
Die Favoritinnen
Taylor Knibb ist die Topfavoritin Nummer eins auf den IRONMAN 70.3 WM-Titel 2025, trotz des Marathon-Dramas beim IRONMAN Hawaii, wo sie wenige Kilometer vor dem Ziel mit einem Hitzekollaps aufgeben musste. Knibb ist hart im Nehmen, was sie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 eindrucksvoll zeigte. Sturzgeplagt vom Einzelzeitfahren war sie wenige Tage später der Garant für das Olympia-Silber der US-Mixed-Staffel.
Gelingt Knibb deR vierte WM-Sieg in Serie?
Zudem ist die 27-jährige über die 70.3 Distanz seit drei Jahren ungeschlagen. Ihre letzte Niederlage über die halbe IRONMAN-Distanz datiert aus dem Herbst 2022. Bei der IRONMAN 70.3 WM in St. George musste sie damals der Britin Lucy Charles-Barclay den Vortritt lassen. Danach folgten drei 70.3 WM-Titel in Serie. Für Knibb spricht zudem, dass ihr der schwere Radkurs liegen dürfte.
Die angesprochene Lucy Charles-Barclay ist auch diesmal eine der großen Gegenspielerinnen von Knibb. Offen ist auch bei der Britin, wie gut sie ihr Kona DNF wirklich verdaut hat. Vom epischen Kona-Schlagabtausch sind auch noch Kat Matthews und die neue IRONMAN Weltmeisterin Solveig Lovseth mit von der Partie, während Laura Philipp ihren Start anfangs der Woche abgesagt hatte. Als Grund nannte die Heidelbergerin die akute schwere Erkrankung ihres Hundes Nino.
IRONMAN Pro Series: Kann Lovseth noch an Matthews vorbeiziehen?
Die Britin Kat Matthews und die Norwegerin Solveig Lovseth, zwischen denen am Alii Drive nur mickrige 35 Sekunden über Sieg und Rang zwei entschieden, sind am Samstag auch in der Gesamtwertung der IRONMAN Pro Series die großen Konkurrentinnen um den Gesamtsieg. Matthews (20.854 Punkte) führt dort mit über 800 Punkten Vorsprung vor Lovseth (20.018). Damit Lovseth eine Chance auf den Gesamtsieg hat, benötigt sie ein Topergebnis und gleichzeitig müsste Matthews mit deutlichem Rückstand auf die Topränge ins Ziel kommen (oder dieses nicht erreichen). Der dritte Rang in der Pro Series geht sicher an die Österreicherin Lisa Perterer, die erkrankungsbedingt auf einen Start in Marbella verzichtet, mit ihren 17.956 Punkten aber uneinholbar für die hinter ihr platzierten Konkurrentinnen ist.
Dazu zählt die Heidelbergerin Laura Jansen, die im Pro Ranking als bestplatzierte Deutsche auf Rang fünf liegt und diesen Platz mit einem soliden WM-Rennen auch behaupten dürfte.
Nach Philipps Startverzicht: Wer wird die beste Deutsche in Marbella?
Im Bezug auf die WM-Entscheidung sind die Leipzigerin Caro Pohle und die Neubrandenburgerin Lena Meißner etwas höher als Jansen einzuschätzen. Für die beiden Protagonistinnen des unrühmlichen Fotofinishs bei der diesjährigen IRONMAN 70.3 EM in Jönköping, als Meißner zunächst der Sieg nach dem Protest von Pohle aberkannt wurde und diesen vor wenigen Wochen nach einem Juryentscheid wieder zugesprochen bekam, könnte es an einem guten Tag durchaus in die Top Ten gehen. Spannend wird zudem der Auftritt der Kurzdistanz-Spezialistin Tanja Neubert, die gerade erst die WTCS-Saison als Gesamtzehnte beendete. Die fünfte deutsche Prostarterin ist Bianca Bogen.
Allerdings stehen in der Startliste noch eine ganze Reihe von Athletinnen, wie z.B. die Kanadierin Paula Findlay, die Britin Georgia Taylor-Brown oder die Australierin Ellie Salthouse, denen ähnliches zuzutrauen ist. Entscheidend wird sein, wer am Ende einer langen Saison nochmals alle Kräfte mobilisieren kann und sich zudem mit dem schweren Radkurs bestmöglich anfreundet.
