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Frederic Funk: Für mich war Hawaii immer das Größte

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Frederic Funk steht vor seinem Debüt als Profi beim IRONMAN Hawaii. Die Insel und das Rennen kennt der 29-Jährige allerdings schon bestens: Dreimal war Funk bereits als Supporter seiner Eltern auf Big Island. Im tri2b-Interview spricht er kurz vor der finalen Anreise aus dem Höhentrainingslager über seinen Kindheitstraum Kona, den schwierigen Weg zur Qualifikation, die ungewöhnliche Kombination aus Challenge Roth und IRONMAN Lake Placid innerhalb von zwei Wochen sowie seine Erwartungen für sein erstes Rennen an der Triathlon-Kultstätte.
Frederic Funk Radfahren
Frederic Funk beim Höhentrainingslager in Park City – Bildrechte: @fredericfunk97

tri2b.com: Frederic, du warst bereits dreimal auf Hawaii. Welche Erinnerungen hast du an Kona?
Frederic Funk (F.F.): Ich war schon dreimal dort, um meine Eltern beziehungsweise meinen Vater zu supporten. 2013 und 2015 waren beide meine Eltern am Start und 2018 noch einmal mein Vater. Seit ich ein Kind bin, habe ich den IRONMAN Hawaii verfolgt. Für mich war das immer das Größte im Triathlonsport und dementsprechend natürlich auch ein Traum, dort irgendwann selbst als Profi an den Start zu gehen. Ich habe dieses Jahr recht viel investiert, um mir noch die Qualifikation zu holen. Deshalb bin ich echt happy, dass es geklappt hat, und freue mich darauf, Kona jetzt zum ersten Mal aus der Rennperspektive zu erleben.

tri2b.com: Vor einem Jahr hattest du dir den Ellbogen gebrochen. Wie lange hat dich die Verletzung beeinträchtigt?
F.F.: Es war ein Gelenkbruch am Ellbogen. Das ist immer etwas komplizierter und hat sehr viel Reha und Physiotherapie erfordert. Bis ich wieder richtig schwimmen konnte, hat es ungefähr drei Monate gedauert. Die Platte ist noch drin und wird mich jetzt als Erinnerung nach Hawaii begleiten.

tri2b.com: Trotzdem bist du früh in die Saison eingestiegen und hast in Neuseeland bereits versucht, die Kona-Qualifikation zu schaffen. War das rückblickend zu früh?
F.F.: Mit der Verletzung war es sportlich gesehen vielleicht nicht das Richtige, das trotzdem so durchzuziehen. Aber ich wollte mir die Erfahrung in Neuseeland nicht nehmen lassen und einfach ausprobieren, ob es mit der Qualifikation vielleicht trotzdem klappt.

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Am Ende ist es dort nicht aufgegangen. Bereut habe ich es aber nicht. Es war eine megatolle Erfahrung. Ich wusste, dass es noch sehr früh in der Saison war. Ich war schon recht fit, aber eben noch nicht fit genug, um mir dort die Qualifikation zu holen. Deshalb konnte ich trotzdem optimistisch auf den Rest der Saison blicken.

tri2b.com: Dann musstest du den nächsten Qualifikationsversuch in Südafrika krankheitsbedingt absagen. Hast du da Kona für 2026 schon abgeschrieben?
F.F.: Als ich Südafrika absagen musste, habe ich tatsächlich erst einmal gedacht, dass es dieses Jahr wahrscheinlich nichts mehr mit der Qualifikation wird. Ich hatte mich für Lake Placid auf die Startliste gesetzt, eigentlich für den Fall, dass in Roth irgendetwas passiert – ein DNF, ein technischer Defekt oder was auch immer.

Als ich Roth gefinisht hatte, habe ich mich gefragt, was meine Motivation für die zweite Saisonhälfte sein könnte. Da fand ich die Vorstellung schon cool, es noch einmal mit der Hawaii-Qualifikation zu versuchen. Dann hätte ich mit dem IRONMAN Hawaii im Oktober noch einmal eine richtig gute Motivation.

Ich habe dann mit meinem Trainer Dan Lorang besprochen, ob es Sinn macht und körperlich möglich ist, nur zwei Wochen nach Roth eine weitere Langdistanz zu bestreiten. Irgendwie hat mich dann auch genau diese Herausforderung motiviert. Dass es in Lake Placid tatsächlich mit der Qualifikation geklappt hat, war natürlich richtig toll.

tri2b.com: Wie tief stecken zwei Langdistanzen innerhalb von zwei Wochen anschließend im Körper?
F.F.: Sehr tief. Im Alltag merkt man es meistens gar nicht so stark. Aber wenn man wieder viel trainiert und den Trainingsload hochschraubt, merkt man, dass die Regenerationsfähigkeit einfach nicht so ist wie sonst. Alles geht etwas zäher und läuft nicht so flüssig.

Ich würde sagen, es dauert vier bis sechs Wochen, bis sich das Training wieder richtig gut anfühlt – gerade wenn man wieder an die 30 Stunden pro Woche trainiert.

