Abu Dhabi Int. Triathlon: Eneko Llanos mit den schnellsten Beinen

tri2b.com - Redaktion am 02.07.2010 - 15:31 Uhr

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Der Spanier Eneko Llanos und die Britin Julie Dibens sind die Premierensieger des Abu Dhabi International Triathlon. Llanos verwies nach 3 km Schwimmen, 200 km Radfahren und 20 km Laufen den Luxemburger Dirk Bockel und den Dänen Rasmus Henning auf die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen setzte sich die Topfavoritin Dibens trotz eines Reifendefekts auf der Radstrecke durch. Die weiteren Podestplätze gingen an Leanda Cave (GBR) und Virginia Berasategui-Luna (ESP). Bester Deutscher wurde der Münchner Faris Al-Sultan auf dem sechsten Platz.

Fast wie erwartet wurde es am Ende eine Entscheidung zwischen den besten Läufern. Eneko Llanos wechselte nach dem Radfahren in einer siebenköpfigen Spitzengruppe, der nur der Belgier Frederik van Lierde auf den letzten Kilometern um eine gute halbe Minute enteilen konnte, auf die Laufstrecke. Schon auf den ersten Kilometern setzte sich dann der Spanier von seinen direkten Kontrahenten ab und lief schnell 30 Sekunden Vorsprung heraus. Diese, Bockel und Henning, kämpften hart um Rang zwei, Llanos konnten sie jedoch nicht mehr gefährden. Der aktuelle Xterra-Weltmeister siegte nach 6:34:37 Stunden mit 53 Sekunden Vorsprung vor Bockel (6:35:30), der gegen Ende Henning (6:36:07) noch auf Rang drei distanzieren konnte. „Die letzten zwei Kilometer waren richtig hart. Es ist halt nicht wie einem Halb-Ironman, wir hatten schließlich 200 km Radfahren in den Beinen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass starke Radfahrer hier wegfahren und eine große Lücke reißen. Aber man weiß nie was wirklich passiert“, resümierte Sieger Llanos, der seinen ersten Aufenthalt in Abu Dhabi sichtlich genoss.



Dirk Bockel: “Erst fehlgeleitet, dann kam keiner weg“
Zuvor warteten die Zuschauer vergebens auf Überraschungsmomente. 15 Athleten, darunter auch die Deutschen Al-Sutan, Andi Böcherer und Maik Twelsiek, entstiegen innerhalb von 28 Sekunden der Lagune vor dem Emirates Palace Hotel. Schnell bildete sich danach auf dem Rad eine circa zehnköpfige Spitzengruppe, die dann allerdings fehlgeleitet wurde. Dirk Bockel gegenüber tri2b.com: „Wir mussten wieder zurückfahren, dadurch konnte auch andere Athleten wieder aufschließen“. Im weitern Rennverlauf versuchten immer wieder einzelne Athleten wegzufahren, allerdings ohne Erfolg. Erst nach der 100 km Marke konnten einige Athleten, darunter auch der Schweizer Ronnie Schildknecht, das Tempo an der Spitze, die laut Aussagen der begleitenden Kampfrichter und Presseleute immer fair fuhr, nicht mehr mitgehen und fielen zurück. Faris Al-Sultan hatte mit einem technischen Defekt zu kämpfen, der Geschwindigkeitssensor an seinem Rad hatte sich gelöst und drohte ins Laufrad zu geraten, Al-Sultan musste anhalten, um das Problem zu beheben.

Er zeigte dann aber auf der Laufstrecke eine starke kämpferische Leistung, überholte unter anderem seinen Teamkollegen Andi Böcherer und auch Maik Twelsiek vom Commerzbank Triathlon Team, und sicherte sich so Rang sechs und den Titel des besten Deutschen. Böcherer wurde Achter, Twelsiek Neunter.

Nur ein platter Reifen verhindert einen Start-Ziel-Sieg
Ganz anders war der Rennverlauf im Frauenrennen, den Julie Dibens fast durchwegs diktierte. Selbst nach den 3 km Schwimmen ließ es sich die Britin nicht nehmen eine fünfköpfige Führungsgruppe mit Leanda Cave, Rachel Yoyce, Tereza Marcel und Lucie Zelenkova an der Spitze in die erste Wechselzone zu führen. Auf dem Radkurs ging die amtierende Ironman 70.3 Weltmeisterin dann schnell alleine in Führung. Schon sehr bald hatte Dibens knapp drei Minuten auf ihre erste Verfolgerin Cave, die zwischenzeitlich durch einen platten Reifen von Dibens, „bei Kilometer 75 musste ich 20 km auf der Felge fahren“, nochmals herankam und dadurch sogar die Führung übernehmen konnte. „Erst bei km 95 bekam ich ein neues Laufrad. Es war dann richtig hart wieder zu Leanda aufzuschließen“ beschrieb die Siegerin die wohl entscheidende Rennsituation. Dibens fand danach wieder ihren Rhythmus und konnte auf den letzten 50 km, auf denen sie sich dann sogar wieder „richtig stark“ fühlte, noch drei Minuten Vorsprung herausfahren.

Dibens: „Es war ein Überlebenslauf“
Mit diesem Abstand ging die Britin dann auch in die abschließenden 20 Laufkilometer. Zuerst kam Cave nochmals bis auf fast eine Minute heran, die kurze Zeit später aber der Mittagshitze Tribut zollen musste und Sekunde um Sekunde verlor. Dibens (7:08:25), die im Ziel von einem reinen „Überlebenslauf“ sprach, hatte am Ende knapp vier Minuten Vorsprung auf Cave (7:12:23), die damit einen britischen Doppelerfolg feiern konnten. Cave wiederum hatte exakt sechs Minuten Vorsprung auf die drittplazierte Virginia Berasategui-Luna (7:18:23), die trotz ihres im Training auf Mallorca erlittenen Radunfalls ein ausgeglichenes Rennen ablieferte. Vierte wurde die Schweizerin Caroline Steffen, die sich durch eine schnelle Laufzeit noch nach vorne schieben konnte. Die ebenfalls hochgehandelte Niederländerin Yvonne van Vlerken hat dem Rennausgang an der Spitze nicht zu tun. Schon beim Schwimmen ohne Neopren handelte sich die ehemalige Weltbestzeithalterin auf der Triathlon-Langdistanz fast acht Minuten Rückstand auf die Besten ein. Am Ende bedeutete das Rang acht für van Vlerken, allerdings noch vor so bekannten Namen wie Rebekah Keat und Tereza Marcel.

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