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IRONMAN 70.3 WM: Charles-Barclay gewinnt vor Knibb, Neubert holt Bronze

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Lucy Charles-Barclay ist die neue IRONMAN 70.3 Weltmeisterin. Die Britin duellierte sich in Marbella an der spanischen Costa del Sol wie schon beim IRONMAN Hawaii lange mit der US-Amerikanerin Taylor Knibb, bevor sie sich im Halbmarathon nach gut acht Kilometern an die Spitze setzte und in 4:14:54 Stunden zum zweiten IRONMAN 70.3 WM-Titel nach 2021 lief. Die entthronte Knibb (4:17:55), die die letzten drei 70.3 WM-Rennen gewinnen konnte, und vor vier Wochen auf Hawaii den schon fast sicheren Sieg durch einen dramatischen Hitzekollaps noch aus den Händen gab, brachte Rang zwei sicher nach Hause. Die Überraschung des Tages gelang über die 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen der gebürtigen Erlangerin Tanja Neubert (4:22:07), die aus der Gruppe der Verfolgerinnen heraus mit einem superstarken Halbmarathon auf Rang drei lief.
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Das Podium der IRONMAN 70.3 WM 2025: Taylor Knibb, Lucy Charles-Barclay und Tanja Neubert (v.l.) – Bildrechte: Getty Images for IRONMAN

Lucy Charles-Barclay eröffnete das Schwimmen erneut mit einem Feuerwerk. Schon nach der kurzen Startgeraden hatte sie das komplette Feld distanziert und nur Taylor Knibb und die Britin Jessica Learmonth konnten einigermaßen folgen. Nach 25:05 min kam die 32-Jährige aus dem Wasser, gefolgt vom Duo Knibb/Learmonth (+0:47 min). Dahinter klaffte eine Lücke von über einer Minute, bevor eine größere Gruppe in die T1 stürmte. Als bestplatzierte deutsche Athletin lag Caro Pohle (+2:12) auf Rang acht. Direkt dahinter folgten Bianca Bogen und Tanja Neubert. Mit dabei in der Gruppe waren auch die weiteren Favoritinnen Katrina Matthews (GBR), Paula Findlay (CAN) und Solveig Lovseth (NOR).

Knibb attackiert früh – Charles-Barclay lässt sich nicht abschütteln

Auf dem Rad übernahm Knibb anschließend sofort die Initiative und schloss schon zum Beginn des ersten Anstiegs die Lücke zu Charles-Barclay. Mit kraftvollen Tritten konnte sie sich schnell einen kleinen Vorsprung verschaffen und zunächst sah es so aus, als ob die US-Amerikaner nun zu einem Solo ansetzt, doch Charles-Barclay ließ das imaginäre Gummiband nicht los. In der anschließenden Abfahrt und dem folgenden welligen Abschnitt fuhr sie wieder heran. Dieser Move war, wie sie nach dem Rennen im Zielinterview feststellte, „das Ticket zum Sieg“. Das Renngeschehen war nun eine Doublette des IRONMAN Hawaii, als die beiden an der Spitze im Höllentempo über den Queen Kaahumanu Highway flogen.

Neubert bei den Verfolgerinnen mit dabei

Auch diesmal sorgte das Duell dafür, dass die Verfolgerinnen keine Chance hatten heranzukommen. Learmonth hatte in der Zwischenzeit von der Dänin Sif Bendix Madsen, Kat Matthews und Paula Findlay Gesellschaft bekommen und lagen auf dem Rückweg vor dem zweiten langen Anstieg um die vier Minuten zurück. Knapp dahinter fuhr zu diesem Zeitpunkt Tanja Neubert. Die leichtgewichtige DTU-Kaderathletin, die erst vor 14 Tagen die diesjährige WTCS-Serie mit einem superstarken zehnten Platz abschloss, hatte mit der Französin Marjolaine Pierré eine kletterstarke Partnerin gefunden.

