
Der Schweizer Sven Thalmann spielte auf dem strömungsbegünstigten Schwimmkurs entlang der Küstenline sein Schwimmstärke gekonnt aus und kam bereits nach 41:01 min aus dem Karibischen Meer, wobei ihm der Italiener Michelle Sarzilla und der Mexikaner Joaquin Pereda an den Fersen hingen.
Thalmann ging anschließend das Radfahren offensiv an und schüttelte schnell seine beiden Mitstreiter ab. Hinter dem Schweizer bildete sich nun eine massive Verfolgergruppe mit zunächst neun Athleten, darunter die vier Deutschen Paul Schuster, Nick Emde, Marc Eggeling und Jesse Hinrichs.
Horseau kommt von hinten und fährt an die Spitze
Thalmanns Soloflucht war nach 100 Kilometern beendet, als zuerst der Franzose Damien le Mesnager und anschließend auch Hinrichs nach vorne aufschlossen. In die Verfolgergruppe, die fast vier Minuten zurücklag, hatte sich mittlerweile mit Arthur Horseau der spätere Sieger nach einem mäßigen Schwimmen nach vorne gearbeitet. Der Franzose, vor zwei Jahren Sechster bei der IRONMAN WM in Nizza, fuhr auf der zweiten Hälfte der Raddistanz die Lücke zur Spitze zu und setzte sich vor dem zweiten Wechsel sogar noch etwas nach vorne ab.
Deutsches Quartett startet in den Top Ten in den Marathon
Eine gute halbe Minute Vorsprung vor dem Brasilianer Fernando Toldi nahm er mit in den Marathon, gefolgt von Mesnager (+1:20 min). Es dauerte fast fünf Minuten, bis die weiteren Verfolger mit dem deutschen Quartett das Zeitfahrrad gegen die Laufschuhe eintauschten.
Während Toldi sich schnell nach hinten verabschiedete, bildeten zunächst Mesnager und Horseau ein französisches Spitzenduo. Kurz vor der Halbmarathonmarke musste Mesnager seinen Landsmann ziehen lassen. Es war nun Thalmann , der versuchte die Lücke nach vorne zu schließen, bevor dessen Kräfte endgültig schwanden. Arthur Horseau war nun endgültig auf Siegkurs. Nach 7:48:18 Stunden war der zweite IRONMAN-Sieg der Karriere des 32-jährigen Franzosen perfekt, nachdem er 2023 bereits den IRONMAN Lanzarote gewinnen konnte. In der aktuellen Saison hatte er u.a. aufgrund von Verletzungsproblemen noch kein Rennen auf internationalem Niveau ins Ziel gebracht.
Die Überraschung des Tages gelang dem Israeli Almog Elazary (7:52:38), der mit einem 2:46er Marathon noch von Rang zwölf nach dem Radfahren bis auf den zweiten Platz nach vorne lief. Ebenfalls mit einem starken Marathon konnte sich der Schwede Sebastian Norberg (7:52:52) Rang drei sichern.
Nick Emde Fünfter beim IRONMAN-Debüt, Paul Schuster Sechster
Nicht mit in den Fight um die Podiumsplätze konnten hingegen die deutschen Pros eingreifen. Für Nick Emde ging es bei seinem IRONMAN-Debüt hinter dem Italiener Michele Sarzilla auf einen hervorragenden fünften Platz. Nur 20 Sekunden fehltem dem 25-jährigen Bonner zu Rang vier und dem letzten zu vergebenden Kona-Slot. Paul Schuster folgte knapp dahinter auf Rang sechs. Marc Eggeling brach im Marathon komplett ein und wurde bis auf Platz 27 durchgereicht. Jesse Hinrichs tauchte beim Laufen nicht mehr im Ergebnis-Tracker auf.
Die Lisa Perterer-Show beginnt
Lisa Perterer wurde vom Start weg ihrer Rolle als Topfavoritin gerecht. Die gebürtige Villacherin, die im Vorjahr an gleicher Stelle bei ihrer Langdistanz-Premiere Zweite hinter Anne Reischmann wurde, kam bereits an der Spitze nach nur 47:48 min. aus dem Wasser, wobei sie mit der Kolumbianerin Diana Castillo Franco noch eine Mitstreiterin hatte. Bereits in der Wechselzone zog die Österreicherin davon und sollte nun ein einsames Rennen an der Spitze fahren. Nach der ersten der drei Radrunden war der Vorsprung auf ein Verfolgerduo mit der Schwedin Sara Swensk und der US-Amerikanerin Danielle Lewis auf bereits fast zehn Minuten angewachsen.
Die Hamburgerin Leonie Konczalla, die beim Schwimmauftakt acht Minuten auf die Spitze verloren hatte, konnte sich auf dem Rad bei den Platzierungen langsam nach vorne arbeiten, hatte aber nach dem ersten Drittel der Raddistanz bereits fast eine Viertelstunde Rückstand auf Perterer.
Im weiteren Verlauf des Radfahrens vergrößerten sich auch an der Spitze die Abstände weiter. Satte 15 min Vorsprung konnte Perterer vor dem Verfolgerduo mit in den Marathon nehmen. Konczalla wechselte dahinter in einer Dreiergruppe mit der Polin Marta Lagownik und Laura Kessler aus der Schweiz auf die Laufstrecke, allerdings betrug der Rückstand auf die Spitze fast eine halbe Stunde.
Der erste IRONMAN-Sieg für Lisa Perterer
Im Marathon ließ die Hawaii-Fünfte nun nichts mehr anbrennen. Nochmals vergrößerte sich ihr Vorsprung und nach 8:29:29 Stunden war der erste IRONMAN-Sieg der Karriere für Lisa Perterer perfekt. Rang zwei ging an Sara Svensk (8:50:44), die vor vier Jahren auf Cozumel gewinnen konnte. Dahinter gab es noch einen Platztausch. Marta Lagownik (8:53:12) zog an der 30 km-Marke an Danielle Lewis vorbei und sicherte sich so Rang drei.
Leonie Konczalla verschwand beim Marathon gleich nach dem zweiten Wechsel komplett aus dem Ergebnis-Tracker- DNF. In ihrer Instagram-Story postete sie später, dass es ihr soweit gut geht. Für die beste deutsche Platzierung im Profeld sorgte Lisa Gerß auf Rang elf, die ein deutlich besseres Ergebnis durch einen schwachen Marathon verspielte.










