
Es war der junge Franzose Pierre Dupuy, der nach nur 25:26 min aus dem Lac du Vernay stieg. Eine gute Minute dahinter führte der Schweizer Max Studer (26:41) die ersten Verfolger in die T1. Gut aus dem Wasser kam auch Thomas Steger (28:10), während sich der norwegische Vorjahressieger Jon Saeveras Breivold (29:40) erst an Position 30 den Neo abstreifen konnte. Direkt vor dem Norweger lag Andi Dreitz, der sich den Alpe d´Huez Triathlon als sein endgültiges Abschiedsrennen ausgesucht hatte.
Thomas Steger fliegt nach Alpe d´Huez hoch
Auf dem Radkurs, bei dem zunächst mit der Alpe de Gran Serre, dem Col du Malisol und dem Col d´Ornon drei fordernde Anstiege zu bewältigen waren, bildete sich ein Spitzenduo, bestehend aus Schwimmleader Pierre Dupuy und dem Spanier Mikel Arrasate. Gemeinsam fuhren sie in Bourg d´Oisans in den finalen Anstieg nach Alpe d´Huez ein. Dahinter hatte sich bereits Thomas Steger in Position gebracht. Der Vorjahresdritte witterte nun seine Chance auf den finalen 21 Kehren. Mit seinem superleichten Bike-Setup – Steger fuhr ein Scott Addict mit Triathlon-Aufsatz und sehr flachen Felgen – sammelte er bei Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke zunächst Arrasate ein. Wenig später war auch Dupuy seine Führung los, der wie der Spanier auf ein schwereres TT-Bike gesetzt hatte.
Steger konnte so bereits einen ordentlichen Vorsprung bis in die T2 herausfahren, zumal dem ersten Verfolger Dupuy bald die Konkurrenz im Nacken saß. Noch vor der zweiten Wechselzone zog Émile Blondel-Hermant vorbei. Auf den drei Laufrunden in Richtung Col de Sarenne musste er auch noch seine beiden Landsleute Louis Richard und Clement Grandy vorbeiziehen lassen.
Thomas Steger war trotz der sichtlichen Qualen in der brütenden Nachmittagshitze derweil auf Siegkurs. Nach 5:33:41 Stunden war der Triumph für den 36-jährigen Tiroler perfekt, der im Vorjahr als Dritter bereits auf dem Podium stand.
Vorjahressieger Jon Breivold kam nicht über den 20. Platz hinaus. Andreas Dreitz finishte sein Abschiedsrennen in 6:16:59 auf Gesamtrang 41.
Alanis Siffert mit Start-Ziel-Sieg zur Rekordzeit
Beim Schwimmen hatte Alanis Siffert (28:02 min) in Form der Französin Lola Bachet (28:08) noch eine ebenbürtige Mitstreiterin. Auf dem schweren Radkurs mit über 3.000 Höhenmetern war die Challenge Roth-Siegerin dann bald allein unterwegs. Als erste Verfolgerin avancierte wie im Vorjahr Landsfrau Julie Derron. Doch die ältere Schwester der Olympiazweiten Julie Derron verlor schon auf der beschwerlichen Anfahrt zum Schlussanstieg nach Alpe d´Huez immer weiter Zeit auf die führende Siffert.
Kurz vor der zweiten Wechselzone wurde Derron dann von Jeanne Collonge gestellt. Die 39-jährige Französin spielte auf dem Kurs, den sie in den Jahren 2016 und 2023 als Siegerin bewältigte, nun ihre Stärken aus. Collonge distanzierte auf der welligen Laufstrecke Derron noch deutlich und lief die 20 km nur fünf Sekunden langsamer als die Siegerin Siffert, die 6:13:00 Stunden den bisherigen Streckerekord von Daniela Ryf (6:15:57) aus dem Jahr 2019 um fast drei Minuten unterbot. „Der Alpe d’Huez Triathlon ist ein unglaublich hartes Rennen. Ich hatte ganz vergessen, wie anspruchsvoll es tatsächlich ist! Nach meinen ersten beiden Siegen hatte ich gehofft, dieses Jahr Geschichte schreiben zu können, indem ich zum dritten Mal in Folge gewinne. Dass mir das gelungen ist und ich dabei auch noch den Streckenrekord von Daniela Ryf gebrochen habe, macht mich besonders stolz“, sagte Alanis Siffert im Ziel.
Die einzige Deutsche im Profifeld war Merle Brunnée. Die Heidelbergerin lieferte sich mit Giorgia Priarone einen Fight um Rang vier. Erst im abschließenden Lauf musste sie sich Italienerin geschlagen geben.







