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IRONMAN 70.3 Aix-en-Provence: Bogen starker Zweiter, Priester und Philipp auf Rang drei

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Der Italiener Michele Bortolamedi und die Französin Marjolaine Pierre haben den IRONMAN 70.3 Aix-en-Provence (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) gewonnen. Bortolamedi unterbot bei anfangs kühlen und später perfekten Bedingungen in 3:38:54 Stunden den bisherigen Kursrekord (2025: Kristian Blummenfelt 3:41:08) um über zwei Minuten. Knapp geschlagen geben mussten sich Rico Bogen und Lasse Nygaard Priester auf den Rängen zwei und drei. Maximilian Sperl als Vierter und Nicolas Mann als Achter rundeten das deutsche Topergebnis ab. Marjolaine Pierre wiederholte in 4:08:27 Stunden ihren Vorjahreserfolg und blieb dabei klar unter ihrem eigenen bisherigen Streckenrekord (2025: 4:11:57). Mit deutlichem Abstand folgten beim fünften Saisonrennen der IRONMAN Pro Series die Schweizerin Imogen Simmonds (4:12:10) und Laura Philipp (4:12:46) auf den Rängen zwei und drei.
Ironman 70.3 Aix-en-Provence 2026 Siegerehrung
Das Männerpodium des IRONMAN 70.3 Aix-en-Provence: Rico Bogen, Michele Bortolamedi und Lasse Nygaard Priester (v.l.) – Bildrechte: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMAN

Wenn es um die Schwimmbestzeit geht, dann ist der Südafrikaner Jamie Riddle eine Bank. In superschnellen 21:48 min führte Riddle eine massive Spitzengruppe in die T1. Über 20 Athleten kamen innerhalb einer Minunte aus dem kühlen Wasser des Lac de Peyrolles. In Verbindung mit der kalten Lufttemperatur hatten viele Athleten klamme Finger und sichtlich Probleme mit den Handgriffen beim ersten Wechsel.

Ganz vorne beendeten auch Rico Bogen und Justus Nieschlag das Schwimmen. Zudem waren mit Lasse Nygaard Priester, Maximilian Sperl und Nicolas Mann noch drei weitere Deutsche in der Spitzengruppe vertreten.

Rico Bogen gibt Gas

Auf dem Rad ging Bogen wie zu erwarten sofort in die Offensive. Auf dem technischen Radkurs, auf dem der gefüchtete Mistral-Wind heute Pause machte, setzte der Leipziger seine Power gekonnt ein und sorgte schnell für eine erste Selektierung. Nur Nathan Guerbeur (FRA), Michele Bortolamedi und Maximilian Sperl konnten das Tempo mitgehen. Die Verfolger, die nach 30 km schon über eine Minute zurücklagen, führten Priester und Nieschlag an.

Das Spitzenquartett sollte über die gesamten knapp 90 Radkilometer zusammenbleiben, wobei nach der 60 km-Marke Bortolamedi für das Tempo sorgte. Allerdings konnte der Italiener seine Mitstreiter nicht entscheidend distanzieren. Wie schnell das Spitzenquartett unterwegs war, zeigte anschließend auch die Splits. Alle vier unterboten den bisherigen Radrekord von Ruben Zepuntke (2025: 2:03:51) um über eine Minute. Neuer Inhaber der Radbestzeit ist jetzt der gebürtige Regensburger Maximilian Sperl (2:02:08), der aktuell in Freiburg lebt und trainiert.

Laufduell um den Sieg in den Gassen von Aix-en-Provence

11 Sekunden vor Sperl und 25 vor Bogen ging Bortolamedi auf die Laufstrecke und verwand in den engen Gassen von Aix-en-Provence. Der 24-jährige Italiener, in diesem Jahr schon Zweiter bei der Challenge Gran Canaria, baute seinen Vorsprung anfangs etwas weiter aus. Nach der ersten der drei Laufrunden hatte Bogen Sperl distanziert und machte sich nun auf die Lücke zu Bortolamedi zu schließen. Zum Ende der zweiten Runde kam es zum Zusammenschluss.

Hinter dem Spitzenduo hatte sich mittlerweile Priester an Gurbeur und Sperl vorbeigeschoben und lag nun ebenfalls auf Podiumskurs.

