
Eine Sechsergruppe bestimmte den Schwimmauftakt im Lake Taupo. Es war der Olympiavierte Pierre Le Corre, dem bei seiner Langdistanzpremiere die Ehre zu Teil wurde, nach 48:11 min als Leader aus dem Wasser zukommen. An den Fersen des Franzosen hing ein neuseeländisches Trio mit Robert Huisman, Sam Osborne und Kyle Smith. Außerdem waren der Tscheche David Martin und der Finne Henrik Goesch ganz vorne vertreten. Frederic Funk kam nach 49:46 min mit gut eineinhalb Minuten Rückstand in die T1, direkt verfolgt von Kristian Blummenfelt.
Blummenfelt bricht der Lenker
Auf dem Rad lancierte Kyle Smith in seiner Heimat dann eine Soloflucht. Zur Hälfte der Raddistanz hatte er die Konkurrenz um 3 min distanziert, wobei Blummenfelt sich um die Verfolgung bemühte. Der Norweger führte eine massive Verfolgergruppe an, in der mit Le Corre, Mike Phillips, Jack Moody und Matt Hanson fast alle Mitfavoriten vertreten waren. Allerdings fehlte ihm zu dieser Zeit bereits die rechte Extension seines Triathlon-Lenkers, dessen Aufhängung durch eine Bodenunebenheit gebrochen war.
Nur Frederic Funk war nicht dabei, der eine gute Minute weiter zurücklag und den starken Radfahrer Trevor Foley an seiner Seite hatte.
Funk und Foley holen auf
Nach der Hälfte der Raddistanz, bei der Wende in Taupo, hatte Smith seinen Vorsprung auf 5:35 min ausgebaut. Funk hatte da bereits den Anschluss an die Verfolgergruppe geschafft. Als es wieder hinaus in die grünen Rolling Hills im Hinterland von Taupo ging, setzte der Deutsche zum Move an und fuhr zusammen mit Foley an die Spitze der Verfolgergruppe. Durch das Tempodiktat der beiden schmolz zudem der Vorsprung von Smith leicht zusammen. Als die finalen 30 km eingeläutet wurden, konnte sich Funk sogar leicht von der stark dezimierten Verfolgergruppe absetzen. Nur noch Foley, Blummenfelt und Phillips fuhren dort zusammen.
Smith nahm gut 3 min Vorsprung vor Funk in den Marathon mit, gefolgt von der Blummenfelt-Gruppe, die 5 min zurücklag. Foley machte bereits auf der ersten der vier Laufrunden einen starken Eindruck und avancierte sich als alleiniger Verfolger von Smith, während alle anderen, inkl. Blummenfelt, ihre Laufbeine (noch) nicht gefunden hatten.
Smith träumt bis km 27 vom Heimsieg
Foley, der 2024 in Lake Placid sein erstes IRONMAN-Rennen gewann, machte Schritt für Schritt Boden auf Smith gut, der nach der 27 km-Marke seine Führung abgeben musste und noch bis auf Rang elf durchgereicht wurde. Neben Foley liefen nun auch Matt Hanson und Piere Le Corre völlig entfesselt. An den führenden Foley, der in 7:46:44 Stunden zum Sieg lief, kamen sie nicht mehr heran. Es war Langdistanz-Rookie Le Corre (7:48:26), der den Routinier Hanson (7:50:39) noch Rang zwei streitig machte. Rang drei ließ sich der 40-jährige US-Amerikaner aber nicht mehr nehmen. Auf Rang vier folgte knapp dahinter der Neuseeländer Jack Moody, der damit auch den letzten der vier Kona-Slots ergatterte.
Blummenfelt validiert Kona-Slot – Funk mit Marathon-DNF
Kristian Blummenfelt hatte mit der Vergabe der Podiumsplätze schon früh nichts mehr zu tun und kam hinter dem Vorjahressieger Mike Phillips auf Rang sechs an. Seine Kona-Quali hat er damit trotzdem validiert. Kein gutes Ende nahm das Rennen für Frederic Funk. Der 28-jährige lag im Marathon anfangs gleichauf mit Phillips, bevor er noch vor der 15 km-Marke sein Lauftempo deutlich drosselte und später das DNF folgte. Über Instagram teilte Funk kurz nach dem Rennen mit, dass der Ausstieg nicht aus körperlichen Gründen erfolgte, sondern er keine Chance mehr sah sich einen der vier Kona-Slots zu sichern.
Matthews übernimmt früh die Kontrolle
In der Frauenkonkurrenz führte Fenella Langridge ein Spitzenquartett nach dem Schwimmen an. Direkt hinter der Britin kamen Lotte Wilms (NED), Rebecca Clarke und Hannah Berrry (beide AUS) in die T1. Die Topfavoritin Katrina Matthews büßte 2:39 min auf die Spitze ein.
Nach der Hälfte der ersten der zwei Radrunden hatte die Britin das Kräfteverhältnis zurechtgerückt und führte das Feld zusammen mit Berry und Wilms an. Auf die nächsten Verfolgerinnen, angeführt von der Vorjahressiegerin Regan Hollioake (AUS) hatte das Trio bereits bis zum Ende der ersten Radrunde über 3 min Vorsprung. An dieser Konstellation änderte sich auch in der zweiten Runde nichts. Das Führungstrio baute seinen Vorsprung weiter aus und wechselte 5 min vor Hollioake in die Laufschuhe.
Klare Angelegenheit im Marathon
Dort drehte Matthews gleich auf den ersten Kilometern auf. Schnell hatte sie Berry und Wilms abgeschüttelt und lief von nun an einen einsamen Marathon. Dahinter fiel auch im Fight um Rang zwei früh die Vorentscheidung, als sich Berry ebenfalls klar von Wilms absetzen konnte. Matthews machte in 8:28:55 Stunden ihren Sieg perfekt, gefolgt von Berry (8:35:43) und Wilms (8:39:57), der auf den letzten Kilometern die Kanadierin Tamara Jewett (8:41:20) noch gefährlich nahe kam. Mit ihrer Siegzeit unterbot Matthews den alten Kursrekord der US-Amerikanerin Chelsea Sodaro (2024: 8:40:06) um über 10 min., wobei die Strecken mittlerweile etwas verändert wurden. Apropos Rekorde: Tamara Jewett lief den Marathon in 2:42:40 Stunden und markierte in den Laufschuhen ebenfalls eine neue Bestzeit.
Hinter der US-Amerikanerin Danielle Lewis musst sich die Vorjahressiegerin Hollioake mit Rang sechs begnügen.






















