Heißer Saison-Showdown: Der Laguna Phuket Triathlon

von Harald Eggebrecht für tri2b.com
Asien, Thailand, Phuket , Triathlon - seit dem Jahr 1994 gibt es den Laguna Phuket Triathlon auf der südthailändischen Urlaubsinsel. Das Rennen über die ansonsten eher unübliche verlängerte Kurzdistanz ((1,8 km Schwimmen, 50 km Radfahren, 12 km Laufen) ist heute das am längsten bestehende Triathlonrennen auf dem asiatischen Kontinent.

Viele ganz große Namen der Triathlonwelt, angefangen von Mark Allen bis hin zu Jan Frodeno  waren dort bereits am Start. Ein Rennen, das eigentlich nicht im Triathlon-Palmares fehlen sollte, auch nicht in meinem. Nach einigen Jahren der Abstinenz, in denen ich mich nur noch hinter den großen Finishlines von Roth bis Hawaii aufhielt, um die Stimmen der Stars mit dem Mikrofon einzufangen, war 2017 ein kleines Comeback angesagt. Nichts großes, zwei Olympische Distanzen in der heimischen Umgebung waren es im Sommer.  Als dann das Thanyapura und Laguna Phuket zur Pressereise einlud, war sofort klar: Ein Start in Phuket war Pflicht.

Es war mein erster Aufenthalt in Asien und in Thailand im speziellen und schon die ersten Akklimatisierungseinheiten vor  Ort bestätigten, dass hier der beim Ironman Hawaii so gebräuchliche Tipp "stay hydrated", eine entscheidende Rolle spielen sollte. Die Luftfeuchtigkeit an der Südspitze Thailands liegt meist jenseits der 80 Prozent, was dazu führt, dass auch ohne direkte Sonneneinstrahlung schon bei leichter körperlicher Betätigung der Schweiß in Strömen fließt.

 

Hitze Ja, Schwimmen Nein

 

Ich mag solche Bedingungen und somit hatte ich vor der Hitze nicht wirklich Respekt. Vielmehr vor dem 1,8 Kilometer langen Schwimmen, unterteilt in 1.300 Metern im offenen Meer der thailändischen Andamanensee und dann noch 500 Meter in der Lagune, unterbrochen von einem knapp 100 Meter langen Landgang über den kurz steil ansteigenden Sandstrand des Bang Tao Beach.  In meiner mehrjährigen Triathlon-Abstinenz fiel das Schwimmen mehr oder weniger komplett aus und auch zuletzt hielten sich die Pool-Workouts in Grenzen.

Zum Anfang geht es in die Andamanensee ©Laguna Phuket Triathlon

Die Startgruppen der Agegrouper, drei an der Zahl, waren nach erwarteten Schwimmzeiten, die man mit der Anmeldung angeben musste, sortiert. Ich reihte mich bei 35 - 40 Minuten ein. Dies sollte realistisch sein und in der Tat kam ich dann in der zweiten Gruppe wunderbar im Feld mit und sogar etwas "Treibholz" aus der ersten Gruppe konnte eingesammelt werden. Das Meer war am Raceday auch angenehm ruhig - kurzum: das Schwimmen hat so richtig Spaß gemacht. Bis....   . Ja bis es in die Lagune ging.  War das Meer schon sehr warm, so war es in der Lagune fast schon unerträglich warm. Das wenig einladende dunkelgrüne Wasser tat sein übriges dazu. Schnell raus hier! Leider fehlte dem Süßwasser der Lagune der so angenehme Auftrieb des Salzwassers und so wurden die letzten Schwimmmeter gleich aus mehreren Gründen zur Tortur.

Dann war endlich wieder Land unter den Füßen - nach gut 37 Minuten . Alles andere als eine Topzeit, aber ok für meine Vorbereitung und zudem im Gesamtfeld die 156. Zeit. Ein Anzeichen für ein eher mäßiges Schwimmniveau der insgesamt gut 500 Einzelstarter. 

 

Eine Cruiser-Radstrecke mit hochprozentigem Finale

 

Auf dem Rad lief es dann wunderbar rund, die Strecke ist anfangs nahezu flach und das Cruisen über die kleinen verwinkelten Sträßchen tat sein übriges, dass die Kilometer nur so dahin flogen.  Wohlwissend, dass nach dem etwas eintönigeren Abschnitt über die Hautverkehrsader Phukets, bei der eine Fahrspur komplett für die Triathleten abgesperrt war und so für ordentlich Stau bei beim motorisierten Verkehr sorgte, noch zwei echte Scharfrichter warteten.

