
Bevor die bekannten Protagonisten das Zepter in der 70.3 WM-Entscheidung übernahmen, war es der Italiener Alessio Crociani, der in 22:21 min als Solist die beste Schwimmzeit des Tages vorlegte. Das dichtgedrängte Feld der Favoriten kam mit einer halben Minute Rückstand in die erste Wechselzone. Allerdings verspielte Crociani seinen Vorsprung bereits durch einen langsamen Wechsel. Innerhalb von einer Minute stiegen fast 40 Athleten aufs Rad. Einer der Leidtragenden war in der Hektik Jelle Geens, der sich gleich am ersten Kreisverkehr nach dem Radaufstieg auf den Asphalt legte. Neben einer schmerzenden Hüfte bekam auch die Schaltung seines Zeitfahrrads einen Schaden ab, die ihn im bald folgenden ersten Anstieg langen behindern sollte, bevor der technische Support Abhilfe schaffte.
Im Anstieg formiert sich die Gruppe der starken Radfahrer
Bis zum Beginn des Anstiegs waren die ersten Kilometer auf der engen, von Kreisverkehren mehrmals unterbrochenen Fahrspur von einer Rudelbildung geprägt. Wie ein Blitzlichtgewitter leuchteten die Race-Ranger Abstandsmesser an den Rädern der an einer Perlenschur aufgereihten Pros auf.
Als der Anstieg ins Hinterland der Sierra Blanca erreicht war, sortierte sich das Feld allerdings schnell. Die starken Radfahrer übernahmen das Zepter. An der Spitze fuhren abwechselnd Jonas Schomburg und der Südafrikaner Jamie Riddle. Schnell kam auch Kristian Blummenfelt nach vorne, der von hinten wild gestikulierend bei Schomburg mehrmals das Rechtsfahrgebot anmahnte. Ebenfalls nach vorne fuhren mit hohen Wattzahlen Rico Bogen, Magnus Ditlev (DEN) und Mathis Margirier (FRA).
Durch das Tempodiktat der „Überbiker“ reduzierte sich die Spitzengruppe bis zum Kulminationspunkt im Bergdorf Ojen nach gut 20 km auf nur elf Athleten, wobei auch Geens trotz seiner Schaltungsprobleme etwas überraschend den Anschluss halten konnte.
Neben den bereits Genannten waren auch noch Casper Stornes, Panagiotis Bitados (GRE), Simon Westermann (SUI) und Gregor Payet (LUX) mit dabei. Während sich u.a. Vincent Luis (FRA), Gustav Iden (NOR) und auch alle weiteren Deutschen weiter hinten einreihen mussten. Lasse Nygaard Priester erhielt zudem eine Littering-Penalty, die ihn noch weiter zurückwarf.
Auf der folgenden Abfahrt und den anschließenden Rolling Hills konnte bald der Luxemburger Payet nicht mehr folgen. Schon zu diesem Zeitpunkt an der Wende nach gut 45 km zeichnete sich ab, dass von hinten niemand mehr nach vorne fahren würde. Die große, in die Länge gezogene Verfolgergruppe, in der die beiden deutschen Nick Emde und Leonard Arnold vertreten waren, hatte bereits an die drei Minuten Rückstand.
Neunköpfige Spitzengruppe schaffte es gemeinsam über alle Berge
Als es auf dem Rückweg in die sich lange ziehende Steigung ging, fuhr zunächst Margirier und dann Ditlev nach vorne. Der großaufgeschossene Däne wuchtet sein TT-Bike mit einem dicken Gang nach oben und kurzzeitig schien es so, dass die Gruppe auseinanderfällt. Es war dann Blummenfelt, der die Lücke schloss. Nur der Grieche Bitados verlor endgültig den Anschluss, so dass eine neunköpfige Spitzengruppe die Passhöhe bei Ojen erreichte.
Auf der finalen Abfahrt in Richtung der Küste gab es keine Veränderung mehr, da die diversen Begleitmotoräder der Medien und Kampfrichter nicht nur einmal ungewollt Windschatten gaben.
