
Ebenfalls überzeugen konnte Franka Rust, die als Neunte ihr bislang bestes Ergebnis in der WTCS erzielte und erstmals in den Top Ten eines Rennens der höchsten internationalen Rennserie landete. Tertsch sicherte sich Rang drei auf dem welligen und herausfordernden Kurs durch den Kurort dank einer herausragenden Laufleistung auf den abschließenden zehn Kilometern.
Aufholjagd dank Spitzen-Laufzeit
Nach einem schnellen Wechsel vom Rad in die Laufschuhe startete die 27-Jährige die Verfolgung der dreiköpfigen Spitzengruppe um Taylor-Brown, Spivey und die Österreicherin Therese Feuersinger. Das Trio hatte sich zu Beginn der 40 Kilometer langen Radstrecke am ersten steilen Anstieg abgesetzt. Auf dem anspruchsvollen, nassen Rundkurs, der sieben Mal zu befahren war und auf dem es zu mehreren Stürzen sowie Ausfällen kam, wuchs der Vorsprung bis zum zweiten Wechsel auf 2:31 Minuten an. Mit der mit Abstand schnellsten Laufzeit (33:34) des Tages setzte sich Tertsch an die Spitze der Verfolgerinnen, wehrte zwischenzeitlich die Attacke der Luxemburgerin Jeanne Lehair ab und überholte auf der letzten Runde Feuersinger.
„Ich kenne das Gefühl, in der Verfolgung sein zu müssen, von früher“, sagte die amtierende Welt- und Europameisterin, die in den letzten Jahren das Schwimmen deutlich verbessern konnte. „Ich war mir nicht sicher, den Rückstand aufholen zu können, aber ich wusste, dass es nicht unmöglich sein würde. Von daher wollte ich es zumindest versuchen und mein Bestes geben.“
Auch wenn mit Rang drei der vierte Podestplatz in Serie zu Buche stand, konnte die Titelverteidigerin im Kampf um die WM-Krone 2026 keinen Boden auf die drei vor ihr liegenden Athletinnen gut machen. Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand (FRA) liegt weiter mit der Maximal-Ausbeute von 4.000 Punkten in Führung. Es folgen Beth Potter (GBR; 3.775), Tilda Mansson (SWE; 3.636) und eben Tertsch (3.561), die aber weiter zuversichtlich für das Finale im spanischen Pontevedra bleibt:
„Es macht Spaß. Ich bin mit meiner Konstanz – bis auf den Start der Saison – zufrieden. Ich freue mich darauf, in zwei Wochen wieder zu racen.“
Premiere für Rust
Neben Tertsch überzeugte auch Franka Rust. Nur eine Woche nach ihrem ersten Einzelsieg in der frubiase SPORT 1. Triathlon-Bundesliga kam die 23-Jährige als Neunte freudestrahlend ins Ziel und sicherte sich ihre erste Top-Ten-Platzierung in der WM-Serie. „Es hat Spaß gemacht. Das Schwimmen lief besser als im letzten Jahr. Der Kurs ist sehr ehrlich, da kann man sich nirgendwo verstecken. Ich konnte meine Stärken Rad und Laufen gut ausspielen. Ich bin mega, mega happy“, so Rust.
Eine Platzierung in den Top Ten verpasste Tanja Neubert äußerst knapp. Eine 15-sekündige Zeitstrafe wegen nicht ordnungsgemäß in der Wechselbox verstauten Equipments kostete die 26-Jährige den Sprung in die Top Ten. Neubert belegte Rang elf (2:06:34).
Lindemann im Pech
Selina Klamt wurde 16. (2:08:14), Julia Bröcker 25. (2:10:41). Laura Lindemann, die auf der Radstrecke lange gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der zweiten Verfolgergruppe unterwegs gewesen war, musste das Rennen in der vorletzten Radrunde nach einem Plattfuß vorzeitig beenden. „Es ist das erste Mal, dass mir das passiert ist. Es ist schade, ich habe mich sehr auf das Rennen gefreut“, sagte Lindemann.
Hellwig überzeugt als Fünfter, Diener auf Rang 14
Tim Hellwig hat bei der World Triathlon Championship Series (WTCS) im tschechischen Karlsbad seine Klasse unter Beweis gestellt. Der Mixed-Relay-Olympiasieger zeigte auf der Kurzdistanz eine starke Laufleistung und belegte beim Sieg des Franzosen Dorian Coninx (1:50:50) Rang fünf (1:51:47). Auch Eric Diener setzte als 14. mit seinem bislang besten Ergebnis in der WM-Serie ein Ausrufezeichen.
Zuvor hatte sich der in Saarbrücken trainierende Hellwig auf dem herausfordernden Kurs durch Karlsbad taktisch clever verhalten. Nachdem er nach dem Schwimmen zunächst Teil einer kleinen Verfolgergruppe gewesen war, investierte der 27-Jährige in der Nachführarbeit bewusst nicht zu viele Kräfte. Dadurch ging ein großes Hauptfeld gemeinsam auf die Laufstrecke und versuchte, die Lücke zur Spitze zu schließen. Hellwig zeigte jedoch von Beginn an, dass er auf dem welligen Kurs einen starken Tag erwischt hatte.
„Ich bin super zufrieden mit dem Rennen. Ich wusste eigentlich schon das ganze Jahr, dass ich diesen Lauf in mir habe. Es sind leider immer nur ein, zwei kleine Sachen dazwischengekommen. Ich habe aber den Glauben nicht verloren, dass ich es vorne rein wieder packen kann“, sagte Hellwig, der nachschob:
„Es war ein ehrlicher Kurs. Der stärkste hat heute gewonnen. Ich bin zufrieden mit meinem Lauf, auch wenn ich vielleicht etwas zu schnell losgelaufen bin. Es war nicht das optimale Pacing, aber ich konnte es noch stark hinten raushalten. Ich bin dankbar, dass es wieder klappt, vorne mitzuspielen.“
Ebenfalls stark präsentierte sich Eric Diener. Nachdem er im Vorjahr in Karlsbad noch Rang 24 belegt hatte, lief der 26-Jährige diesmal als 14. ins Ziel (1:52:35) und feierte damit sein bislang bestes Ergebnis in der WM-Serie. Benedikt Bettin folgte bei seiner WTCS-Premiere nur drei Plätze dahinter auf Rang 17 (1:52:55), Valentin Wernz belegte Rang 34 (2:01:00).
Pech hatten hingegen Justus Töpper und Lasse Lührs. WTCS-Debütant Töpper wurde auf der selektiven Radstrecke in einen Sturz verwickelt und musste das Rennen später verletzungsbedingt aufgeben. Auch Lührs konnte das Rennen nicht beenden und stieg bereits auf der Radstrecke aus.






