Triathlon-Laufschuhtest: Wieviel bringt angepasstes Schuhwerk?
H. Eggebrecht für tri2b.com am 23.04.2010 - 22:15 Uhr

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Laufen ist im Hinblick auf das benötigte Material die einfachste der drei Triathlon-Disziplinen. Fast immer entscheidet sich aber auf der Laufstrecke die Frage nach Sieg oder Niederlage, gutem oder schlechtem Rennen – egal ob Profi oder Hobbytriathlet. Erstmals präsentieren wir deshalb einen tri2b.com-Laufschuhtest, in dem wir 18 Modelle aus den Segmenten „Lightweighttrainer und Wettkampfschuhe“ aus den aktuellen Sortimenten der Saison 2010 getestet haben.
Zur Testübersicht Lightweighttrainer
Zur Testübersicht Wettkampfschuhe
Laufen ist aber nicht gleich Laufen im Triathlon, denn selbstverständlich hat die gewählte Streckenlänge, von 5 km im Volkstriathlon bis 42 km im Ironman, einen Einfluss auf die Auswahl des Schuhmodells. Noch weit wichtiger ist aber die richtige Einordung der eigenen Leistungsfähigkeit, die Miteinbeziehung der orthopädischen Gegebenheiten und des Körperbaus.
Blick auf die Besten
Trotz dieser Individualität wird natürlich gerne geschaut mit welcher Fußbereifung die Profis ihre Rennen in Angriff nehmen. Bei einem WM-Rennen über die Kurzdistanz haben die Athleten ausnahmslos reine, superleichte Wettkampfschuhe am Fuß. Über längere Distanzen schaut die Wahl des Schuhs schon etwas anders aus. Ein Teil vertraut weiterhin auf die ganz leichten, eher unkomfortablen Racingschuhe. Sehr oft sieht man an den Füßen der Toppros auf den Ironman-Strecken der Welt auch etwas stabilere und dämpfendere Lightweighttrainer-Modelle.
Doch wie soll sich jetzt der Hobbyathlet entscheiden. Männliche Profiathleten laufen im Ironman oft Zeiten von 2:50-3:00 Std. Zeiten die für Agegrouper auch im Solomarathon für immer ein Traum bleiben. Für den Großteil der Altersklassen-Athleten bleiben die Uhren für den Marathon bei einem Langdistanztriathlon jenseits der 3:30 Stunden und auch deutlich länger stehen. Sinkt die Geschwindigkeit in ein Tempo von fünf bis sechs Minuten je Kilometer ab, dann wird die Verweildauer des Fußes in der Standphase deutlich länger und demensprechend muss in diesem Zeitraum der Schuh dem Fuß auch mehr Unterstützung und Dämpfung bieten.
Klassische Trainingsschuhe oder doch eine leichtere Alternative?
Wie der aktuelle Test zeigt, bieten eigentlich alle getesteten Lighweighttrainer auch im langsameren Lauftempo ein ausreichendes Stabilitätsgefühl und den entsprechenden Komfort. Mit Ausnahme von Läufern und Läuferinnen mit hohem Körpergewicht (Männer: > 85-90 kg/Frauen: > 70-75 kg ) oder sehr deutlicher Überpronationstendenz kann man deshalb auch Hobbyathleten, die ihren Ironman-Marathon um die vier Stunden laufen, einen etwas leichteren Schuh empfehlen. Es stellt sich natürlich noch die Frage, welche Vorteile die leichteren Schuhe wirklich bringen. Mehrere Minuten und endlich die ersehnte Hawaii-Quali? Während beim Radfahren diverse Komponenten wie Laufräder und Reifen im Test sehr leicht hinsichtlich der Leistungseinsparung bewertet werden können, ist dies für Laufschuhe so nicht möglich. Vom Gewichtsunterscheid können das je Schuh schon mal um die 100 Gramm sein. Bei ca. 35.000-40.000 Schritten auf den 42,2 Kilometern kommt deshalb eine mehr zu bewegende Masse im Tonnenbereich zusammen. Dem entgegen stehen aber die Stabilitätseinbußen des leichteren Schuhs, wofür der Läufer mehr Muskelkraft einsetzen muss.
Leichte Schuhe: Vorteile in der Hitzeschlacht - im Training testen
Unbestritten ist aber, dass leichtere Laufschuhe durch die meist deutlich geringere Abfütterung mit Schaumstoff im Schaftbereich wesentlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Hitzemarathons, in denen Schwämme oder gar volle Wasserbecher über dem Kopf ausgedrückt werden und unter kühlenden Duschen durchgerannt wird, nehmen so leichte Schuhe weniger Wasser auf und bleiben auch leichter als vergleichsweise Trainingsschuhmodelle. Spezielle Triathlonschuhmodelle, wie zum Beispiel von Zoot mit integrierten Abfluss- und Durchlüftungslöchern in der Laufsohle, sind dahingehend optimiert. Nicht zu vergessen ist aber auch das Gefühl am Fuß. Wer nach 180 km vom Rad steigt, fühlt sich in einem leichten, luftigen Schuh, in dem der sparsam eingesetzte Fußabdruck nicht in einer superweichen Dämpfung verloren geht, oft einfach wohler.
