Der Laufschuh Zoot Ultra Racer

D. Wachter/tricomponents.info am 14.11.2008 - 10:13 Uhr
Der Ultra Racer gehört zu den wenigen, rein für den Triathlonsport ausgelegten Laufschuhen. Dies äußert sich in den vielen Details des Schuhs, die ihn gerade für die Multisportler attraktiv erscheinen lassen sollen – ein einfach zu bedienendes Schnellschnürsystem, Lasche und Ferse mit Einstiegshilfe, eine sauber innen vernähte Schuhzunge. Unter dem Strich soll der Ultra Racer einen effizienten, schnell zu laufenden und schnell zu wechselnden Schuh darstellen. Wie sieht es damit tatsächlich in der Praxis aus?



Passform / Komfort
Uns ist sofort aufgefallen, dass der Ultra Racer eine hohe Fersenlasche, einen tiefen Knöchelschnitt und dann wieder eine hohe Zungenlasche aufweist. Durch die überdurchschnittlich großen Flächen kamen uns Bedenken auf, dass diese möglicherweise potentielle Scheuerstellen sein können. Während unserer Tests wurden wir allerdings eines besseren belehrt. Tatsächlich dienen die beiden Laschen lediglich dem sehr sauberen Handling für den schnellen Einstieg in den Schuh. Danach fallen die beiden hoch konzipierten Schuhteile überhaupt nicht negativ auf – das Konzept der schnellen Einstiegshilfe geht uneingeschränkt auf.

Ist man dann im Schuh drin, greift das durchweg effiziente Schnellschnürsystem. Ein einziger Handgriff und der Schuh sitzt enger. Selbst bei übermäßigem Zug auf das System kommt es zu keinem konzentrierten Druckpunkt – das System gleicht harmonisch aus. Ebenso einfach mit der einen Hand ist auch das Lockern des Systems möglich. Auch hier zeigt der Schuh keine Schwächen.

Zoot Ultra Racer
Foto: Zoot Ultra Racer
Rechte: Zoot


Nach den ersten Laufschritten fällt unweigerlich auf, dass der Schuh recht breit in seiner Sohlenpassform konzipiert ist. Grundlegend stellt dies keinerlei Probleme da, wenn man einen neutralen Wettkampschuh sucht, der Bewegungsfreiheit des Fußes innerhalb des Schuhs gewährt. Wir sind den Schuh auch längere Strecken (15 bis 25 km) gelaufen und das auch mehrfach, damit wir ein Gefühl bekommen, wie es sich mit langen Wettkampfstrecken verhält. Ebenso auffällig wie die Breite des Schuhs ist auch sein gutes Mikroklima. Zu jeglichen Intensitäten kam genügend Luft an den Fuß, damit dieser nicht übermäßig zu transpirieren hat. So verhielt es sich bei unseren Tests mit und ohne Socken. Das Stichwort „ohne Socken“ führt zum nächsten charakteristischen Punkt des Ultra Racers: Die sorgfältig verarbeitete Zunge des Schuhs ist perfekt – keine störende Naht, keine markanten Druckpunkte.

Es bleiben noch das Obermaterial und das Lauf- und Abrollverhalten zu erwähnen. Ersteres ist zugunsten des Mikroklimas sehr durchlässig und somit auch weich gehalten. Stabilität wird hier im Gegensatz zu einem klassischen Lightweight-Schuh nicht gegeben, allerdings ist dies bei Wettkampfschuhen üblich.

Performance
Das Abrollverhalten gestaltet sich sehr stabil und im Vorfußbereich sehr segmental. Die Ferse ist für einen Wettkampfschuh recht stabil, was sich allerdings in starker Abhängigkeit zur Schnürstärke verhält. Der Mittelfußbereich hat einen hohen Grad an Stabilität, das Gesamtkonzept ist dennoch sehr leicht – das Karboninlay im Mittelfußbereich scheint gut und sinnvoll eingearbeitet zu sein. Der Vorfuß weißt die wettkampftypische Bodenkontaktfreudigkeit auf, so wie eigentlich die gesamte Sohle. Nur wirkt der Ultra Racer im vorderen Bereich sehr flexibel und dynamisch. Der Ultra Racer scheint für schnelles Tempo im Training und Wettkampf zu leben, was uns erfreut hat. Zumal sehr deutlich zu spüren ist, dass man den flachen Schuh etwas „anders“ läuft als Konkurrenzmodelle. In derselben Riege kann nur noch Diadoras Ironmythos genannt werden.

Und wie bereits bei Passform und Komfort erwähnt, ist der Schuh ein absoluter Garant für schnelle Wechsel in T2. Kein weiterer Schuh hat sich aus unserer Erfahrung so schnell anziehen lassen, selbst wenn der Fuß wirklich nass war.

Fazit
In unserem Probandenkollektiv sind wir einstimmig zu der Meinung gekommen, dass der Ultra Racer erfrischend anders ist. Sein gesamtes Konzept ist sehr komplett und alle erdachten Details gehen äußerst gut auf. Er ist sehr schnell zu laufen und der nötige kleine Komfort bei längeren Distanzen ist durchaus gegeben. Der Mittelfuß- oder Vorfußläufer sollte vor allem auf den Langdistanzen mit dem Ultra Racer seine Freude haben – wir hatten Sie. Schaut euch den Schuh an, er ist es allemal wert.