Unterwegs im Dschungel Thailands - auf der Radstrecke des Laguna Phuket Triathlon - ©Silke Insel/tri-mag.de

Als Allgäuer ist der Kalvarienberg beim Allgäu Triathlon gewissermaßen der Hausberg. Aber die zwei im Abstand von wenigen Kilometer folgenden Rampen, bei denen zumindest ein toller Blick auf die Andamanensee die Psyche etwas lockert, waren gefühlt härter als der Immenstädter Hausberg. Fehlten die Kuhglocken?  War die Hitze beim normalen Radtempo nicht wirklich spürbar so war der Motor bei dieser gerade noch zweistelligen Geschwindigkeit  binnen weniger Steigungsmeter ganz nah an der Überhitzung.  Schön, dass jeweils gleich nach dem Anstieg eine Abfahrt folgte, die allerdings höchste Konzentration forderte. Teils hängte die Straße in den Kurven gefährlich nach außen und war in dem urwaldähnlichen Abschnitt teils auch teils tückisch feucht.  Zudem war es schon etwas komisch mit annähernd 70 km/h im für Mitteleuropäer unüblichen Linksverkehr um schwer einsehbare Kurven zu rasen. Einigen Athleten wurde der Downhill auch zum Verhängnis und nahmen eine schmerzhafte Asphaltprobe. Apropos Asphalt. Bis auf wenige Ausnahmen rollte es über den Kurs des Laguna Phuket Triathlon richtig angenehm. Super glatter Asphalt. Selbst die aerodynamisch unterirdischen Mavic Aksium Laufräder meines Leihrads liefen hier gefühlt richtig rund und konnten mit so mancher hochprofiliger Aerofelge der Konkurrenz mithalten und gerade bergan so einige hinter sich lassen.

 

Die Leiden auf dem Golfplatz

 

Zurück in Laguna Phuket wartete der finale Showdown in Form des zwölf Kilometer langen Laufens, aufgeteilt in zwei sechs Kilometer lange Schleifen durch das weitläufige Gelände der Laguna Phuket Hotels und des Golfplatzes.  Da wären wir schon beim Stichwort: Golfplatz!  Der circa 1,5 Kilometer lange Abstecher auf den leicht gewellten Betonweg des Golfplatzes war ein Lauf durch die Vorhölle. Null Schatten, der knallharte Beton und die leichten Wellen zogen förmlich die Energie aus den  Beinen. Das Gute daran: Der Konkurrenz ging es genauso.  Auf diesem Abschnitt fand ich mit einem tschechischen Triathleten dann auch einen Leidensgenossen, mit dem ich mich dann bis ins Ziel auf dem Laguna Grove durchhangelte. Die noch gefühlten 100 Schwächephasen bekämpfte ich außerdem mit dem Vorsatz unter 3:10 Stunden zu bleiben. 3:08:13 Stunden waren es am Schluss. Ziel erreicht!

Nun war erst einmal Eistonne angesagt.  Was für eine Erlösung die Arme in das Eiswasser zu hängen und langsam den Cool-Down einzuleiten, um dann möglichst schnell im Schatten des Massagezeltes zu verschwinden. Gleich vier flinke Hände sorgten hier für eine im Nachgang sogar entspannende Thaimassage. Wobei ich mehrmals die Frage "Is it to strong?" mit einem über die Lippen gepressten "Yes" beantworten musste. Zeitgleich war mir aber auch klar: Mein kleines Triathlon-Comeback wird in 2018 auf jeden Fall eine Fortsetzung finden.

 

Fazit:

 

Der Laguna Phuket Triathlon ist definitiv ein Wettkampf mit einem sehr besonderen Flair. Die Organisation ist rundum auf dem Standard großer mitteleuropäischer Rennen. Finishershirt und Finishermedaille, Nudelparty am Tag davor, sogar warmes Essen bei der Zielverpflegung und ein Awards-Buffet (inkl. Party) das keine Wünsche offen lässt. Besonders in Erinnerung ist mir die geführte Radstreckenbesichtigung zwei Tage vor dem Rennen geblieben, bei der die Straßen trotz morgendlichem Berufsverkehr bereist wie am Wettkampftag abgesperrt wurden.  Das Startgeld liegt je nach Anmeldezeitraum bei 5.500 - 7.000 thailändischen Baht, was 140 - 180 EUR entspricht. Kein Schnäppchen, aber dafür ist ein einmaliges Erlebnis mit einem Rundum-Wettkampf-Support garantiert.

Hier lässt es sich aushalten - die weitläufige Anlage des Outrigger Laguna Phuket Beach Resort - © tri2b.com

Als Unterkunft eigenen sich am besten die Hotels direkt in Laguna Phuket.  Ich war selbst im Outrigger Laguna Phuket Beach Resort untergebracht, welches direkt am Start und nur 500 Meter vom Ziel entfernt liegt. Vom Balkon konnte ich sogar direkt auf die Schwimmstrecken sehen. Die Unterkunft lässt definitiv keine Wünsche offen - große Zimmer, umfangreiches Frühstücksbuffet, mehrere Restaurants, großzügige Poollandschaft ... . Preislich ist man dort im November ab ca. 1.200 EUR für sieben Übernachtungen für zwei Personen im Doppelzimmer/Frühstück dabei.