Es war dann Bortolamedi, der auf dem verwinkelten Laufkurs Bogen mehrmals um ein paar Meter distanzierte. Immer wieder konnte der Leipziger die Lücke schließen, doch irgendwann war dessen Wille gebrochen. Michele Bortolamedi zog gut zwei Kilometer vor dem Ziel endgültig davon und lief in 3:38:54 Stunden zu seinem zweiten IRONMAN 70.3-Sieg, nachdem er im Vorjahr bereits im tschechischen Hradec Kralove erfolgreich war. Bogen (3:39:26) musste seinerseits die Pace oben halten, um seinen zweiten Platz vor dem heranstürmenden Priester (3:39:35) noch ins Ziel zu retten. Priester war wieder einmal der mit Abstand schnellste Läufer des Tages. Mit seinen 1:07:05 unterbot der 30-Jährige die bisherige Bestzeit von Kristian Blummenfelt um 7 Sekunden.

Auf Rang vier folgte ungefährdet Maximilian Sperl. Ebenfalls stark unterwegs war Nicolas Mann auf Platz acht, der beim Saisonstart auf Gran Canaria noch krankheitsbedingt aufgeben musste.

Fenella Langridge die erste Leaderin des Tages

Es war die Britin Fenella Langridge, die im Lac de Peyrolles ihre Schwimmstärke gekonnt ausspielte und nach 24:24 min als Leaderin den Parc fermé erreichte. Zehn Athletinnen, darunter Tanja Neubert, Imogen Simmond, Lisa Perterer und die Vorjahressiegerin Marjolaine Pierre folgten innerhalb einer Minute in die T1. Laura Philipp kam mit +1:53 min Rückstand auf Position 15 aus dem Wasser.

Auf dem Rad rückte schnell eine andere Athletin in den Mittelpunkt. Die Belgierin Hanne De Vet, die ebenfalls in der Spitzengruppe das Schwimmen beendet hatte, setzte sich an die Spitze und fuhr schnell über 40 Sekunden Vorsprung auf die direkten Verfolgerinnen um Simmonds, Perterer und Pierre heraus.

Tanja Neubert hatte mit dem hohen Anfangstempo Probleme und fiel deutlich zurück. Schon vor der 20 km-Marke wurde die Überraschungsdritte der letztjährigen IRONMAN 70.3 WM von Philipp ein- und überholt.

Marjolaine Pierre macht sich auf den Weg

De Vets Soloflucht war allerdings bald beendet. Marjolaine Pierre setzte sich an die Spitze und nutze als Vorjahressiegerin gekonnt ihre Streckenkenntnis. In 2:19:53 Stunden blieb sie deutlich unter ihrer im Vorjahr aufgestellten Radkursbestzeit (2:21:11). Auch Pierre war bei den nahezu windstillen Bedingungen mit Scheibenrad unterwegs.

Knapp zwei Minuten Vorsprung vor De Vet nahm die 26-jährige Französin mit auf die Laufstrecke. Dahinter folgte mit Solenne Billouin (+3:52) eine weiter Französin, bevor Simmonds (+4:20) und Philipp (+4:57) die Verfolgung aufnahmen.

Marjolaine Pierre (Siegzeit: 4:08:27) lief das Rennen an der Spitze mit der Unterstützung der einheimischen Fans sicher nach Hause. Pierres Landsfrau Solenne Billouin, ihres Zeichens dreimalige XTERRA-Weltmeisterin, konnte ihren zweiten Platz nicht halten und fiel noch bis auf Rang sieben zurück. Somit war der Weg frei für Simmonds und Philipp. Die Schweizerin hielt ihren Vorsprung auf Philipp konstant und sicherte sich Rang zwei vor der Heidelbergerin, der trotz einer zuletzt schwierigen Vorbereitung, inkl. Krankenhausaufenthalt Ende April, ein starker Saisoneinstand gelang. „Vor zweieinhalb Wochen habe ich nicht gedacht, dass ich es hierher an die Startlinie schaffte. Das Ziel war heute einen der drei Nizza-Slots zu bekommen, was mir ist mir gelungen,“ erklärte Philipp im Zielinterview.

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