
Update: IRONMAN Texas von Todesfall überschattet …
Am Ende war es eine Randnotiz, dass Andrea Salvisberg nach 48:13 min als Leader aus dem Lake Woodlands stieg. Der Schweizer führte eine massive Spitzengruppe mit 20 Athleten an, die innerhalb nur 30 Sekunden in die erste Wechselzone stürmte. Ein Großteil der Favoriten war dort vertreten. Die Norweger Kristian Blummenfelt und Casper Stornes, die Belgier Marten Van Riel und Jelle Geens, sowie die beiden Deutschen Jonas Schomburg und Jan Stratmann.
Spitzengruppe mit Schomburg und Stratmann
Dahinter führte Rudy Von Berg (USA) mit +1:45 min Rückstand eine kleine Verfolgergruppe an, in der auch der Darmstädter Paul Schuster und der Norweger Gustav Iden vertreten war. Fast vier Minuten dauerte es bis Patrick Lange (52:07) seinen Swimsuit abstreifen konnte. Der Wahlsalzburger lag damit allerdings noch klar vor dem Kanadier Lionel Sanders (54:04) und US-Hoffnung Sam Long (54:11), die einmal mehr auf ihre Radstärke hoffen mussten.
Auf den ersten 20 km wurde an der Spitze sofort richtig Betrieb gemacht, mit dem Ergebnis das nur noch zwölf Athleten innerhalb von 20 Sekunden das Feld anführten. Während Schomburg und Stratmann sich vorne festbeißen konnten, musste sich Blummenfelt zunächst in der ersten Verfolgergruppe einreihen, in der auch Jonas Hoffmann fuhr.
Nach der Hälfte der Raddistanz kam langsam Bewegung ins Rennen. Die Führungsgruppe fuhr sich langsam auseinander. An der Spitze sorgten sich nun Antonio Benito Lopez (ESP), Langdistanz-Rookie Jelle Geens und Marten Van Riel ums Tempo, während Stratmann und Schomburg sich dahinter einreihten. Der erste Abgang war Salvisberg, der schon hinter die nächsten Verfolger zurückgefallen war. Unter dem Tempodiktat des Australiers Nick Thompson und Gustav Iden hatten die Verfolger fast aufgeschlossen und fuhren nur noch eine knappe Minute hinter der Spitze. Dort mit dabei: Stornes und Blummenfelt.
Lange mit frühem DNF
Nichts mehr zu sehen war von Patrick Lange. Der zweimalige Texas-Sieger fuhr nach seinem schwachen Schwimmen auf dem Rad in den 40iger Rängen und verlor weiter Zeit auf die Spitze. Noch vor der dritten Zwischenzeit bei km 65,2 folgte das DNF. „Es war nicht mein Tag, ich habe von Anfang an keinen richtigen Rhythmus gefunden. Dazu kamen Schmerzen in meiner altgekannten Schwachstelle im unteren Rücken, die auf dem Rad zunehmend stärker wurden“, postete der dreimalige King of Kona in seiner Insta-Story die Gründe zu seinem Ausstieg.
Auf den finalen 40 km schlossen die Verfolger endgültig auf und an einer langen Perlenschnur aufgereiht fuhren nun 17 Athleten innerhalb von nur 1:20 min über den Highway in Richtung T2. Es war dann der Däne Kristian Hogenhaug, der als Erster seine Zeitfahrmaschine abstellte. Dahinter folgten Rudy Von Berg (+0:23) und Jan Stratmann (+0:46). Innerhalb einer Minute lagen auch Geens, Kanute, Benito Lopez und Van Riel. Jonas Schomburg schob an Position 15 (+1:17) sein Rad über den Wechselbalken. Mit +1:43 min folgte Blummenfelt, dem ein Reifenschleicher auf den finalen Kilometern ein paar Sekunden kostete. Ebenfalls „in the Mix“ waren Iden und Stornes.
Alles offen in der T2
In der drückenden Mittagshitze der Woodlands sollte sie das Feld allerdings schnell sortieren. Hogenhaugs Führung in der T2 war so schnell dahin, wie sie gekommen war. Schonburg und Geens setzten sich in der ersten der drei Laufrunden an die Spitze, verfolgt von Benito Lopez und Van Riel. Blummenfelt hatte nach gut fünf Kilometern 1:02 min Rückstand. Jan Stratmann musste nun für seine Parforceritt bezahlen. Der Hennefer hatte schon über zwei Minuten Rückstand – Tendenz steigend.
Schomburg erster Leader
Nach der ersten der drei Laufrunden lag Schomburg knapp vor Geens (+0:17) in Führung. In Sichtweite folgten Van Riel (+0:26), Blummenfelt (+0:33) und Benito Lopez (+:0:39). Bei nun einsetzendem Regen saugten sich Van Riel und Blummenfelt an den Deutschen heran. Schomburg musste beide vorbeiziehen lassen. Im weiteren Verlauf büßte der 32-Jährige noch vier weitere Plätze ein und finishte seine erste Langdistanz der Saison auf Rang sieben.
