Cannes Triathlon: Sebastian Kienle siegt überlegen

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 16.04.2017 um 13:06
Sebastian Kienle hat sich Saisonsieg Nummer Eins ins Osternest gelegt. Der Ironman Hawaii-Sieger von 2014 triumphierte beim Internationalen Cannes Triathlon über 2 km Schwimmen, 95 km Radfahren und 16 km Laufen an der französischen Côte d´Azur in 3:53:33 Stunden mit klarem Vorsprung vor den beiden Franzosen Léo Bergére (3:59:36) und Etienne Diemunsch (4:00:42). Knapp dahinter folgten Maurice Clavel und Andreas Raelert auf den Rängen vier und fünf. Bei den Frauen siegte Emma Bilham aus der Schweiz ebenfalls mit großem Vorsprung vor der Französin Charlotte Morel.

Den Schwimmauftakt im Mittelmeer dominierten erwartungsgemäß zuerst andere Athleten. Sebastian Kienle kam nach 26:39 Minuten aus den Fluten und hatte sich knapp drei Minuten Rückstand auf die Leadergruppe eingehandelt, in der auch Maurice Clavel vertreten war.  

 

Kienle zündet den Aerorad-Turbo

 

Auf der geänderten Radstrecke sollte dann aber die Zeit von Sebastian Kienle kommen. Nach einer kurzen Einrollphase entlang der Küste stellte sich nach gut zehn Kilometern der erste lange Anstieg bis auf über 400 Meter Meereshöhe in den Weg der Athleten. Kienle, der auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit über 1.500 Höhenmetern anstatt mit einem Zeitfahrrad mit einem Aero-Rennrad unterwegs war, verkürzte im bergigen Hinterland von Cannes Sekunde um Sekunde den Rückstand zu den Leadern. Nach gut der Hälfte hatte der 32-Jährige aus Mühlacker alle Konkurrenten, darunter auch den Vorjahressieger Etienne Diemunsch, überholt und die Führung übernommen. Im weiteren Verlauf auf dem Rückweg an die Mittelmeerküste baute Kienle dann seinen Vorsprung bis auf über drei Minuten aus und fuhr in 2:29:49 Stunden dabei auch die klare Tagesbestzeit auf dem Rad.

Als erster Verfolger des Deutschen ging Léo Bergére auf die finalen 16 Laufkilometer. Der Franzose, der Anfang März schon mit Rang elf beim Auftakt der ITU World Triathlon Series in Abu Dhabi überzeugen konnte, hatte auf der schweren Radstrecke aber bereits alle Körner verschossen. Kienle (Siegerzeit: 3:53:33) baute seinen Vorsprung bis ins Ziel auf sechs Minuten aus und machte sich so selbst das perfekte Ostergeschenk. Hinter Bergére folgte Vorjahressieger Diemunsch auf Rang drei, der mit einer schnellen Laufzeit Maurice Clavel noch vom Podium stoßen konnte. Andreas Raelert, im Vorjahr an gleicher Stelle Dritter, legte die viertbeste Laufzeit des Tages vor und konnte so als Fünfter sowohl den Belgier Bart Aernouts und den Franzosen Bertrand Billard auf Distanz halten. Crosstriathlon-Spezialist Malte Plappert vom Tri-Team Heuchelberg platzierte sich als viertbester Deutscher auf Rang elf.

 

Auch Bilham fährt allen davon

 

In der Frauenkonkurrenz bestimmte beim Schwimmen zunächst die Französin Charlotte Morel das Geschehen an der Spitze. Dieses Bild sollte sich auf der Radstrecke allerdings schnell ändern. Emma Bilham fuhr ihren Konkurrenten auf dem schweren Radkurs auf und davon. Nach 55 Radkilometern hatte sich die Schweizerin bereits einen beruhigenden Vorsprung von fast fünf Minuten auf Morel und die Dänin Line Thams erarbeitet. Deren Landsfrauen Michelle Vesterby und Tine Holst lagen noch etwas weiter zurück. Beim zweiten Wechsel führte Bilham dann sogar mit acht Minuten Vorsprung, so dass der abschließende Lauf nur noch Formsache war. Bilham (4:31:14) triumphierte mit sieben Minuten Vorsprung vor Morel (4:38:13) und Johanna Daumas Carrier (FRA/4:41:01). Katharina Wolff vom Team Racing Aloha hatte ihren Start kurzfristig absagen müssen. 


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