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IRONMAN 70.3 WM Nizza: Hayden erstmals Weltmeister, Lasse Nygaard Priester Fünfter

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Hayden Wilde ist der neue IRONMAN 70.3 Weltmeister. Der Neuseeländer hat sich in Nizza in 3:50:51 Stunden in einem dramatischen Laufinale mit 18 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Kristian Blummenfelt (3:51:09) durchgesetzt. Der dritte Platz ging an den belgischen Titelverteidiger Jelle Geens (3:52:40). Gustav Iden (NOR/3:53:16), der 2019 in der Promenade des Anglais triumphierte, wurde Vierter. Lasse Nygaard Priester (3:54:08) folgte auf Rang fünf, nachdem er das Rennen zur Mitte des Halbmarathon sogar kurzzeitig angeführt hatte, dann aber nach und nach die vier Konkurrenten ziehen lassen musste. Jonas Schomburg schaffte als Achter ebenfalls den Sprung in die Top Ten.
Hayden Wilde Ironman 70.3 Weltmeister Nizza 2026
Hayden Wilde wird in Nizza erstmals IRONMAN 70.3 Weltmeister – Bildrechte: Petko Beier

Das Schwimmen am Plage des Ponchettes war wie erwartet ein Hauen und Stechen um die beste Position. Den Topschwimmern um Jamie Riddle und Jonas Schomburg gelang es nicht, sich in einer eigenen kleinen Spitzengruppe abzusetzen. Es war dann der US-Amerikaner Seth Rider, der in 23:28 min die Wertung „First out of the Water“ für sich verbuchen konnte. Hinter Rider rannten 26 weitere Athleten innerhalb von nur 27 Sekunden in Richtung T1, darunter alle Topfavoriten, wobei Kristian Blummenfelt das Schlusslicht dieser Gruppe bildete.

Über 25 Athleten innerhalb einer halben Minute auf die Radstrecke

Nach einem schnellen Wechsel eröffnete der Italiener Michele Bortolamedi das Radfahren. In der großen Kopfgruppe vertreten waren die deutschen Starter Jonas Schomburg, Lasse Nygaard Priester, Rico Bogen, Fabian Kraft und Jannik Schaufler. Nur Marcel Bolbat musste sich weiter hinten einreihen und startete mit +2:09 min Rückstand auf die Radstrecke.

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Erste Spitzengruppe mit Schomburg und Priester

Vorne war es anfangs Bogen, der früh versuchte, die Radgruppe auseinanderzuziehen. Allerdings bestimmten bald andere Athleten das Rennen an der Spitze. Als die Kletterpassage in Richtung Col de Vence richtig begann, hatte sich eine vierköpfige Spitzengruppe mit Josh Ferris, Jamie Riddle, Jonas Schomburg und Lasse Nygaard Priester gebildet.

Die Verfolger führte an der 20-km-Marke der Däne Valdemar Solok (+0:39 min) an, gefolgt von Titelverteidiger Jelle Geens und den weiteren Mitfavoriten Casper Stornes und Hayden Wilde. In dieser Gruppe hatte sich nun auch Rico Bogen eingereiht.

Bogen und Wilde ab dem Col de Vence die Taktgeber

Die frühe Attacke des Spitzenquartetts wurde noch vor der Passhöhe des Col de Vence gekontert. Der Italiener Bortolamedi setzte sich an die Spitze vor Ferris, Riddle und Priester. Auch Bogen orientierte sich wieder nach vorne und hatte bereits Schomburg überholt. Immer stärker in Szene setzten sich nun auch Stornes und Wilde, die am höchsten Punkt nur noch gut 30 Sekunden hinter der Spitze lagen. An neunter Stelle und mit einer glatten Minute Rückstand ging es für Geens in die Abfahrt.

Blummenfelt verlor am Anstieg über eine Minute und ging mit 2:06 min Rückstand an der Seite seines Trainingspartners Gustav Iden in den Downhill.

Auf der kurvigen und technisch anspruchsvollen Abfahrt wurde Bortolamedi bald von Bogen und Wilde überholt, die nun das Tempo bestimmten und versuchten, die richtige Mischung aus Risiko und Sicherheit zu finden. Im Schlepptau der beiden fuhren weiter Bortolamedi, Priester, Ferris und Riddle. Dahinter war eine 40 Sekunden große Lücke zu Stornes und Schomburg aufgegangen. Mit hohem Risiko fuhr Iden, der immer näher herankam, während Geens, Van Riel und auch Blummenfelt etwas verhaltener in der Abfahrt unterwegs waren.