Mit Blick auf Hawaii konnte ich natürlich nicht vier Wochen gar nichts machen und danach wieder ins Training einsteigen. Dan und ich mussten deshalb die richtige Balance zwischen Training und Regeneration finden. Wir waren im ständigen Austausch und haben wirklich jeden Tag darauf geschaut, wie mein Körper reagiert. Ich denke, das hat ganz gut funktioniert. Ab Mitte beziehungsweise in der zweiten Hälfte des Augusts ging es wieder richtig gut.

tri2b.com: Die unmittelbare Kona-Vorbereitung hast du im Höhentrainingslager in Park City absolviert. Wie lief es dort?
F.F.: Sehr gut. Es war mein drittes Mal dort. Wir sind auf knapp 2.200 Metern und haben über die vergangenen Jahre viel Erfahrung mit Höhentrainingslagern gesammelt. Wir wissen, wie wir dort trainieren müssen. Vor allem weiß ich mittlerweile, wie ich die Intensitäten gestalten und auf meinen Körper hören muss.

Ich merke jetzt, dass zum Ende der Saison noch einmal eine richtig gute Form kommt. Das Höhentrainingslager war wirklich richtig, richtig gut. Jetzt bin ich gespannt auf Kona.

tri2b.com: Auf Hawaii musst du dich vor allem auf die Hitze einstellen. Wie hast du dich darauf vorbereitet?
F.F.: Hitzetraining war bereits in Park City ein großer Teil der Vorbereitung. Das mit dem Höhentraining zu kombinieren, ist natürlich noch einmal schwieriger, weil es zusätzlicher Stress für den Körper ist. Aber ich glaube, wir haben das ganz gut hinbekommen. Ich denke, dass ich schon ganz gut für die Hitze akklimatisiert bin. Vor Ort ist es natürlich trotzdem noch einmal etwas anderes und erfordert zusätzliche Gewöhnung. Dafür habe ich aber noch genug Zeit.

tri2b.com: Wie stark reduzierst du das Training in den letzten beiden Wochen?
F.F.: Wir werden nicht zwei Wochen lang tapern. Aus Erfahrung tut mir das nicht gut, wenn ich vor einem Rennen zu viel herausnehme. Deshalb brauche ich hier und da noch einmal eine längere Einheit.

In der kommenden Woche steht eigentlich noch eine normale Trainingswoche an, nur nicht mehr ganz mit dem Umfang aus dem Trainingslager. Erst in der Rennwoche kommt das klassische Tapern und Tonus-Hochhalten.

tri2b.com: Was bedeutet bei dir in dieser Phase eine „längere Einheit“?
F.F.: Schon noch einmal vier Stunden Radfahren oder vielleicht 20 bis 25 Kilometer laufen. Meinen letzten wirklich langen Lauf habe ich jetzt mit 35 Kilometern gemacht. So etwas kommt natürlich nicht mehr. Wenn man aber gerade aus einem Höhentrainingslager mit ungefähr 30 Trainingsstunden pro Woche kommt, fühlen sich 25 Stunden auf Meereshöhe wahrscheinlich schon recht einfach und gechillt an.

tri2b.com: Das Profifeld auf Hawaii ist extrem stark besetzt. Mit welchem Ziel gehst du in dein Kona-Debüt?
F.F.: Es ist wirklich ein krasses Feld. Ich finde es schon wahnsinnig cool, dass ich überhaupt starten darf und mir die Qualifikation noch holen konnte. Grundsätzlich geht es für mich erst einmal darum, Erfahrung für die kommenden Jahre zu sammeln. Dann bin ich hoffentlich noch konkurrenzfähiger und kann wirklich mit der Weltspitze an den Start gehen. Trotzdem möchte ich dieses Jahr in meiner besten Form starten und an diesem Tag das Beste abrufen. Welche Platzierung am Ende dabei herausspringt, ist bei diesem Feld extrem schwierig zu sagen. Die Leistung der anderen kann ich nicht kontrollieren. Ich weiß aber, dass es auf Hawaii wahrscheinlich die größte Challenge ist, die eigene Leistung abzurufen. Dort kann sehr viel passieren und man kann schnell Opfer der Bedingungen werden.

Mein Ziel ist deshalb, dass mir genau das nicht passiert und ich eine solide Leistung abrufen kann. Wenn mir das gelingt, springt sicher eine für mich sehr gute Platzierung heraus. Ich sage mal grob: Top 15, an einem perfekten Tag vielleicht sogar Top Ten. Aber ich gehe nicht in das Rennen und sage, dass ich unbedingt in die Top Ten oder Top 15 will. Ich möchte alles mitnehmen, Erfahrung sammeln und wissen, wie es sich anfühlt, dort zu racen. In den kommenden Jahren kann ich mir dann konkretere Platzierungsziele setzen. Dieses Mal möchte ich auch das ganze Drumherum genießen. Noch einmal ganz ohne Druck – davon gibt es in den kommenden Jahren sicher noch genug.

tri2b.com: Du kennst Kona bereits aus der Perspektive des Zuschauers. Gibt es etwas, das für dich bei der Rückkehr auf die Insel unbedingt dazugehört?
F.F.: Beim Ho’ala Swim habe ich noch eine Zeit von 2015 oder 2018 stehen. Die möchte ich natürlich unterbieten. Das ist gleichzeitig ein gutes Training für das Rennen eine Woche später. Und ansonsten bin ich gespannt, was sich in den vergangenen acht Jahren auf der Insel getan hat.

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