Dem Frühling entgegen : Schwimmen unterm Sternenhimmel
Daniela Pezenburg am 01.03.2010 - 11:39 Uhr

© Daniela Petzenburg
Trikot, Hose, Schuhe angezogen, Helm aufgesetzt und los geht´s. Bei diesem Winter in Deutschland eine unglaubliche Vorstellung. Keine Handschuhe, keine Überschuhe, keinen inneren Schweinehund überlisten, um bei der Kälte Rad zu fahren. Anstelle von Minusgraden über 24 Grad und Sonnenschein – hört sich traumhaft an – also auf in den Süden!
Nur 4,5 Flugstunden trennen uns vom Frühling. Fast wie eine Zeitreise kommt es uns vor, als wir auf Fuerteventura landen. Warum habe ich eigentlich so viele lange Klamotten eingesteckt? Trotz der sonnigen Aussichten laut Wettervorhersage konnte ich es wohl nicht realisieren, dass es auf dieser Welt Orte gibt, wo meine Handschuhe überflüssig sind.
Unser Hotel, das Las Playitas, liegt im Südosten der Insel und bietet dem Sportlerherz alles, was es begehrt: einen olympischen Pool, Joggingpfade, ein Fitnessstudio, eine Fahrradwerkstatt und direkten Zugang zum Meer, in dem ich einige „Neoprener“ schwimmen sehen. Ich kann es kaum erwarten loszulegen. Bei wolkenlosem Himmel und 24 Grad schrauben wir unsere Räder zusammen und wollen eine Begrüßungsrunde drehen – halt, die Sonnencreme, ja Sonnencreme, schon fast ein Fremdwort für uns. Umso mehr freuen wir uns, dass wir sie benutzen „müssen“.
Die ersten Kilometer verleihen mir minutenlange Glücksgefühle – endlich wieder auf meinem Rennrad, endlich fahren, ohne zu frieren. Ich trete in die Pedale und fühle mich wie ein junges Fohlen, das zum ersten Mal auf die Weide gelassen wird. Die kleine Erkundungsfahrt macht soviel Spaß, dass ich gar nicht umdrehen möchte. Da ich mit einem Rennradrookie unterwegs bin, will ich am ersten Tag nicht gleich übertreiben. Im Hotel angekommen, habe ich noch immer dieses Kribbeln, eine Art freudige Spannung wie kurz vor dem Start eines Wettkampfes, vermutlich, die Vorfreude auf eine Woche „Sommer“.
Die Temperaturen sinken am Abend nur ein paar Grad ab. Es ist also noch warm genug, entspannt ein paar Bahnen im beheizten Pool zu ziehen. Die Dunkelheit verleiht dem beleuchteten Becken schon fast etwas Mystisches. Beim Rückenschwimmen blicke ich in den Sternenhimmel. Es ist schon verrückt, heute Morgen kratze ich noch das Eis von den Scheiben, um zum Flughafen zu kommen und jetzt schwimme hier draußen.
Wer sagt, dass Schwimmtraining keinen Spaß macht?
Am nächsten Morgen gehe ich als erstes zum Pool. Die Sonne scheint, einige Athleten dehnen sich am Beckenrand. Die meisten Bahnen sind von Triathleten oder ganzen Schwimmgruppen belegt, überall liegen Paddles, Poolbouys und Bretter herum. Irgendwie bekomme ich bei diesem bunten Treiben Gänsehaut und denke mir, wie schön es doch ist, diesen Sport machen zu können. Meine 3 km Technikprogramm schwimmen sich weg wie nichts, ganz anders als zu Hause im Hallenbad.
Gegenwind in Richtung Norden
Für die gesamte Woche ist Sonnenschein angesagt, unsere Touren, die einen Umfang zwischen 60 und 120 Kilometer haben, bringen uns am ersten Tag ganz in den Süden. Eine schöne Einstiegstour mit einigen kurzen knackigen Anstiegen und tollen Ausblicken. Die Routen Richtung Norden verlaufen eher hügelig und sind daher auch bei längeren Strecken gut zu meistern. Wer es bergiger mag, sollte in Richtung Westküste abbiegen. Vorwiegend fahren wir auf den Hauptraßen, zu unserem Erstaunen sind aber auch die Nebenstraßen und kleinen Abzweige äußerst rennradtauglich. Nur die Strecke zum Flughafen ist aufgrund des kilometerlang rauen Asphalts gewöhnungsbedürftig. Hinzu kommt der Verkehr, der auf den anderen Straßen eher mäßig ist.
