tri2b.com

Challenge Roth: Sam Laidlow gewinnt erneut und holt sich die Weltbestzeit

Neueste Artikel

Meistgelesen

Ein Tag der Rekorde beim DATEV Challenge Roth: Titelverteidiger Sam Laidlow knackte die Weltbestzeit, Rookie Rico Bogen pulverisierte die Bestzeit auf dem Radkurs, und dann durfte Rennleiter Felix Walchshöfer auch noch einen neuen Zuschauerrekord vermelden.
Sam Laidlow Challenge Roth-Sieger 2026
Sam Landlow setzt in 7:21:04 Stunden eine neue Langdistanz-Weltbestzeit – Bildrechte: Christoph Raithel

>> Den Rennverlauf im tri2b.com-Liveticker nachlesen …

Im Vorfeld hatte Vorjahressieger Sam Laidlow aus Frankreich bereits angekündigt, dass er das Rennen über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen „zehn Minuten schneller beenden“ möchte als bei seinem Erfolg 2025 mit 7:29:35 Stunden. Eine Kampfansage, denn damit würde die Weltbestzeit fallen, die der Norweger Kristian Blummenfelt erst Ende April dieses Jahres beim IRONMAN Texas aufgestellt hatte. Hinzu kommt, dass Blummenfelt, der die durch den Dänen Magnus Ditlev beim Challenge Roth 2024 aufgestellte Bestzeit um zwei Minuten unterboten hatte, in Roth erstmals selbst am Start war – und auf der Pressekonferenz in Roth direkt neben ihm saß.

Die zehn Minuten sind dem Franzosen zwar nicht ganz geglückt, er kämpfte sich aber eindrucksvoll bis ins Ziel: In 7:21:04 Stunden stellte der 27-jährige IRONMAN-Weltmeister aus dem Jahr 2023 nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern verbesserte auch tatsächlich die von Kristian Blummenfelt aufgestellte Weltbestzeit (7:21:24 Stunden) um exakt 20 Sekunden. Der Norweger wurde bei seinem ersten Start in Roth am Ende Zweiter (7:26:24 Stunden) vor dem besten Deutschen, Nico Bogen, aus Leipzig (7:27:53 Stunden), Menno Koolhaas (Niederlande),  Jonas Schomburg aus Hannover, dem dreifachen Roth-Sieger Magnus Ditlev (Dänemark) und dem gebürtigen Nürnberger Frederic Funk. Die Top Ten kamen übrigens alle in unter 7:45 Stunden ins Ziel.

Roth ist bekannt für Rekorde

So schnell purzeln Rekorde. Der Landkreis Roth ist für seine schnelle Strecke besonders bekannt, auf der erstmals mit Lothar Leder ein Athlet die Acht-Stunden-Marke 1996 geknackt hatte. Vor exakt zehn Jahren hatte Jan Frodeno bei seinem einzigen Start in Roth eine neue Weltbestzeit aufgestellt. Zwei Jahre nach seinem Karriereende war Jan Frodeno als Zuschauer in Franken. „Ähnlich wie Sam heute konnte ich meinen Sieg auch nicht genießen, weil ich immer den Blick auf die Zeit hatte“, erinnert sich Frodeno. „Es war einfach toll zu sehen, wie Sam heute sein Rennen gemacht hat.“ Man sehe, dass man Konkurrenten wie den Dänen Magnus Ditlev oder den Norweger Kristian Blummenfelt brauche, um diese Zeiten zu erreichen: „Die hauen auf die Kacke und lassen dann auch Taten folgen.“

Patrick Lange will seinen Abschied in Roth feiern

Patrick Lange, dreifacher Hawaii-Sieger und Roth-Sieger aus dem Jahr 2021, musste dies hautnah erleben. Er kam in 7:41:27 Stunden als Neunter ins Ziel, rund 20 Minuten hinter Sam Laidlow. „Ich hatte keine Chance, bei dem, was die abfeuern“, sagte Lange im Ziel, schüttelte ratlos mit dem Kopf und ergänzte: „Ich bin ja gut gefahren, aber diese Zeiten…“ Über seine Platzierung konnte Patrick Lange, der bei seinem letzten Start in Roth 2024 nicht ins Ziel kam, hinwegsehen: „Die Party war auf jeden Fall geil. Der Solarer Berg war noch mal stärker besucht.“ Er wolle daher ins Triathlon-Mekka zurückkehren: „Dieses Jahr auf Hawaii und nächstes Jahr in Roth werde ich meinen Abschied feiern.“