Um einen messbaren Nutzen aus leichteren Laufschuhen im Wettkampf ziehen zu können ist es unbedingt nötig, die Schuhe auch im Training und insbesondere im wettkampfnahen Training auszuprobieren und sich daran zu gewöhnen. Lauftechnik-, Intervall und Koppeltraining sind der richtige Einsatzbereich für leichte Laufschuhe im Trainingsalltag. Im Hinblick auf die Triathlon-Langdistanz sollte im Vorfeld auch einmal über eine längere Distanz mit dem Schuh der Wahl gelaufen werden.
Kurzdistanz: Sekundenschinden beim Wechsel
Auf der Sprint- und Kurzdistanz geht es bei der richtigen Schuhwahl verstärkt auch um das Einstiegs- und Verschluss-System. Ein wirklich schneller Wechsel kann auf kurzen Distanzen schon mal das Duell gegen den Vereinskumpel vorentscheiden. Neben dem Wechseltraining, dass wirklich alle Handgriffe richtig sitzen und dem gewissenhaften Aufbau der Wechselzone bzw. packen der Wechseltüte, können hier Schuhe mit Fingerschlaufen an der Ferse (z.B. Saucony Type A3, Zoot Modelle) den Einstieg deutlich erleichtern. Das Ausrüsten der Schuhe mit einem Schnellschnürsystem (Gummischnürsenkel) oder zumindest mit den altgedienten Tanka-Verschlüssen ist für einen fixen Wechsel obligatorisch.
Zu guter letzt sei noch kurz auf die aktuell polarisierende Diskussion über den Sinn und Unsinn von Dämpfung- und Stützsystemen hingewiesen. Der Trend aller Hersteller geht ganz klar zu leichteren, mit natürlicherem Laufgefühl ausgestatteten, Schuhen. Allerdings benötigt ein Großteil der Hobbytriathleten aufgrund oft zu geringer laufspezifischer Athletik-Ausbildung einfach ein gewisses Maß an Dämpfung und Bewegungskontrolle in den Alltagstrainingsschuhen. Bei der Auswahl der hier getesteten Lightweighttrainern und Wettkampfschuhen spielt dies aber eine untergeordnete Rolle. Hier sollte ganz bewusst nach Passform und Laufgefühl entschieden werden.
Wie haben wir getestet:
Hauptkriterium des Tests war die Beschreibung des Laufgefühls in den verschiedenen Tempobereichen, wie sie im Triathlon von der Kurz- bis zur Langdistanz vorkommen. Alle Schuhe wurden von den Testern in den entsprechenden Geschwindigkeitsbereichen gelaufen und hinsichtlich wahrgenommenem Komfort, Stabilität und Abdruckverhalten bewertet. Abgerundet wird der Test mit einem Kurzsteckbrief, der u.a. Anhaltspunkte zu Passform, Schnürsystem und verfügbaren Größen gibt.
Zur Testübersicht Lightweighttrainer
Zur Testübersicht Wettkampfschuhe
Laufen ist aber nicht gleich Laufen im Triathlon, denn selbstverständlich hat die gewählte Streckenlänge, von 5 km im Volkstriathlon bis 42 km im Ironman, einen Einfluss auf die Auswahl des Schuhmodells. Noch weit wichtiger ist aber die richtige Einordung der eigenen Leistungsfähigkeit, die Miteinbeziehung der orthopädischen Gegebenheiten und des Körperbaus.
Blick auf die Besten
Trotz dieser Individualität wird natürlich gerne geschaut mit welcher Fußbereifung die Profis ihre Rennen in Angriff nehmen. Bei einem WM-Rennen über die Kurzdistanz haben die Athleten ausnahmslos reine, superleichte Wettkampfschuhe am Fuß. Über längere Distanzen schaut die Wahl des Schuhs schon etwas anders aus. Ein Teil vertraut weiterhin auf die ganz leichten, eher unkomfortablen Racingschuhe. Sehr oft sieht man an den Füßen der Toppros auf den Ironman-Strecken der Welt auch etwas stabilere und dämpfendere Lightweighttrainer-Modelle.
Doch wie soll sich jetzt der Hobbyathlet entscheiden. Männliche Profiathleten laufen im Ironman oft Zeiten von 2:50-3:00 Std. Zeiten die für Agegrouper auch im Solomarathon für immer ein Traum bleiben. Für den Großteil der Altersklassen-Athleten bleiben die Uhren für den Marathon bei einem Langdistanztriathlon jenseits der 3:30 Stunden und auch deutlich länger stehen. Sinkt die Geschwindigkeit in ein Tempo von fünf bis sechs Minuten je Kilometer ab, dann wird die Verweildauer des Fußes in der Standphase deutlich länger und demensprechend muss in diesem Zeitraum der Schuh dem Fuß auch mehr Unterstützung und Dämpfung bieten.
Klassische Trainingsschuhe oder doch eine leichtere Alternative?