Der starke Gegenwind bei den Ausfahrten Richtung Norden lassen mich für die Rückfahrt auf hohe Geschwindigkeiten hoffen. Die hüglige Landschaft mit eher geraden Strecken ist ein wahres Fest für Geschwindigkeitsjunkies. Die oft mehr als 70 km/h sind durch die Weitläufigkeit des Gebietes gar nicht spürbar. Nur die natürliche Bremse des erneuten Anstiegs verhindert neue Rekorde. „Wahnsinn“ höre ich auf einmal hinter mir.
Guten Morgen Sonnenschein
In Berlin ist gerade gar nicht daran zu denken, mit Freude um 7 Uhr aufzustehen, um mein morgendliches Lauftraining zu starten. Hier wecken mich die Sonnenstrahlen und ich lechze förmlich danach, aufzustehen, T-Shirt und kurze Hose übergeworfen, in die Turnschuhe rein und los geht´s. Mit direktem Blick aufs Meer laufe ich über den Rasen zum Joggingpfad. Nach ein paar Metern bin ich von sämtlichen Möglichkeiten der Trainingsmethodik umgeben, die sich ein Läufer nur Wünschen kann - von ebenen Strecken über leichte Anstiege, bis hin zu langen, steilen Passagen, die mit einem wundervollen Ausblick belohnt werden. Und wem die Cross-Country Variante nicht so liegt, kann bedenkenlos auf den asphaltierten Straßen laufen, die meisten Autofahrer sind daran gewöhnt und sehr rücksichtsvoll.
Fazit der Reise:
Fuerteventura eignet sich aufgrund der guten Straßenverhältnisse und den meist moderaten Anstiegen selbst für Einsteiger mit Grundlagenausdauer. Aber auch eingefleischte Triathleten, die vor allem im Westen jede Menge Höhenmeter sammeln können, werden auf ihre Kosten kommen. Als Unterkunft ist das Hotel Las Playitas, für das u.a. Hannes-Hawaii-Tours Trainingslager anbietet ideal. Es bietet ein breites Spektrum an Trainingsmöglichkeiten für Triathleten und Sportbegeisterte. Wer also dem Winter entfliehen und schon erste Frühlingsgefühle haben möchte, sollte sich in den Süden begeben – und nicht vergessen, die Sonnencreme einzupacken.
Nur 4,5 Flugstunden trennen uns vom Frühling. Fast wie eine Zeitreise kommt es uns vor, als wir auf Fuerteventura landen. Warum habe ich eigentlich so viele lange Klamotten eingesteckt? Trotz der sonnigen Aussichten laut Wettervorhersage konnte ich es wohl nicht realisieren, dass es auf dieser Welt Orte gibt, wo meine Handschuhe überflüssig sind.
Unser Hotel, das Las Playitas, liegt im Südosten der Insel und bietet dem Sportlerherz alles, was es begehrt: einen olympischen Pool, Joggingpfade, ein Fitnessstudio, eine Fahrradwerkstatt und direkten Zugang zum Meer, in dem ich einige „Neoprener“ schwimmen sehen. Ich kann es kaum erwarten loszulegen. Bei wolkenlosem Himmel und 24 Grad schrauben wir unsere Räder zusammen und wollen eine Begrüßungsrunde drehen – halt, die Sonnencreme, ja Sonnencreme, schon fast ein Fremdwort für uns. Umso mehr freuen wir uns, dass wir sie benutzen „müssen“.
Die ersten Kilometer verleihen mir minutenlange Glücksgefühle – endlich wieder auf meinem Rennrad, endlich fahren, ohne zu frieren. Ich trete in die Pedale und fühle mich wie ein junges Fohlen, das zum ersten Mal auf die Weide gelassen wird. Die kleine Erkundungsfahrt macht soviel Spaß, dass ich gar nicht umdrehen möchte. Da ich mit einem Rennradrookie unterwegs bin, will ich am ersten Tag nicht gleich übertreiben. Im Hotel angekommen, habe ich noch immer dieses Kribbeln, eine Art freudige Spannung wie kurz vor dem Start eines Wettkampfes, vermutlich, die Vorfreude auf eine Woche „Sommer“.
Die Temperaturen sinken am Abend nur ein paar Grad ab. Es ist also noch warm genug, entspannt ein paar Bahnen im beheizten Pool zu ziehen. Die Dunkelheit verleiht dem beleuchteten Becken schon fast etwas Mystisches. Beim Rückenschwimmen blicke ich in den Sternenhimmel. Es ist schon verrückt, heute Morgen kratze ich noch das Eis von den Scheiben, um zum Flughafen zu kommen und jetzt schwimme hier draußen.
