

Bisheriger Saisonverlauf:
Vier Start, drei Siege – so liest sich die bisherige Saisonbilanz von Kristian Blummenfelt. Wobei ihm beim Ironman 70.3 Oceanside ein Reifenschaden alle Siegchancen kostete. Überragend waren seine beiden Vorstellungen beim Ironman Texas und beim Ironman Frankfurt, die er jeweils mit neuem Streckenrekord gewann.
Leistungspotenzial:
| Schwimmen | Radfahren | Laufen |
| **** | **** | ***** |
tri2b.com-Einschätzung:
Nimmt man Blummenfelts Rennen in Texas und in Frankfurt als Maßstab, dann dürfte der Sieg in Nizza nur über den 31-jährigen Norweger gehen. Insbesondere seine beiden Marathon-Vorstellungen (2:34 und 2:30) zeigten, dass bis auf einen Patrick Lange mit einem Sahnetag kein Athlet eine Chance hat, der gleichzeitig mit ihm auf die Laufstrecke geht. Hinzu kommt, dass der Ironman-Weltmeister von St. George 2022 ein ganzes Stück schlanker aussieht und nach seinem „Abspeckprogramm“ wohl auch noch etwas besser über die Berge kommt.
Bleibt noch die Frage, zu seiner Ernährungsstrategie mit der massiven Kohlenhydrataufnahme, die ihm insbesondere im Vorjahr in Kona das Rennen kostete, als er sich auf dem Rad mehrmals übergeben musste. Es ist zu erwarten, dass Blummenfelt seine Energieaufnahme weiter optimiert hat und ihm auch das vorhergesagte Wetter mit nicht allzu heißen Temperaturen in die Karten spielt. Kristian Blummenfelt ist daher auch für uns der Siegkandidat Nummer eins.

Bisheriger Saisonverlauf:
Magnus Ditlev ist mit dem Sieg beim Ironman Südafrika perfekt in die Saison 2025 gestartet. Danach liefen seine Rennen nicht optimal. Beim Ironman 70.3 St. George kostete ihm ein Reifenschaden eine Topplatzierung und beim Ironman Frankfurt raubte ihm im Marathon die zunächst ausgesprochene und dann wieder zurückgenommene Disqualifikation die nötige Konzentration. Ansonsten war beim 1,95 m großen Dänen vor allem Training angesagt, um perfekt vorbereitet in Nizza an der Startlinie zu stehen.
Leistungspotenzial:
| Schwimmen | Radfahren | Laufen |
| *** | ***** | **** |
tri2b.com-Einschätzung:
Kona 2022: Rang 8, Nizza 2023 Rang 3, Kona 2024 Rang 2. Aufgabe: Führe die Reihe sinnvoll fort … . Wohl jeder würde hier Ditlev nun an Position eins setzen. Der hochaufgeschossene Däne, der in seinen ersten Karrierejahren vor allem durch seine Radstärke brillierte, ist ein kompletter Triathlet auf absolutem Weltklasseniveau geworden. 2025 hat er nun alles auf den Showdown in Nizza ausgelegt. Um seine Radstärke auf dem bergigen Radkurs noch etwas besser ausspielen zu können, hat ihm sein Radausrüster Scott sogar ein Zeitfahrrad aufgebaut, bei dem auf die Lackierung verzichtet wurde, um noch etwas Gewicht einzusparen. Ob sich Ditlev seinen Traum vom Ironman WM-Sieg erfüllen kann, wird einmal mehr vom Radfahren abhängen. Wenn er mit acht Minuten vor Lange und Blummenfelt vom Rad steigt, dann ist alles möglich …
Gustav Iden
29 Jahre – Norwegen
IM Pro Series-Ranking: #9