Blummenfelt schlägt endgültig zu
Van Riels knappe Führung hielt noch bis nach der 30 km-Marke, bevor Blummenfelt wieder einmal zur Stelle war. Einmal mehr spulte der Norweger, der nach einem durchwachsenen Saisonstart beim IRONMAN Neuseeland die Siege über die 70.3-Distanz in Geelong und in Oceanside folgen ließ, die finalen Kilometer wie ein Uhrwerk (Marathonzeit: 2:30:47) herunter. Der Sieg, die Titelverteidigung und die Weltbestzeit waren perfekt. Mit aufs Podium schafften es Marten Van Riel und Casper Stornes. Mit starken Marathons gingen die nächsten Plätze an Vincent Luis (4.), Rudy Von Berg (5.) und den eher unbekannten Kanadier Brock Hoel (6.), der kurz vor dem Ziel noch Schomburg überholte.
Die sechs Kona-Slots gehen an: Marten Van Riel (BEL), Vincent Luis (FRA), Rudy Von Berg (USA), Brock Hoel (CAN), Jonas Schomburg (GER) und Kieran Lindars (GBR). Casper Stornes und Gustav Iden (beide NOR) validierten ihren Weltmeister-Slot. Kristian Blummenfelt hatte dies bereits beim IRONMAN Neuseeland erledigt.
Knibb beim Schwimmen in der Topgruppe
Beim Schwimmen musste Taylor Knibb zunächst zwei Konkurrentinnen den Vortritt lassen. Ihre Landsfrau Margarita Ryan und die Spanierin Marta Sanchez machten vor der Topfavoritin das Tempo. Rayn war nach 53:25 min als Erste aus dem Wasser, Sanchez und Knibb folgten im Sekundentakt. Es dauerte gut drei Minuten, bis Solveig Lovseth und Katrina Matthews wieder festen Boden unter den Füßen hatten. In Schlagdistanz zu den beiden Mitfavoritinnen stieg als bestplatzierte Deutsche Johanna Ahrens (57:10) aus dem Lake Woodlands. Jana Uderstadt benötige 1:04:26.
Matthews nach plattem Scheibenrad mit DNF
Wie zu erwarten, spielte Knibb auf dem Rad zunächst ihre Stärke aus. Nach 20 km hatte sie Sanchez schon fast zwei Minuten distanziert und Ryan wurde regelecht durchgereicht. Den Vorsprung auf Matthews und Lovseth konnte sie zudem auf fast vier Minuten ausbauen. Gegen Ende der ersten Radrunde schlug bei Kat Matthews dann die Defekthexe zu. Ihr Scheibenrad war platt und der Material-Support ließ auf sich warten. Gut 20 min verlor die Titelverteidigerin, die jenseits der Top Ten ihr Rennen zunächst fortsetzte. Das DNF sollte allerdings noch vor der T2 folgen.
Aus dem Dreikampf war ein Duell geworden, wobei Lovseth nun sogar Boden auf die führende Knibb gutmachte. Als nach 135 km die Wende in den Außenbezirken von Houston erreicht war, trennten die beiden nur noch knapp drei Minuten. Dahinter folgte mit gebührendem Abstand ein Duo mit Hannah Berry und Marta Sanchez (+8:20).
Lovseth im Marathon klar die Beste
Zurück in der T2 am Lake Woodlands nahm Knibb nur noch eine gute halbe Minute Vorsprung mit in den Marathon. Der knappe Vorsprung sollte bis km 8 reichen, dann zog Lovseth vorbei und Knibb gab schon mal mit einem nach oben gereckten Daumen den „Kudo“ für den Sieg. Das Rennen um die Podiumsplätze war gelaufen, auch wenn Knibb sichtlich unter den Hitzebedingungen litt und ein Stolperer an einer Wende kurz Erinnerungen an ihren Kona-Meltdown hochkommen ließ.
Solveig Lovseth lief an der Spitze das Rennen sicher nachhause und blieb mit ihren 8:11:09 Stunden nur ganz knapp über der Kursbestzeit von Kat Matthews (8:10:34) aus dem Vorjahr. Deutlich gezeichnet kam Taylor Knibb (8:14:48) als Zweite ins Ziel. Marta Sanchez (8:31:06) gab ihren dritten Platz nicht mehr ab und blieb im Laufen sogar ganz knapp unter der 3-Stunden-Marke.
Mit einem soliden Marathon lief die Darmstädterin Jana Uderstadt noch bis auf Rang acht (8:55:34) nach vorne und sicherte sich damit auch einen der sechs Kona-Slots.
Die sechs Kona-Slots gehen an: (2.) Taylor Knibb (USA), (3.) Marta Sanchez (ESP), (4.) Jackie Hering (USA), (5.) Grace Thek (AUS), (8.) Jana Uderstadt (GER) und (10.) Gabrielle Lumkes (USA). (6.) Sara Svensk (SWE), (7.) Hannah Berry (NZL) und (9.) Kate Curran (GBR) waren schon qualifiziert. Solveig Lovseth hat mit dem Sieg ihren Weltmeisterinnen-Slot validiert.