Wer sagt, dass Schwimmtraining keinen Spaß macht?
Am nächsten Morgen gehe ich als erstes zum Pool. Die Sonne scheint, einige Athleten dehnen sich am Beckenrand. Die meisten Bahnen sind von Triathleten oder ganzen Schwimmgruppen belegt, überall liegen Paddles, Poolbouys und Bretter herum. Irgendwie bekomme ich bei diesem bunten Treiben Gänsehaut und denke mir, wie schön es doch ist, diesen Sport machen zu können. Meine 3 km Technikprogramm schwimmen sich weg wie nichts, ganz anders als zu Hause im Hallenbad.
Gegenwind in Richtung Norden
Für die gesamte Woche ist Sonnenschein angesagt, unsere Touren, die einen Umfang zwischen 60 und 120 Kilometer haben, bringen uns am ersten Tag ganz in den Süden. Eine schöne Einstiegstour mit einigen kurzen knackigen Anstiegen und tollen Ausblicken. Die Routen Richtung Norden verlaufen eher hügelig und sind daher auch bei längeren Strecken gut zu meistern. Wer es bergiger mag, sollte in Richtung Westküste abbiegen. Vorwiegend fahren wir auf den Hauptraßen, zu unserem Erstaunen sind aber auch die Nebenstraßen und kleinen Abzweige äußerst rennradtauglich. Nur die Strecke zum Flughafen ist aufgrund des kilometerlang rauen Asphalts gewöhnungsbedürftig. Hinzu kommt der Verkehr, der auf den anderen Straßen eher mäßig ist.
Der starke Gegenwind bei den Ausfahrten Richtung Norden lassen mich für die Rückfahrt auf hohe Geschwindigkeiten hoffen. Die hüglige Landschaft mit eher geraden Strecken ist ein wahres Fest für Geschwindigkeitsjunkies. Die oft mehr als 70 km/h sind durch die Weitläufigkeit des Gebietes gar nicht spürbar. Nur die natürliche Bremse des erneuten Anstiegs verhindert neue Rekorde. „Wahnsinn“ höre ich auf einmal hinter mir.
Guten Morgen Sonnenschein
In Berlin ist gerade gar nicht daran zu denken, mit Freude um 7 Uhr aufzustehen, um mein morgendliches Lauftraining zu starten. Hier wecken mich die Sonnenstrahlen und ich lechze förmlich danach, aufzustehen, T-Shirt und kurze Hose übergeworfen, in die Turnschuhe rein und los geht´s. Mit direktem Blick aufs Meer laufe ich über den Rasen zum Joggingpfad. Nach ein paar Metern bin ich von sämtlichen Möglichkeiten der Trainingsmethodik umgeben, die sich ein Läufer nur Wünschen kann - von ebenen Strecken über leichte Anstiege, bis hin zu langen, steilen Passagen, die mit einem wundervollen Ausblick belohnt werden. Und wem die Cross-Country Variante nicht so liegt, kann bedenkenlos auf den asphaltierten Straßen laufen, die meisten Autofahrer sind daran gewöhnt und sehr rücksichtsvoll.
Fazit der Reise:
Fuerteventura eignet sich aufgrund der guten Straßenverhältnisse und den meist moderaten Anstiegen selbst für Einsteiger mit Grundlagenausdauer. Aber auch eingefleischte Triathleten, die vor allem im Westen jede Menge Höhenmeter sammeln können, werden auf ihre Kosten kommen. Als Unterkunft ist das Hotel Las Playitas, für das u.a. Hannes-Hawaii-Tours Trainingslager anbietet ideal. Es bietet ein breites Spektrum an Trainingsmöglichkeiten für Triathleten und Sportbegeisterte. Wer also dem Winter entfliehen und schon erste Frühlingsgefühle haben möchte, sollte sich in den Süden begeben – und nicht vergessen, die Sonnencreme einzupacken.
Ralf Ebli: Ein Frühjahrstrainingslager sollte über 10 bis 14 Tage geplant sein
von H. Eggebrecht für tri2b.com am 20.09.2010
Wie ein Profi trainieren, den ganzen Tag für sein Hobby, den Triathlonsport, Zeit haben. Einmal im Jahr kann dieser Traum auch Wirklichkeit werden – im Frühjahrstrainingslager. Ralf Ebli, Trainer von Timo Bracht, erklärt wichtige Trainingsgrundsätze ...
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Ralf Ebli
Ein Frühjahrstrainingslager sollte über 10 bis 14 Tage geplant sein -
Dem Frühling entgegen
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Teil 1 im Überblick
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