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IRONMAN Arizona: Koolhaas und Dailey gewinnen die letzte Austragung

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Der Niederländer Menno Koolhaas und die Britin Simone Dailey siegten beim letztmals ausgetragenen IRONMAN Arizona (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen) in Tempe mit neuen Streckenrekorden. Koolhaas setzte sich in 7:28:52 Stunden überlegen vor dem US-Amerikaner Sam Long (7:37:22) durch, dessen Start lange auf der Kippe stand, da seine Frau Lara Gruden das zweite Kind erwartet. Rang drei ging an den US-Triathlon Routinier Ben Kanute (7:38:57). Dailey gewann vor der US-Amerikanerin Rachel Zelinskas (8:41:41) und der Italienerin Elisabetta Curridori (8:44:46).
Menno Koolhaas
Menno Koolhaas gewinnt den letzten IRONMAN Arizona – Bildrechte: tri2b.com

Menno Koolhaas führte beim Schwimmen im Tempe Town Lake bereits eine mehrköpfige Spitzengruppe an. Der Niederländer kam nach 50:15 min in die T1. Die Gruppe, in der u.a. der Schweizer Andrea Salvisberg, der Brite Joshua Lewis und der US-Amerikaner Ben Kanute mit vertreten waren, blieb anschließend auch zusammen. Das Quartett sollte sich fast über die kompletten 180 Radkilometer nicht aus den Augen lassen, während dahinter Sam Long einem vierminütigen Schwimmrückstand hinterherfuhr. Erst zum Ende des Radfahrens fielen Salvisberg und Lewis zurück, während Long nur noch gut drei Minuten hinter dem Führenden Koolhaas in den Marathon wechselte. Koolhaas, 2024 Fünfter beim IRONMAN Hawaii, baute nun seinen knappen Vorsprung vor Kanute kontinuierlich aus. Der US-Amerikaner bekam derweil Druck von hinten und musste noch vor der Halbmarathonmarke seinen zweiten Rang an Landsmann Long abgeben. Platz eins und zwei waren vergeben, während es auf den finalen Kilometern ein Duell zwischen Kanute und Colin Szuch gab, dass zugunsten des Triathlon-Routiniers Kanute ausging und sich so auch den letzten der drei ausgelobten Kona-Slots sicherte.

Das Rennen der Frauen

Die Spanier Lara Hernandez-Tome konnte beim Schwimmauftakt in superschnellen 49:45 min den Etappenerfolg verbuchen, die auch auf dem Rad lange die Führung behaupten sollte. Erst nach über vier Stunden Renndauer konnte zunächst die US-Amerikanerin Alice Alberts die Lücke schließen und die Führung übernehmen. Kurz vor dem Radziel zogen auch noch die Britin Simone Dailey und mit Rachel Zilinskas eine weitere US-Athletin an der Spanierin vorbei.

Im Marathon konnte Albert zunächst die Führung behauten, bevor sich kurzzeitig Zilinskas an die Spitze setzte. Die zweite Marathonhälfte gehörte dann Simone Dailey, die vielen wohl eher unter ihrem früheren Namen Simone Mitchell bekannt ist. Bei ihrem letzten Auftritt als Profiathletin lief sie nun ihrem zweiten IRONMAN-Erfolg (8:37:17) nach 2019 entgegen. Damals gewann sie als Neo-Profi den IRONMAN Wales. Rachel Zelinskas (8:41:41) folgte auf Rang zwei. Rang drei ging an die laufstarke Italienerin Elisabetta Curridori (8:44:46), die sich kurz vor dem Ziel noch an Alberts vorbeischieben und so auch noch den dritten Kona-Qualiplatz schnappte.

Mit dem diesjährigen IRONMAN Arizona endet auch da 20-jährige Kapitel der Veranstaltung. Tempe, eine Vorstadt von Arizonas Hauptstadt Phoenix ist geprägt von starkem urbanem Wachstum. Stetig zunehmender Verkehr und viele Baustellen machen eine Streckenführung, die den Ansprüchen eines IRONMAN-Rennens entspricht in Zukunft nahezu unmöglich. Daher entschied man sich das Rennen, das 2005 erstmals ausgerichtet wurde, zukünftig nicht mehr durchzuführen.

Rückblick: Faris Al-Sultan gewann die IRONMAN Arizona-Premiere

Bei der Premiere 2005 gewann Faris Al-Sultan sein erstes IRONMAN-Rennen der Karriere. Das Rennen im Wilden Westen sollte auch in den Folgejahren ein gutes Pflaster für die Germans sein. Nach dem Triumph des Münchners folgten noch drei weitere deutsche Männersieger. 2008 siegte Andreas Raelert bei seinem Langdistanz-Debüt, 2010 war Timo Bracht erfolgreich und 2912 triumphierte Nils Frommhold, der in Tempe ebenfalls bei seiner erste Langdistanz gleich ein Sieg gelang. Bei den Frauen gab es in der 20-jährigen Geschichte des Rennens nur einmal eine deutsche Siegerin. 2013 war Julia Gajer erfolgreich.

Dass die Strecke in Tempo zu den schnellsten der IRONMAN-Rennen zählt, zeigte sich im Jahr 2016, als Lionel Sanders in 7:44:29 Stunden eine neue Weltbestzeit für offizielle IRONMAN-Rennen aufstellte. Seine Siegerzeit wurde erst bei der diesjährigen finalen Austragung von den ersten fünf Athleten unterboten. Gleiches gilt für die Frauenbestzeit. 2010 stellte Chrissie Wellington in 7:36:13 Stunden in Tempe eine neue IRONMAN-Weltbestzeit auf. Nur sieben Männer waren damals schneller unterwegs als die britische Ausnahmeathletin. Der Kursrekord sollte 15 Jahre unantastbar bleiben, dem finalen Angriff von Simone Dailey standhalten und wird nun in die Triathlon-Geschichtsbücher eingehen.

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