Swiss Side Hadron Ultimate 800+ im Langzeittest

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 25.01.2017 um 10:55
Schnell, schwarz und ein unvergleichlicher Sound - so fällt die Kurzbeschreibung der Swiss Side Ultimate 800+ Aerolaufräder aus. Beim Ironman Hawaii 2015 fuhr Andreas Raelert mit dem Prototyp der Aero-Tüftler aus der Schweiz zum sensationellen zweiten Platz, seit dem Frühsommer 2016 ist das Laufrad-Topmodell aus dem Hause Swiss Side auch für den Endverbraucher erhältlich. Wir haben das Hadron Ultimate 800+ im vergangenen Sommer und Herbst über gut 2.000 Kilometer im harten Trainings- und Wettkampfeinsatz bei den unterschiedlichsten Bedingungen getestet.

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Mit der Hadron Ultimate-Serie, neben dem hohen Felgenprofil 800+ gibt es auch noch die flacheren Varianten 625 und 485, hatte sich Swiss Side erstmals an die Entwicklung einer Vollcarbonfelge gewagt. Optisch ähneln sich die Ultimates stark der normalen, in einer Hybridbauweise mit Alufelge aufgebauten, Hadron-Serie. Dabei ist der Unterschied weit mehr als nur die nun komplett schwarze Farbe und die Vollcarbon-Konstruktion.  Die Swiss Side-Crew um Technical Director Jean Paul-Ballard hat versucht, mit ihrem Aerodynamikwissen aus der Formel-1,  den vielen Testserien ihres Instrumented-Bike-Projekts, CFD-Simulationen am Computer und Windtunneltests, die schon mit Testsiegen und Testauszeichnungen bedachte Hadron-Serie nochmals zu verbessern.

Die Basis der Hadron Ultimate-Laufräder ist die aus der Formel-1 abgeleitete und patentierte Carbon-Carbon-Hybridkonstruktion. Die an sich flache Carbonfelge trägt die eigentliche Last und sorgt für die Stabilität. Das Hochprofil ist "nur" Verkleidung und ist hinsichtlich der Form aerodynamisch optimiert.  Laut der hauseigenen Tests spart das Hadron Ultimate 800+ nochmals ein halbes Watt gegenüber dem Standard Hadron 800+ in der Renngeschwindigkeit ein. Für den besten Leichtlauf sorgen die schon standardmäßig verbauten Keramiklager. Dank der reinen Carbonkonstruktion speckte das Hadron Ultimate 800+ auch beim Gewicht ab und soll aber trotzdem mehr Steifigkeit vermitteln. 180 Gramm weniger bringt der komplette Laufradsatz nun gegenüber der Alu-Carbon-Konstruktion auf die Waage. Mit seinen angegebenen 1.715 Gramm liegt der Swiss Side-Satz nun sogar vor so manchem hochdekorierten Aerowheel-Klassiker.

Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis: 1.998.- € kostet der Hadron Ultimate 800+ im Swiss Side-Webshop. Dank des Direktvertriebs liegt das Swiss Side-Topmodell allerdings preislich immer noch unter dem Niveau vieler Mitbewerber, die über den Fachhandel verkaufen.     

 

Langzeitpraxistest Fazit:

 

Bei unserem Langzeittest haben wir die Swiss Side Hadron Ultimate 800+ auf einem Scott Plasma 3 gefahren. Als Reifen kamen Continental Grand Prix 4000 (23 mm) zum Einsatz. "Die haben schon einen etwas bollerigen  Eindruck gemacht und das Aufziehen der Reifen war etwas schwierig," so der erste Eindruck unseres Testfahrers Peter Nowak nach dem Auspacken und der Erstmontage. Einen Aha-Effekt gab es dann bei der ersten Ausfahrt. Absolute Laufruhe und in der Tat eine wirklich sehr gute Steifigkeit, auch bei harten Antritten im Wiegetritt, attestierte unser Tester den Hadron Ultimate 800+.

Die wohl spannendste Frage, wenn es um Laufräder mit Carbonbremsflanken geht: Wie bremst es sich? Bei den ersten Ausfahrten war das Bremsen immer mal wieder von einem unangenehmen Ruckeln begleitet, das allerdings, je besser die Bremsbeläge eingefahren waren, komplett verschwand. Bei Nässe verlor auch die Hadron Ultimate-Felge natürlich etwas an Bremskraft, allerdings war die Bremsleistung nach Aussagen unseres Testers auch im bergigen Terrain noch voll im Soll und vor allem gut dosierbar.

Ebenso spannend: Wie verhält sich das 80 bzw. 85 mm hohe Felgenprofil bei Seitenwind? Gleich beim ersten Wettkampfeinsatz  gab es die Antwort. Windstärke 4 und Böen bis 70 km/h waren zu meistern. "Im Wettkampf war das Rad trotz des böigen Windes sehr gut zu handeln", so das Fazit vom ersten Renneinsatz. Insgesamt war der Laufradsatz gut 2.000 Kilometer im Einsatz; Probleme, Defekte und ungewöhnliche Abnutzungserscheinungen: Fehlanzeige. Den ultimativen Test gab es dann beim Ironman Barcelona. Nach sehr schnellen 4:43:10 Stunden stellte Peter Nowak sein Scott Plasma mit den Swiss Side Ultimate 800+ nach 180 Kilometern wieder ab. "Was mir sehr deutlich aufgefallen ist: Der Seitenwind packt nicht so, wie ich es eigentlich gewöhnt bin. Es gab ein paar Passagen auf der Strecke in Barcelona, wo der Wind doch recht kräftig von der Seite kam. War aber kein Problem im Wettkampf."

Das Gesamtfazit fiel nach der Testsaison dann auch demensprechend positiv aus. "Super Gesamtpaket, tolle Optik, gekrönt von geilstem Sound. Ich bin sehr zufrieden mit den Laufrädern und freue mich schon auf den nächsten Wettkampf", so unser Tester Peter Nowak, der die Swiss Side Ultimate 800+ übrigens auch am 14. Oktober 2017 beim Ironman Hawaii fahren wird.  

Technische Details

Hersteller Swiss Side
Modell Hadron Ultimate 800+
empf. VK Preis in Euro 1.998 €
Gewicht Vorderrad 766 g
Gewicht Hinterrad 949 g
Speichen vorne 18 (radial), hinten 24 (Zahnkranzseite 2-fach gekreuzt)
Freilauf standardmäßig Shimano (8-11 fach kompatibel)
Felgenbreite Bremsflanke max. 23 mm
Felgenbreite maximal 28 mm
Felgenhöhe 80 mm (VR), 85 mm (HR)
max. Fahrergewicht 105 kg
Garantie zweijährige Herstellergarantie
Website www.swissside.com

Bewertung

Preis/Leistungsverhältnis- +
Verarbeitung- +
Rundlauf- +
Bremsverhalten- +
Gewicht- +
Fahr- und Lenkverhalten bei Seitenwind- +
Service-Netz- +