weltmeistertitel über die halbe Ironman-Distanz an Hause. Umso spannender wurde in der heißen Vormittagssonne der Kampf um die nächsten Plätze. Jeff Symonds und Michael Weiss kamen dem müde werdenden Lieto immer näher, doch eine gute halbe Minute sollte er noch ins Ziel retten. Lieto wurde in 3:58:03 Stunden Zweiter vor dem Kanadier Symonds und Weiss. Der Österreicher überzeugte nach einer gewohnt starken Radleistung auch in den Laufschuhen. Am Ende fehlten dem in den USA trainierenden Weiss nur wenige Sekunden zum Siegerpodest. Einziger weiterer Europäer in den Top Ten war der Italiener Alessandro Degasperi auf Rang zehn. Nichts mit der Vergabe der Topränge hatte Swen Sundberg zu tun. Der einzige Deutsche im Feld der Profis war in 4:21:01 Stunden fast eine halbe Stunde länger als Sieger Alexander unterwegs.

Bei den Frauen schaute es lang danach aus, dass auch die Britin Julie Dibens nach 2009 ihren zweiten Ironman 70.3 WM-Titel erringen könnte. Knapp zwei Minuten Vorsprung nahm die 36-Jährige in den Halbmarathon, verfolgt von Mellissa Rollison, Karin Thürig und Linsey Corbin. Doch schon ziemlich bald sollte klar sein, dass Dibens alle Chancen um den Sieg verspielt hatte. Rollison zog mühelos an der dreimaligen Xterra-Weltmeisterin vorbei, die später das Rennen vorzeitig beendete.

Wer ist Rollison?

In Europa trat die 28-jährige Rollison bisher noch nicht groß Erscheinung, doch mit drei Ironman 70.3-Siegen in dieser Saison (Steelhead, Vineman und Muncie) ließ die früheren Leichtathletin und Laufspezialistin ihr Potential gleich mehrmals aufblitzen. In Henderson hatte die Konkurrenz dem 1:21:14 Stunden-Halbmarathon von Rollison nichts entgegen zu setzen und so konnte die Australierin mit sechs Minuten Vorsprung ihren ersten WM-Titel feiern.

Während die Siegerin vor dem Beginn einer großen Triathlon-Karriere stehen könnte, so geht die der Schweizerin Thürig nun glanzvoll zu Ende. Die Zeitfahrspezialistin, die erst vor vier Wochen in Wiesbaden einen Erfolg über diese Streckendistanz feiern konnte, war auch vor den Toren von Las Vegas auf dem Rad das Maß der Dinge. Dank einer soliden Laufleistung durfte sich die Retschwilerin über Rang zwei freuen. Hinter der Tagesdritten Corbin folgten Heather Jackson (USA), Joanna Lawn (NZL) und Leanda Cave (USA) auf den nächsten Rängen.

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