Bisheriger Saisonverlauf:
Mit dem vierten Platz beim Ironman Frankfurt hat sich Gustav Iden in den Reigen der WM-Favoriten zurückgekämpft. Nach zwei sehr schweren Jahren ohne Topplatzierung in einer hochkarätigen Konkurrenz scheint der Norweger rechtzeigt zur WM in Nizza an alte Leistungen anzuknüpfen, die ihm zwei Ironman 70.3 – und einen Ironman WM-Titel einbrachten. Ein erster Fingerzeig in dieser Saison war zudem der starke dritte Rang beim Ironman 70.3 Oceanside.
Leistungspotenzial:
| Schwimmen | Radfahren | Laufen |
| *** | **** | **** |
tri2b.com-Einschätzung:
Ein Pluspunkt für Iden dürften die guten Erinnerungen an Nizza sein. 2019 gewann er dort als absoluter Außenseiter die Ironman 70.3 WM. Da der 29-Jährige im Schwimmen etwas Rückstand hinnehmen muss, wird viel von der Rennentwicklung auf dem Rad abhängen. Sollte der von vielen erwartete superschnelle Rennverlauf Wirklichkeit werden, dann könnte Iden mit zu den frühen Verlierern zählen. Sein 2:38er Marathon in der Frankfurter Hitzehölle dürfte ihm allerdings Mut machen, dass selbst mit einem etwas größeren Rückstand nach dem Radfahren noch viel möglich ist. Bei einem perfekten Rennverlauf ist so für Gustav Iden die Top Five drin, mit dem Podium wird es allerdings schwer.
SaM Laidlow
26 Jahre – Frankreich
IM Pro Series-Ranking: nicht platziert

Bisheriger Saisonverlauf:
Nach seinem am Ende äußerst schmerzlichen 2024er Kona-Auftritt musste Laidlow eine schwere Phase durchschreiten. Der mentalen Enttäuschung folgte der körperliche Niederschlag. Laidlow litt an zunächst nicht erklärbaren Erschöpfungssymptomen, die auf ein Aufflammen des Epstein-Barr-Virus zurückzuführen waren. Est in Roth kehrte der 26-Jährige auf die Rennbühne zurück und lieferte im „Home of Triathlon“ bei seinem Sieg ein sensationelles Rennen ab. Kurz darauf war der Franzose erneut im Race-Modus, um beim Ironman Leeds sein Nizza-Startrecht zu validieren. Auch dort zeigte Laidlow eine starke Vorstellung und lief trotz klarem Vorsprung noch einen 2:41er Marathon.
Leistungspotenzial:
| Schwimmen | Radfahren | Laufen |
| ***** | ***** | *** |
tri2b.com-Einschätzung:
Sam Laidlows Taktik ist klar. Der erste französische Ironman-Weltmeister wird das Rennen gewohnt offensiv angehen. Allerdings könnte es mit einer Soloflucht wie 2023, als nur anfangs sein Landsmann Clement Mignon in Richtung Col de l’Êcre mithalten konnte, schwer werden. Es ist zu erwarten, dass Laidlow mit Jonas Schomburg einen hartnäckigen Mitstreiter findet. Ob sie sich dann gegenseitig neutralisieren oder in Richtung eines neuen Radrekords pushen ist schwer vorherzusagen. Die laufstarke Konkurrenz wird auf jeden Fall alles daransetzen, den Rückstand in Grenzen zu halten. Entsprechend schwer wird eine Wiederholung des 2023 Triumphs, zumal sich auch der Trainingsrückstand aus dem ersten Halbjahr bemerkbar machen könnte.
Rudy VON BERG
31 Jahre – USA
IM Pro Series-Ranking: #15

Bisheriger Saisonverlauf:
Die Saison 2025 lief für Rudy Von Berg bisher sehr ordentlich. Dem zweiten Rang beim Ironman 70.3 Oceanside folgte Rang drei beim Ironman Texas. Im Sommer machte der US-Amerikaner mit belgischen Wurzeln erneut einen Abstecher nach Deutschland. Nachdem er 2024 in Roth am Start war, ging es diesmal nach Frankfurt. Es wurde Rang sechs, wobei ihm ein durchschnittlicher Marathon eine bessere Platzierung kostete.
Leistungspotenzial:
| Schwimmen | Radfahren | Laufen |
| **** | **** | *** |
tri2b.com-Einschätzung:
Rudy Von Berg geniest in Nizza einen gewissen Heimvorteil, da er in der Region aufgewachsen ist. Der technisch anspruchsvolle Radkurs durch die Seealpen liegt ihm. Vor zwei Jahren war seine dort erzielte starke Radzeit auch der Grundstein für den vierten Platz. Nur eine gute Minute aufs Podium fehlte ihm, das er im Vorjahr in Kona als Dritter endlich erreichte.
Der smarte US-Amerikaner gehört auch diesmal zu den festen Top Five-Anwärtern. Gelingt ihm auf der Promenade des Anglais ein Sub 2:40 Marathon, dann kann es am Sonntag auch erneut aufs Ironman WM-Podium gehen.