Die Favoriten
In der Männerkonkurrenz gilt es das Norweger-Trio mit dem aktuellen IRONMAN-Weltmeister Casper Stornes, Gustav Iden und Kristian Blummenfelt zu schlagen. Nach dem historischen Nizza-Coup, wo sie gemeinsam auf dem Podium standen, haben sie sich akribisch auf den 70.3 Showdown in Marbella vorbereitet. In der dünnen Höhenluft der Sierra Nevada fand der nochmalige Formaufbau statt, unterbrochen von Einheiten auf den Wettkampfstrecken in Marbella.
Ist auch die IRONMAN 70.3 WM fest in norwegischer Hand?
Gemeinsam führen sie auch die IRONMAN Pro Series an. Blummenfelt führt dort vor dem letzten Rennen mit 20.015 Punkten vor Stornes (19.067) und Iden (18.100). Für den Sieg gibt es am Sonntag 3.000 Punkte. Sowohl Blummenfelt und Stornes können mit einem Topergebnis ihr Punktekonto nochmals aufbessern, da so ihr schwaches Ergebnis vom IRONMAN 70.3 Oceanside aus der Wertung fällt. Sollte Blummenfelt einen richtig schlechten Tag erwischen oder ausscheiden, dann hätte Stornes noch eine Chance auf den Gesamtsieg.
Wie schon bei der WM in Nizza wird das Norweger-Trio auf dem anspruchsvollen Radkurs ihre Stärken gekonnt ausspielen und die Konkurrenz früh unter Druck setzen.
Allen voran Jelle Geens dürfte das zu spüren bekommen. Der Belgier, der in Marbella als Titelverteidiger an den Start geht, hatte bei seinen diesjährigen T100-Auftritten teils erheblich Zeit auf die starken Radfahrer eingebüßt – und dies bei deutlich weniger anspruchsvollen Kursen.
Können Bogen und Schomburg die Norweger unter Druck setzen?
Der bergige Radkurs, mit seinen knapp 1.800 Höhenmetern, dürfte aber nicht nur den Norwegern liegen. Von den deutschen Pros werden vor allem Rico Bogen und Jonas Schomburg ihre Chancen in ihrer Paradedisziplin nutzen, um sich so einen Vorsprung vor den starken Läufern herauszuarbeiten. Bogen der im Oktober auf den anstrengenden Reisetrip zum T100-Rennen ins australische Wollongong verzichtete, hat sich zuletzt auf Mallorca für den Auftritt in Marbella vorbereitet. Schomburg gönnte sich nach seinem erfolgreichen Doppelstart mit der IRONMAN WM in Nizza und dem T100 Spain eine kleine Verschnaufpause und bereitete sich in den letzten Wochen ebenfalls nochmals gezielt auf die IRONMAN 70.3-WM vor.
Die zweite deutsche Sturmreihe
Nach den bisherigen Saisonergebnissen zählen auch Fabian Kraft und Lasse Nygaard Priester zu den Anwärtern auf eine Topplatzierung. Kraft gewann im Juli die IRONMAN EM in Jönköping und triumphierte Ende August auch dem zur Pro Series zählenden IRONMAN 70.3 Zell am See-Kaprun.
Dort verpasste Nygaard Priester als Vierter zwar knapp das Podium. Der Sieger des diesjährigen IRONMAN 70.3 Kraichgau kommt aber mit der Empfehlung des Siegs bei der Challenge Forte Village in Sardinia in der Vorwoche nach Südspanien. Ein starkes Saisonfinale legte bisher auch Leonard Arnold hin, der im August den IRONMAN Switzerland gewann und anschließend bei der Challenge Sanremo erfolgreich war. Auch der Sauerländer zählt zu den starken Radfahrern im Feld, der in einem Instagram-Post allerdings durchblicken ließ, dass die letzten Wochen von „Up and Downs“ geprägt waren.
Die weiteren deutschen Pros im Feld der 70 gemeldeten Profimänner sind Willy Hirsch, Tom Hug, Nick Emde und Andreas Dreitz. Letztgenannter kehrt nach seinem beim IRONMAN 70.3 Zell am See-Kaprun erlittenen Schlüsselbeinbruch und der verpassten WM in Nizza ins Renngeschehen zurück. Dreitz hat zudem allen seiner Mitkonkurrenten eines voraus. Er gewann schon mal in Marbella. 2019 stand er dort ganz oben auf dem Podium.