Knibb versuchte es auf dem Rückweg von dem Scheitelpunkt der Radstrecke bei Ojen erneut ihre Kontrahentin abzuschütteln, was ihr aber nicht gelang. So gingen die beiden gemeinsam in die schnelle Abfahrt zur Küste. Erst auf den finalen Kilometern durch Marbella ging die Lücke nochmals bis auf knapp 20 Sekunden auf, wobei Knibb den Vorsprung durch einen schlechten Wechsel fast wieder komplett einbüßte.

3:49 min dauerte es bis Kat Matthews die Verfolgerinnen in die T2 führte. Wobei aus dem Quartett bereits ein Trio geworden war, da Findlay auf den letzten Kilometer noch eine gute Minute Rückstand hinnehmen musste. An Position sieben folgte Tanja Neubert, die mit +6:35 min ihr Rad abstellte.

Vorne verteidigte Knibb ihren kleinen Vorsprung auf den ersten Laufkilometern und führte an der 5 km-Marke mit 16 Sekunden vor Charles-Barclay. Matthews machte zunächst etwas Boden auf die Spitze gut, bevor sie plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Straßenrad saß und sich an die linke Wade fasste. Die Führende der Pro Series blieb zunächst noch im Rennen, bevor wenig später das schmerzliche DNF folgte. Ebenfalls raus aus dem Rennen war Paula Findlay, so dass Neubert bereits auf Rang vier lag und nur noch Learmonth zwischen ihr und den beiden Spitzenathletinnen lief.

Die Medaillen werden an der Hafenmole vergeben

Diese hatten sich nach gut einem Drittel der Laufdistanz wieder zusammengefunden Charles-Barclay zog nun Knibb durch die Straßen von Marbella. Als es in Richtung des Wendepunkts auf der Hafenmole des Yachthafens ging, konnte Knibb nicht mehr folgen. Schnell vergrößerte sich der Abstand und Charles-Barclay war nun endgültig auf dem Weg zu ihrem zweiten IRONMAN 70.3 WM-Titel nach 2021, als sie in St. George vor Knibb gewinnen konnte.

Die Hafenmole war auch der Schauplatz der Entscheidung um Rang drei. Tanja Neubert lief dort mit flinken Schritten an Jessica Learmonth vorbei, die keinerlei Gegenwehr zeigte. Somit war der Weg der gebürtigen Erlangerin zum 70.3 WM-Podium geebnet, die am Olympiastützpunkt in Saarbrücken unter Steffen Justus trainiert und zum Ende der Saison 2024 beim IRONMAN 70.3 Bahrain ihre erste Mitteldistanz absolvierte. Dort war sie Zweite hinter der Britin Georgia Taylor-Brown, die heute direkt hinter der Deutschen auf Rang vier einlief.

Die weiteren Deutschen: Bianca Bogen in den Top 15, Laura Jansen mit DNF

Ein starkes Rennen zeigte auch die Leipzigerin Bianca Bogen, die sich auf Rang 13 platzierte. Die ebenfalls aus Leipzig stammende Caro Pohle kam auf Platz 23 ins Ziel. Keinen guten Tag erwischte Laura Jansen. Die Heidelbergerin stieg bereits nach wenigen Kilometern auf der Radstrecke aus. Ihren fünften Rang im Pro Series-Ranking konnte sie trotzdem verteidigen, da ihre direkte Kontrahentin Regan Holioake als 29. über 28 min auf die Siegzeit verlor.

Matthews trotz DNF erneut Gesamtsiegerin der IRONMAN Pro Series

Gleiches gilt für Kat Matthews, die trotz ihres DNFs erneut die Gesamtwertung (20.845 Punkte) der IRONMAN Pro Series für sich entschied. Solveig Lovseth (2./20.351), die norwegische Überraschungsweltmeisterin von Kona, konnte mit ihrem sechsten Tagesrang nur einen Teil des Punkterückstands wettmachen.

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