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Tjebbe Kaindl verbuchte nach 23:07 min den Etappensieg beim Schwimmen im Zeller See. Direkt an seinen Fersen hingen Willy Hirsch und Fabian Kraft. Nur wenige Sekunden dahinter stürmte die Verfolgergruppe, angeführt vom Dänen Valdemar Solok, in die T1 am Strandbad Seespitz. In der Gruppe vertreten waren neben Topfavorit Jelle Geens auch ein deutsches Trio mit Lasse Nygaard Priester, Johannes Vogel und Jan Stratmann.
Priester und Geens setzen sich früh ab
Nach der schnellen Anfahrt über Taxenbach und dem Anstieg hinauf zum Filzensattel sortierte sich das Feld. Geens übernahm die Führung und nur Priester konnte dem zweimaligen IRONMAN 70.3-Weltmeister folgen. Kaindl (+0:48) führte die Verfolger in die schnelle Abfahrt nach Maria Alm. In Schlagdistanz lag nach dem schweren Teil der Radstrecke auch noch Fabian Kraft (+1:19), während die weiteren deutschen Pros um Johannes Vogel und Tom Hug schon über zwei Minuten zurücklagen.
Nach der Abfahrt setzte sich zunächst Priester wieder an die Spitze und zog Geens in Richtung Zell am See. Wie sehr sich beide gegenseitig anstachelten, zeigte sich im immer größer werdenden Vorsprung auf die Verfolger. Das Trio mit Kaindl, Kraft und Solok hatte bei der Durchfahrt von Zell am See nach 60 Kilometern schon fast zwei Minuten Rückstand. Auf der finalen Schleife in Richtung Kaprun vergrößerte sich der Vorsprung bis auf 2:44 min. Zu den drei Verfolgern schlossen auf den finalen Kilometern noch Gregor Payet (LUX), Trevor Foley (USA), Damien Le Mesnager (FRA) und Joran Driesen (BEL) auf.
Volle Attacke nach der T2
An der Spitze setzte Nygaard Priester nach dem Wechsel sofort auf Attacke. Schon auf den ersten Kilometern konnte der Wahlfreiburger seinen belgischen Kontrahenten um eine halbe Minute distanzieren. Der sichtbare Leistungsunterschied setzte sich auch im weiteren Verlauf des Halbmarathons fort. Lasse Nygaard Priester, der direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz angereist war, spulte die 21,1 km in 1:10:58 Stunden herunter und unterbot mit seiner Siegerzeit von 3:43:29 Stunden den bestehenden Streckenrekord von Fabian Kraft (2025: 3:44:31) um eine gute Minute. Geens, der den ganzen Sommer verletzungsbedingt keine Rennen bestritten hatte, wurde in 3:45:59 Stunden Zweiter, gefolgt von Tjebbe Kaindl (3:48:22). Der Luxemburger Gregor Payet (3:49:35), im Vorjahr Zweiter hinter Kraft, folgte als Vierter.
In die Top Ten ging es für Jonas Hoffmann und Willy Hirsch, die die Ränge neun und zehn belegten. Gar nicht gut lief es beim Laufen für Vorjahressieger Fabian Kraft, der bis auf Platz 18 durchgereicht wurde.
Laura Philipp schon mit der Spitze aus dem Wasser
Bei den Frauen bildete sich beim Schwimmen eine vierköpfige Führungsgruppe mit Rani Skrabanja (NED), Luisa Iogna Prat (ITA), Lisa Perterer und Laura Philipp. Die Niederländerin Skrabanja verbuchte in 26:28 min den Titel „first out of the water“, knapp vor ihren Mitstreiterinnen. Nach einem schnellen Wechsel schob Philipp als Leaderin ihre Zeitfahrmaschine über den Aufstiegsbalken. Mit geringen Abständen starteten auch die deutschen Pros Johanna Ahrens (+0:20 min) und Larissa Jasper (+0:25) auf die Radstrecke.
Aus dem Spitzenquartett wurde auf der Radstrecke schnell ein Spitzenduo. Philipp und Perterer flogen im Duett über den Parcours, wobei die Österreicherin nach einem Kettenabwurf zu Beginn des Anstiegs viel Kraft investieren musste, um nochmals zur deutschen Topfavoritin aufzuschließen. Die Konkurrenz lag schon zur Halbzeit des Radfahrens weit zurück, wobei die Schweizerin Leana Bissig (+4:36) zur ersten Verfolgerin avancierte. Zweitbeste Deutsche war zu diesem Zeitpunkt Larissa Jasper, die in ihrer ersten Profisaison als Siebte (+7:12 min) auf dem Weg zu einer Top Ten-Platzierung war.
Perterers Penalty die Vorentscheidung
Bei der Durchfahrt von Zell am See musste Perterer dann am Penalty-Zelt stoppen. Gegen die 34-Jährige war eine 2-Minuten-Penalty für Drafting verhängt worden. Das Rennen war damit so gut wie entschieden. Mit 2:04 min Vorsprung ging Philipp in den Halbmarathon. Zwei Wochen vor der IRONMAN 70.3 WM in Nizza schaltete die Heidelbergerin trotz des klaren Vorsprungs nicht in den Trainingsmodus zurück. Obwohl sie mit den warmen Spätsommertemperaturen zu kämpfen hatte, baute sie auf der ersten Wendepunktrunde zur Ostseite des Zeller Sees den Vorsprung auf über drei Minuten aus. Perterer lief ebenso sicher auf ihrem zweiten Platz, während dahinter die Plätze nochmals getauscht wurden. Bis zur Hälfte der Laufdistanz konnte Bissig ihren dritten Platz verteidigen, bevor sie von der stark laufenden Britin India Lee abgelöst wurde. Auf den finalen Kilometern zog dann auch noch die Dänin Anastacia Damm Nielsen an Leana Bissig vorbei und sicherte sich so Rang vier.
Für die zweitbeste deutsche Platzierung sorgte Sarah Schönfelder auf Rang sechs, gefolgt von Larissa Jasper (8.) und Saskia Haug (9.).
Philipp jetzt die Führende in der IRONMAN Pro Series
Mit dem Sieg übernahm Laura Philipp auch die Führung in der IRONMAN Pro Series 2026. Sie führt nun vor den beiden abschließenden Rennen (IRONMAN 70. WM Nizza und IRONMAN Hawaii) mit 14.663 Punkten vor der Dänin Katrine Christensen (13.156) und Grace Thek (12.996) aus Australien.
Overall-Agegroup-Sieg für Julia Lange
Während bei den Pros die Overall-Siege nach Deutschland gingen, gab es in der Agegroup-Overallwertung eine österreichische Siegerin. Es gewann Julia Lange (AG F30-34), die Ehefrau des dreimaligen IRONMAN Hawaii-Siegers Patrick Lange. Die Salzburgerin triumphierte in 4:47:56 Stunden und hätte sich damit bei den Pros noch in den Top 20 platziert.