Sein Kollege Andreas Dreitz vom ERDINGER Active Team hat diesen Sonntag seine Karriere in Roth beendet. Der 37-jährige Oberfranke und Roth-Sieger aus dem Jahr 2019 verabschiedete sich mit einem 18. Platz von seinem Heimrennen. „Ich habe heute alles noch einmal viel emotionaler erlebt. Ich freue mich jetzt auf neue Abenteuer.“

Rookie Rico Bogen mit neuem Radrekord

Der spätere Sieger Sam Laidlow hatte das Rennen im Landkreis Roth weitgehend von vorne mit Langdistanz-Neuling und dem 2023er IRONMAN 70.3-Weltmeister Rico Bogen gemacht, der sich in 7:27:53 Stunden auf Anhieb als Drittplatzierter einen Podiumsplatz ergattert hatte. Der 25-jährige Leipziger hatte zuvor mit einer Radzeit von 3:54:45 Stunden den Rekord von Magnus Ditlev aus dem Jahr 2023 um ganze drei Minuten gebrochen und war kurz vor Laidlow in die zweite Wechselzone gekommen. Laidlow schüttelte seinen Kontrahenten erst ab Kilometer 15 auf der Marathonstrecke immer weiter von sich ab. „Meine Beine sind jetzt komplett müde“, sagte Rico Bogen im Ziel. „Mein Schwimmen war gut; ich hatte eine hervorragende Bike-Zeit und habe hier ja eine neue Bestzeit aufgestellt. Als Rookie kann ich mit dem dritten Platz mehr als zufrieden sein.“

Bogen musste erst auf dem zweiten Teil der Marathonstrecke den Olympiasieger über die Kurzdistanz aus dem Jahr 2021, Kristian Blummenfelt, an sich vorbeiziehen lassen. „Ich bin super happy über meinen dritten Platz“, freute sich Rookie Rico Bogen im Ziel über das schnellste Langdistanz-Debüt aller Zeiten. „Die Stimmung war noch krasser, als ich es vorher gehört hatte. Beim Solarer Berg dachte ich, ich habe einen Gehörschaden.“ Der Solarer Berg auf der Radstrecke bei Hilpoltstein gilt als einer der größten Hotspots beim DATEV Challenge Roth. „Ich habe vorher nicht gedacht, dass es mit dem Podium klappt. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Roth kommen.“

Neuer Zuschauerrekord beim Challenge Roth

Überall erlebte man an der Strecke die Begeisterung über das „beste Starterfeld jemals in Roth“, wie es Rennleiter Felix Walchshöfer vorher angekündigt hatte. Diese Ankündigung und die moderaten Temperaturen im Gegensatz zum verkürzten IRONMAN Frankfurt vor einer Woche hatten vermutlich dazu geführt, dass die Hotspots beim Challenge Roth so gut besucht waren wie nie zuvor. „Wir haben mit über 300.000 Zuschauern einen neuen Besucherrekord, wie uns die Polizei mitgeteilt hat“, freute sich Walchshöfer. „Überall an der Strecke hat man gesehen, dass mehr Zuschauer da waren: zum Beispiel beim Schwimmstart, am Solarer Berg in Hilpoltstein und im Stadion im Ziel.“

Diese Faszination konnte auch der Norweger und spätere Zweite Kristian Blummenfelt teilen, auch wenn er nicht nur das Rennen nicht gewonnen hatte, sondern auch noch seine Weltbestzeit geknackt worden war. „Es war hart“, gestand Blummenfelt bei seinem ersten Start in Roth. „Die Taktik war für alle klar. Wir haben sie heute nur ausgeführt. Sam und Rico haben auf dem Rad Tempo gemacht. Beim Laufen habe ich dann die Gelegenheit genutzt und bin an Rico vorbei. Ich war das erste Mal in Roth: Als ich das erste Mal den Solarer Berg hochgefahren bin, dachte ich: Hier muss jeder Pro einmal gewesen sein.‘ Das ist die beste Crowd, die es in diesem Sport gibt.“

Aktuelle Event-Tipps

Neueste Artikel

Die Bilder auf tri2b.com sind urheberrechtlich geschützt.