Wie der aktuelle Test zeigt, bieten eigentlich alle getesteten Lighweighttrainer auch im langsameren Lauftempo ein ausreichendes Stabilitätsgefühl und den entsprechenden Komfort. Mit Ausnahme von Läufern und Läuferinnen mit hohem Körpergewicht (Männer: > 85-90 kg/Frauen: > 70-75 kg ) oder sehr deutlicher Überpronationstendenz kann man deshalb auch Hobbyathleten, die ihren Ironman-Marathon um die vier Stunden laufen, einen etwas leichteren Schuh empfehlen. Es stellt sich natürlich noch die Frage, welche Vorteile die leichteren Schuhe wirklich bringen. Mehrere Minuten und endlich die ersehnte Hawaii-Quali? Während beim Radfahren diverse Komponenten wie Laufräder und Reifen im Test sehr leicht hinsichtlich der Leistungseinsparung bewertet werden können, ist dies für Laufschuhe so nicht möglich. Vom Gewichtsunterscheid können das je Schuh schon mal um die 100 Gramm sein. Bei ca. 35.000-40.000 Schritten auf den 42,2 Kilometern kommt deshalb eine mehr zu bewegende Masse im Tonnenbereich zusammen. Dem entgegen stehen aber die Stabilitätseinbußen des leichteren Schuhs, wofür der Läufer mehr Muskelkraft einsetzen muss.
Leichte Schuhe: Vorteile in der Hitzeschlacht - im Training testen
Unbestritten ist aber, dass leichtere Laufschuhe durch die meist deutlich geringere Abfütterung mit Schaumstoff im Schaftbereich wesentlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Hitzemarathons, in denen Schwämme oder gar volle Wasserbecher über dem Kopf ausgedrückt werden und unter kühlenden Duschen durchgerannt wird, nehmen so leichte Schuhe weniger Wasser auf und bleiben auch leichter als vergleichsweise Trainingsschuhmodelle. Spezielle Triathlonschuhmodelle, wie zum Beispiel von Zoot mit integrierten Abfluss- und Durchlüftungslöchern in der Laufsohle, sind dahingehend optimiert. Nicht zu vergessen ist aber auch das Gefühl am Fuß. Wer nach 180 km vom Rad steigt, fühlt sich in einem leichten, luftigen Schuh, in dem der sparsam eingesetzte Fußabdruck nicht in einer superweichen Dämpfung verloren geht, oft einfach wohler.
Um einen messbaren Nutzen aus leichteren Laufschuhen im Wettkampf ziehen zu können ist es unbedingt nötig, die Schuhe auch im Training und insbesondere im wettkampfnahen Training auszuprobieren und sich daran zu gewöhnen. Lauftechnik-, Intervall und Koppeltraining sind der richtige Einsatzbereich für leichte Laufschuhe im Trainingsalltag. Im Hinblick auf die Triathlon-Langdistanz sollte im Vorfeld auch einmal über eine längere Distanz mit dem Schuh der Wahl gelaufen werden.
Kurzdistanz: Sekundenschinden beim Wechsel
Auf der Sprint- und Kurzdistanz geht es bei der richtigen Schuhwahl verstärkt auch um das Einstiegs- und Verschluss-System. Ein wirklich schneller Wechsel kann auf kurzen Distanzen schon mal das Duell gegen den Vereinskumpel vorentscheiden. Neben dem Wechseltraining, dass wirklich alle Handgriffe richtig sitzen und dem gewissenhaften Aufbau der Wechselzone bzw. packen der Wechseltüte, können hier Schuhe mit Fingerschlaufen an der Ferse (z.B. Saucony Type A3, Zoot Modelle) den Einstieg deutlich erleichtern. Das Ausrüsten der Schuhe mit einem Schnellschnürsystem (Gummischnürsenkel) oder zumindest mit den altgedienten Tanka-Verschlüssen ist für einen fixen Wechsel obligatorisch.
Zu guter letzt sei noch kurz auf die aktuell polarisierende Diskussion über den Sinn und Unsinn von Dämpfung- und Stützsystemen hingewiesen. Der Trend aller Hersteller geht ganz klar zu leichteren, mit natürlicherem Laufgefühl ausgestatteten, Schuhen. Allerdings benötigt ein Großteil der Hobbytriathleten aufgrund oft zu geringer laufspezifischer Athletik-Ausbildung einfach ein gewisses Maß an Dämpfung und Bewegungskontrolle in den Alltagstrainingsschuhen. Bei der Auswahl der hier getesteten Lightweighttrainern und Wettkampfschuhen spielt dies aber eine untergeordnete Rolle. Hier sollte ganz bewusst nach Passform und Laufgefühl entschieden werden.
Wie haben wir getestet:
Hauptkriterium des Tests war die Beschreibung des Laufgefühls in den verschiedenen Tempobereichen, wie sie im Triathlon von der Kurz- bis zur Langdistanz vorkommen. Alle Schuhe wurden von den Testern in den entsprechenden Geschwindigkeitsbereichen gelaufen und hinsichtlich wahrgenommenem Komfort, Stabilität und Abdruckverhalten bewertet. Abgerundet wird der Test mit einem Kurzsteckbrief, der u.a. Anhaltspunkte zu Passform, Schnürsystem und verfügbaren Größen gibt.
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