Bogen eröffnet die Laufentscheidung
Innerhalb von nur 18 Sekunden stieg die Neunergruppe vom Rad. Rico Bogen eröffnete nach einem guten Wechsel den Halbmarathon, bevor zunächst Blummenfelt, Riddle und Schomburg vorbeizogen. Wenige später lief auch Geens am Leipziger vorbei. Nur kurz bestand nun eine vierköpfige Spitzengruppe mit Blummenfelt, Schomburg Riddle und Geens. Noch deutlich vor der 5 km-Marke ging der beim Radfahren leidgeprüfte Belgier in die Attacke und nur Blummenfelt konnte sich an seine Fersen heften. Als Duo liefen die beiden nun über den Laufparcours, wobei Geens immer wieder versuchte mit Tempoverschärfungen seinen Widersacher abzuschütteln.
Dahinter hatte sich gegen Ende der ersten Laufrunde auf der Hafenmole Casper Stornes an Schomburg herangearbeitet, die nun ebenfalls ein Duo bildeten. Mitte der zweiten Laufrunde konnte sich der Norweger von Schomburg lösen, der zunächst noch in Schlagdistanz blieb.
Geens und die Klette Blummenfelt
Vorne setzte derweil Geens wieder einen Angriff, den Blummenfelt erneut parierte und sich gut vier Kilometer vor dem Ziel selbst kurz die Spitze setzte. Nach einem kurze Wortwechsel ging der belgische Titelverteidiger wieder nach vorne und auch der Abschnitt zu den finalen Wendepunkten auf der Hafenmole brachte keine Entscheidung.
Es ging auf einen langen Schlussspurt zu, den Blummenfelt eröffnete. Doch Geens hielt voll dagegen und übernahm vor den letzten beiden 90-Gradkurven die Führung. Auf der Zielgeraden am Banus Beach konnte Blummenfelt nicht mehr kontern und ließ es die finalen Meter austrudeln.
Dahinter lief der amtierende IRONMAN Weltmeister Caspers Stornes auf Rang drei, der sich zuvor kurzzeitig sogar aufmachte die beiden Führenden noch zu stellen, dann aber in die Fanrolle schlüpfte und seinen Trainingskumpel Blummenfelt mehrmals lautstark anfeuerte.
Jonas Schomburg hatte seinerseits den finalen starken Kilometern von Stornes nichts mehr entgegenzusetzen und lief auf einem ungefährdeten vierten Platz ins Ziel. Rico Bogen, der sichtlich litt, hielt dahinter mit viel Kampfgeist Magnus Ditlev auf Distanz und wurde dafür mit Rang fünf belohnt.
Stark in den Laufschuhen unterwegs war auch Leonard Arnold. Der Sauerländer platzierte sich als drittbester deutscher Pro auf Rang 13. Die Platzierungen der weiteren Deutschen: 25. Lasse Nygaard Priester, 40. Nick Emde, 51. Willhelm Hirsch, 54. Andreas Dreitz. Tom Hug hatte seinen Start am Vortag aufgrund einer noch nicht vollständig auskurierten Erkrankung abgesagt.
Blummenfelt holt Pro Series Gesamtsieg – Iden fliegt noch vom Podium
In der IRONMAN Pro Series gab es bei den beiden Spitzenpositionen keine Veränderungen mehr. Kristian Blummenfelt holte sich mit 21.200 Punkten den Seriensieg und darf sich über die 200.000 US-$ Bonusprämie freuen. Casper Stornes (20.414) blieb Zweiter. Eine Veränderung gab es auf Rang drei. Gustav Iden (18.145) fiel durch seinen schwachen Auftritt (36./ 17:26 min Rückstand auf die Siegerzeit) noch auf Rang fünf zurück. Nutznießer waren der Däne Kristian Hogenhaug (18.530) und der Australier Nick Thompson (18.415), die noch auf die Ränge drei und vier nach vorne rückten.























