
tri2b.com: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim POWERMAN Alsdorf. Wie zufrieden warst du mit dem Rennen?
Merle Brunnée (M.B.): Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung in Alsdorf. Ich war die Favoritin, habe abgeliefert und dazu meine eigene Kursbestzeit nochmal unterboten. Viel mehr geht nicht.
tri2b.com: Was bedeutet die Performance im Hinblick auf den IRONMAN Südafrika im kommenden Sonntag?
M.B.: Die Leistung zeigt mir, dass ich für meinen Start in Südafrika bereit bin. Da ich mit der Challenge Sir Bani Yas schon früh in die Saison eingestiegen bin und dann auch noch beim T100-Auftakt in Gold Coast dabei sein durfte, und jeweils ganz gut unterwegs war, bestätigte mir der POWERMAN Alsdorf nochmals meine gute Form.
tri2b.com: Wie sind deine Erwartungen an den Auftritt in Port Elizabeth?
M.B.: Ich will dort einfach ein gutes Rennen zeigen. Wenn mir das gelingt, dann sollte sich das auch in einer vorderen Platzierung auszahlen, da das Feld zwar gut besetzt ist, die ganz großen Namen aber fehlen.
tri2b.com: Der IRONMAN Südafrika in Port Elizabeth ist komplettes Neuland für dich. Wie schätzt du die Strecken ein?
M.B: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in Port Elisabeth der Wind beim Schwimmen und Radfahren einen entscheidenden Einfluss hat. Im Wasser kann es deshalb sehr schwer für mich werden. Allerdings habe ich mit den gerade erst gemachten Erfahrungen vom T100Cold Coast die Gewissheit, dass ich auch solch schwierigen Situation meistern kann. Auf dem Rad dürften mir schwere Bedingungen ziemlich sicher entgegenkommen. Ich lass mich mal überraschen.
tri2b.com: Eine gute Platzierung ist gleichbedeutend mit guten Chancen auf einen der vier Kona- Slots. Du warst im letzten Jahr erstmals auf Hawaii dabei und dein Reisebericht auf deiner Website endet mit den Worten „Und wer weiß. Vielleicht komme ich ja eines Tages wieder.“ Kann das Vielleicht schon sehr bald sein?
M.B.: Ja, es ist mein großes Ziel am Sonntag einen der vier Hawaii-Slot zu bekommen. Ich hoffe sehr das es klappt. Wenn nicht, ist es aber auch kein Beinbruch. Die Saison ist noch lang und es gibt dann noch weitere Chancen im Sommer in den mitteleuropäischen IRONMAN-Rennen.
tri2b.com: Ist das Ziel Kona-Qual auch mit dem Ziel verbunden dort dann das Ergebnis zu verbessern. Mit deinem 29. Platz warst du rein aus sportlicher Sicht nicht vollends zufrieden. Allerdings war Kona die vierte Langdistanz (Lanzaorte, Roth, Embrun) innerhalb eines halben Jahres und dem POWERMAN Zofingen hattest du zudem noch in den Beinen. Wohl zu viel für eine Kona-Topperformance?
M.B: Den EmbrunMan werde ich nach derzeitigem Stand 2026 nicht machen. Bei Zofingen sieht es anders aus. Es ist mir eine Herzensangelegenheit weiterhin auch im Duathlon präsent zu sein. Und das mit der Wettkampf-Load ist so eine Sache. Es gibt genügend Beispiele, z.B. die Norweger oder auch Jonas Schomburg, die zeigen, dass auch mit einem sehr vollen Wettkampfkalender starke Wettkampfergebnisse über eine komplette Saison möglich sind.

trib.com: Stichwort „Herzensangelegenheit“. Zofingen, Roth, Nizza und Kona ist das „Who is Who“ der geschichtsträchtigen Rennorte. Und jetzt kam mit dem T100 Gold Coast ein eher aus dem Boden gestampftes Rennformat hinzu. Für was brennt denn dein Herz am meisten?
M.B.: Es ist nicht das spezielle Rennen oder der besondere Ort an sich, was mich motiviert- In erster Linie geht es mir darum möglichst viele besondere Momente zu erleben und zu sammeln. Deshalb ist es auch nicht mein Ziel z.B. zehnmal die Challenge Roth zu finishen. Ich liebe es neue Orte zu erkunden und mit meinem Freund zusammen die Reisen dorthin zu unternehmen.
tri2b.com: Du arbeitest Vollzeit als Ärztin am Universitätsklinikum Heidelberg. Dein letzter Trip zum T100 an die australische Gold Coast war mit heißer Nadel gestrickt. Gibt es da nicht auch Gedanken, was wäre, wenn ich als Vollzeit-Pro unterwegs wäre? Wenn man dich auf Strava verfolgt, dann sieht man, dass du dich bei Trainingsumfang aufgrund deiner beruflichen Aufgaben eher im Bereich ambitionierter Agegrouper bewegst.
M.B: Klar gibt es die Fragestellung was wäre sportlich möglich, wenn ich mich voll auf das Training und die Nachbereitung konzentrierten könnte. Auf der anderen Seite liebe ich meinen Beruf, ich arbeite gerne als Ärztin und will das auch nach meiner sportlichen Laufbahn machen. Zudem gibt mir diese Konstellation auch die gewisse Lockerheit für Topleistungen im Sport. Ich stehe nicht unter dem Leistungsdruck, den viele verspüren, die nur auf den Sport setzen.









