H. Eggebrecht für tri2b.com am 06.07.2008 - 19:09 Uhr
Die Britin Chrissie Wellington hat in einem beindruckenden Alleingang den IRONMAN Germany in Frankfurt in der neuen Rekordzeit von 8:51:24 Stunden gewonnen. Die Britin setzt damit ihre Siegesserie in Ironman-Rennen fort und gewann zum vierten Mal in Folge einen Wettkampf über die magischen 226 Rennkilometer. Sie verpasste zwar die 14 Jahre alte Weltbestzeit von Paula Newby-Fraser um 31 Sekunden, unterbot aber den alten Streckenrekord von Nina Kraft aus dem Jahr 2004 um knapp sieben Minuten. Mit über 25 Minuten Abstand folgte Nicole Leder (9:17:26) vor der drittplatzierten Wenke Kujala (9:24:54), die beide ihren Podestränge gebührend feierten.
Trotz des mehr als deutlichen Klassenunterschied zu ihren deutschen Kontrahentinnen sprach Chrissie Wellington im Ziel von einem nicht 100-prozentigen Rennen. Beim Radfahren verpasste sie die Radflasche mit ihrer Eigenverpflegung und außerdem verlor sie ihr Bordwerkzeug. Bis in die zweite Radrunde konnte Ina Reinders sogar kurzzeitig ihren Rückstand auf Wellington verkürzen und kam bis auf wenige Sekunden an die amtierende Hawaii-Siegerin heran. Gegen Ende der Radstrecke musste Reinders ihr Tempo deutlich drosseln und vor dem zweiten Wechsel konnten so noch Wenke Kujala und Meike Krebs an ihr vorbeiziehen.
Rekorde spielen für Wellington keine Rolle
Ganze zehn Minuten vor dem deutschen Damentrio ging Wellington in den abschließenden Marathon, mit einer rekordverdächtigen Splitzeit von unter 5:50 Stunden. Die Weltbestzeit lag also im Bereich des möglichen und die Britin spulte den Marathon dann auch trotz ihres komfortablen Vorsprung wie ein Uhrwerk ab. Fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen bahnte sich Wellington ihren Weg durch die überrundeten Agegrouper und genoss sichtlich ihren Sieglauf. Schon am Mainkai entlang klatschte sie das Publikum ein ums andere Mal ab. Dass es am Ende nicht klappte mit der Weltbestzeit, nahm die zierliche Britin gelassen. „Es gibt keine Reue um die Bestzeit, für mich zählt der Moment des Sieges und ich möchte in so einem tollen Moment immer auch was dem Publikum etwas zurückgeben“. Ähnlich gerührt war auch Nicole Leder die ihren zweiten Rang sogar mit ein paar Tränen in den Augen feierte. „Für mich war es nach den Vorkommnissen im Vorjahr in Frankfurt ein sehr hartes Jahr. Deshalb war es diesmal umso ergreifender, das Ziel als Zweite am Römer zu erreichen und den Zieleinlauf richtig zu genießen.“
Konzentration aufs Wesentliche
Die dritte Frau, Wenke Kujala, war ebenso gerührt von ihrem Erfolg. Nachdem sie im Vorjahr bei ihrem ersten Start noch aussteigen musste, lief es diesmal für die Hilpoltsteinerin fast perfekt. „Ich hatte ja noch was gut zumachen aus dem Vorjahr und hab mich voll auf den Rennen fokusiert und mir immer wieder gesagt konzentrieren, konzentrieren auf das Wesentliche – Schwimmen, Radfahren, Laufen“. Vierte wurde Meike Krebs vor Imke Schiersch und Iris Tiedeken. Reinders hat beim Laufen Krämpfe und fiel noch auf Rang sieben zurück.