Im weiteren Verlauf fiel Riddle aufgrund eines technischen Problems an seinen Extensions etwas zurück, sodass aus dem Spitzensextett ein Spitzenquintett wurde. Gut 30 Sekunden Vorsprung hatten die fünf Athleten vor den Verfolgern, die von Iden und Stornes angeführt wurden, als die finalen flachen Kilometer anstanden. Dort mit dabei war auch noch Schomburg.

Wo ist der Titelverteidiger?

Jelle Geens konnte auch in der Abfahrt den Anschluss nicht mehr herstellen und fuhr knapp hinter Landsmann Van Riel mit 1:31 min Rückstand auf die Promenade des Anglais. Blummenfelt (+1:59) fuhr zusammen mit dem Polen Kacper Stepniak und dem Franzosen Felix Forissier der T2 entgegen.

Nach „First on the Bike“ war Bortolamedi auch „First off the Bike“. Der Italiener, der im Mai den IRONMAN Aix-en-Provence gewann, eröffnete auch die Laufentscheidung vor Wilde (+0:07), Priester (+0:23) und Bogen (+0:25). Titelverteidiger Geens wechselte als Zwölfter (+2:06), Blummenfelt als 17. (+2:35) auf die finalen 21,1 km.

Priester geht in Führung

Auf der ersten der beiden Wendepunktlaufrunden entlang der Promenade des Anglais ging Priester in die Offensive und schloss schon auf den ersten fünf Kilometern die Lücke zu Wilde, der Bortolamedi schnell von der Spitze verdrängt hatte. Priester, der vor zwei Wochen mit einem Laufsolo die WM-Generalprobe in Zell am See für sich entschied, setzte den Neuseeländer etwas unter Druck. Allerdings parierte Wilde die frühe Attacke gekonnt.

Als es in die zweite Laufrunde ging, übernahm Wilde wieder die Führung und Priester verlor schnell einige Meter auf den amtierenden T100-Weltmeister. Zudem rückten von hinten Geens und Blummenfelt immer näher heran. Bis zur 15-km-Marke konnte der Wahlfreiburger seinen Vorsprung vor den beiden Topfavoriten noch verteidigen, dann zogen beide vorbei.

Blummenfelt macht Jagd auf Wilde

Doch damit nicht genug. Blummenfelt witterte nun plötzlich auch noch die Chance auf den Sieg. Innerhalb von drei Kilometern kam der Norweger bis auf 30 Sekunden an Wilde heran. Allerdings behielt der Kiwi trotz des dramatisch schwindenden Vorsprungs einen kühlen Kopf und lief mit 18 Sekunden Vorsprung zu seinem ersten 70.3-WM-Titel, nachdem er vor zwei Jahren bei der Heim-WM in Taupo noch von Geens abgefangen worden und Zweiter geworden war.

Dieser ging in Nizza diesmal erneut an Kristian Blummenfelt, der mit seinem Halbmarathon in 1:05:12 Stunden einmal mehr ein Ausrufezeichen setzte. Trotzdem blieb dem 32-Jährigen aus Bergen der zweite 70.3-WM-Titel nach 2022 verwehrt. Der entthronte 70.3-Champion Geens war im Ziel angesichts einer schwierigen Saison auch mit Rang drei mehr als zufrieden.

Einen starken Laufauftritt zeigte auch Gustav Iden, der mit seinem 1:08er-Halbmarathon noch auf Rang vier vorlief und so auf den finalen Kilometern auch noch Lasse Nygaard Priester auf Rang fünf verdrängte, der für seine mutige Renntaktik am Ende nicht belohnt wurde.

Die Platzierungen der weiteren Deutschen

Jonas Schomburg lief einen soliden Halbmarathon und beendete seine zweite IRONMAN 70.3 WM erneut in den Top Ten. Klar verfehlt hat dieses Ziel hingegen Rico Bogen, der beim Laufen noch bis auf Rang 17 durchgereicht wurde. Damit lag der 70.3-Weltmeister von 2023 direkt vor Fabian Kraft (18.), der beim Laufen noch sechs Plätze gutmachte.

Jannik Schaufler kam auf Rang 26, Cedric Osterholt, im Mai Überraschungssieger beim IRONMAN 70.3 Kraichgau, finishte als 36. Marcel Bolbat schied beim Radfahren aus.

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