
So lief das Frauenrennen
Es war Lena Meißner, die die Konkurrenz im Hardtsee bei Ubstadt-Weiher vom Start weg die Fersen zeigte. Die amtierende IRONMAN 70.3-Europameisterin kam nach 25:39 min aus dem Wasser und hatte ihre direkten Verfolgerinnen um Katharina Krüger und Laura Jansen um über zwei Minuten distanziert.
Auf dem Rad baute Meißner ihren Vorsprung weiter aus, wobei nun die Französin Solenne Billouin zur ersten Verfolgerin avancierte. Billouin, die in den Jahren 2022 – 2024 dreimal in Serie die XTERRA WM gewann, versucht sich seit der Saison 2025 auch auf der Mitteldistanz und wurde bei der 70.3 WM in Marbella 24ste.
Lena Meißner bestimmt fast vier Stunden den Rennverlauf
Über die 90 Radkilometer durch das Land der 1000 Hügel lieferte Meißner an der Spitze ihre Soloshow ab und kam mit knapp drei Minuten Vorsprung auf Billouin in die T2 in Bad Schönborn. Als dritte wechselte Daniela Bleymehl (+4:05) in die Laufschuhe, gefolgt von Charlene Clavel (FRA) und Loanne Duvoisin. Noch etwas weiter zurück war Daniela Kleiser (+6:15), die als Sechste ihr Rad abstellte.
Daniela Kleiser zündet den Laufturbo
In der brütenden Mittagshitze wurden die 21 Laufkilometer nun zum Ausscheidungslaufen. Bereits nach der ersten der drei Laufrunden hatte sich Kleiser auf Rang zwei nach vorne geschoben, lag aber immer noch +3:38 min hinter Meißner. Billouin war da bereits aus dem Rennen – DNF. Eine Runde später war von dem komfortablen Vorsprung nur noch eine gute Minute übrig. Innerhalb von nur drei Kilometern drehte Kleiser das Rennen, die nun bereits mit +1:23 min vor der schwer angeschlagenen Meißner führte. An der Spitze war die 29-jährige Münchnerin nicht mehr zu halten. Mit einem 1:16er Halbmarathon lief sie zu ihrem zweiten 70.3-Sieg der Karriere. „Ich habe heute Schritt für Schritt mein Ding gemacht und habe mein Rennen einfach durchgezogen. Jetzt bin ich superhappy, dass es für den Sieg gereicht hat. Ich hatte bei der T100 in Pamplona schon gezeigt, dass was in mir steckt – wofür ich Tag für Tag hart arbeitete nach dem Comeback mit der überstandenen Herzbeutelentzündung. Umso mehr freue ich mich jetzt über den Sieg,“ erklärte Daniela Kleiser gegenüber tri2b.com.
Meißner verlor auch noch Rang zwei an die amtierende XTERRA-Weltmeisterin Duvoisin. Die Deutsche ging hinter der Ziellinie sofort in die Knie und benötigte anschließend medizinische Hilfe. Dahinter vervollständigte ein deutsches Trio mit Daniela Bleymehl (4.), Merle Brunnée (5.) und Saskia Haug (6.) die Top Six.
So lief das Männerrennen
Der Vorjahreszweite Fabian Kraft führte nach 23:01 min eine sechsköpfige Spitzengruppe in die T1. Innerhalb von nur 13 Sekunden startenden der amtierende IRONMAN 70.3-Europameister, sowie Sven Thalmann, Fabian Meeusen (beide SUI), Cedric Osterholt, Justus Töpper und Janne Büttel auf die Radstrecke. Nach der ersten Überfahrt des Schindelbergs (km 22) war aus dem Sextett ein Trio geworden. Osterholt führte vor Büttel und Kraft. Dahinter wurde die Lücke immer größer.
Nach gut der Hälfte der Raddistanz, bei der kleinen Schleife über Büchig, war ein französisches Trio mit Valentin Rouvier (+2:51), Dorian Müller und Erwan Jacobi die ersten Verfolger. In Schlagdistanz lag zu diesem Zeitpunkt auch noch der Darmstädter Paul Schuster (+3:07).
Deutsche Trio nach dem Radfahren auf Siegkurs
Auf dem Rückweg nach Bad Schönborn blieb das deutsche Spitzentrio zusammen. Dahinter hatte sich Müller allein auf die Verfolgung gemacht und wechselte als Vierter (+2:03) in die Laufschuhe, gefolgt vom Belgier Joran Driesen (+3:27).
Fabian Kraft kraftlos – Cedric Osterholt mit dem besten Pacing
In der ersten Laufrunde sah es zunächst so aus, dass Fabian Kraft auf Siegkurs ist. Der Nürnberger hatte seine Mitstreiter Osterholt und Büttel um einige Meter distanziert. Als Kraft in der zweiten Runde aus dem Kurpark zurückkam, war aus seinem Highspeed-Laufschrift ein zügigeres Joggen geworden. Während die Konkurrenz vorbeizog, gab der Vorjahreszweite zum Ende der zweiten Laufrunde auf.
Urplötzlich war Osterholt in Führung. Der 26-Jährige, der im Vorjahr bei seiner Mitteldistanz-Premiere bereit Fünfter im Kraichgau war, ließ sich die einmalige Chance nicht mehr nehmen und lief zum Sieg. „Ich hatte heute einen nahezu perfekten Tag. Auf dem Rad konnten wir uns zu dritt mit Fabian Kraft und Janne Büttel absetzen und haben einen guten Vorsprung herausgefahren. Auf der Laufstrecke war es dann superheiß. Da war dann Pacing angesagt und konstant durchlaufen. Ich bin superhappy mit dem Tag heute“, bilanzierte Cedric Osterholt im Ziel.
Hart gekämpft wurde noch um Rang zwei. Janne Büttel versuchte alles, um den immer näher heranrückenden Driesen auf Distanz zu halten. Vergebens – Joran Driesen sicherte sich Rang zwei vor Janne Büttel.
Mit Paul Schuster (7.), Lennart Sievers (8.) und Tom Hug (10.) schafften noch drei weitere deutsche Pros den Sprung in die Top Ten.







