
Kristian Grue dominiert – Brownlee überzeugt bei Norseman-Premiere
Kristian Grue hat seinen Titel beim Norseman Xtreme Triathlon erfolgreich verteidigt. Der Norweger gewann die legendäre Langdistanz über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen von Eidfjord auf den 1883 m hohen Gipfel des Gaustatoppen in 9:53:46 Stunden und feierte damit seinen zweiten Sieg in Folge. Für großes Interesse sorgte vor allem das Norseman-Debüt des zweimaligen Olympiasiegers Alistair Brownlee, der sich nach einem packenden Duell mit Grue den zweiten Platz sicherte.
Bereits beim Sprung von der Autofähre in den rund 14,7 Grad kalten Eidfjord zeigte sich Grue in Bestform. Obwohl eine kaum sichtbare Gegenströmung für insgesamt langsamere Schwimmzeiten sorgte, stieg der Norweger als Erster aus dem Wasser. Brownlee, der Ende 2024 seine Profikarriere beendet hatte, folgte rund eineinhalb Minuten später auf Rang sechs.
Brownlee übernimmt zunächst die Führung
Auf dem Rad sah man dann den typischen Brownlee, der die Rennen gerne offensiv angeht. Bereits auf dem Anstieg nach Dyranut hatte der 38-jährige Brite die Führung übernommen und sich gemeinsam mit Grue deutlich vom übrigen Feld abgesetzt. Über weite Teile der 180 Kilometer über die Hardangervidda lieferten sich beide ein hochklassiges Duell, während der Vorsprung auf die Verfolger bis auf rund zehn Minuten anwuchs.
Im weiteren Rennverlauf gelang es Grue jedoch, Brownlee entscheidend zu distanzieren. Trotz sonniger Bedingungen verhinderten Gegenwindpassagen auf der Radstrecke schnelle Endzeiten, sodass der Streckenrekord (9:23:38 – aufgestellt vom Norweger Jon Saeveras Breivold im Jahr 2022) nie in Reichweite geriet.
Auf dem abschließenden Berglauf verwaltete Grue seinen Vorsprung souverän und erreichte den Gipfel des Gaustatoppen nach 9:53:46 Stunden als ungefährdeter Sieger. Brownlee brachte seine starke Norseman-Premiere in 10:18:19 Stunden auf Rang zwei ins Ziel.
Spannend blieb dagegen der Kampf um den letzten Podiumsplatz. Der frühere Norseman-Sieger Hans Christian Tungesvik fing den lange drittplatzierten US-Amerikaner Ernest Mantell erst auf den letzten Kilometern des Schlussanstiegs noch ab und sicherte sich Rang drei – lediglich 35 Sekunden hinter Brownlee.
Zwei Deutsche in den Top 20
Aus deutscher Sicht erreichten zwei Athleten die Top 20. Roman Gutt belegte nach 11:50:41 Stunden den 19. Platz. Direkt dahinter folgte Lennart Schweser in 11:54:09 Stunden auf Rang 20.
Frauenrennen bleibt lange völlig offen
Noch enger verlief das Rennen der Frauen. Nach dem Schwimmen führte zunächst die Niederländerin Ilona Eversdijk das Feld an, ehe im Verlauf der Radstrecke mehrfach die Führung durchwechselte. Zeitweise lagen acht Athletinnen innerhalb von weniger als acht Minuten, sodass sich bis weit in den Marathon keine Athletin entscheidend absetzen konnte.
Zwischenzeitlich übernahm die Norwegerin Tonja Lunde Johansen die Führung, doch auf dem Schlussabschnitt drehte die Slowakin Nikola Corbova das Rennen zu ihren Gunsten. Sie gewann nach 12:04:56 Stunden vor der Norwegerin Helene Melsom Tungesvik (12:09:24) und der Spanierin Sonja Tomegros Regalado (12:13:59). Für Johansen blieb nur der undankbare vierte Platz. Trotz des engen Rennverlaufs war auch das Frauenrennen deutlich langsamer. So blieb die Siegerin Corbova über eine Stunde hinter dem im Vorjahr von der Deutschen Julia Skala aufgestellten Kursrekord (11:00:23).
Rekordsiegerin Buckenlei verpasst knapp das schwarze Finisher-Shirt
Als beste deutsche Athletin finishte die Essenerin Mareike Eißmann in 13:30:48 Stunden auf Rang zwölf. Im Rennen war auch die Rotherin Susanne Buckenlei, die den Norseman in den Jahren 2009, 2010 und 2011 dreimal in Folge gewinnen konnte und somit immer noch die Rekordsiegerin ist. Bei ihrer Rückkehr blieb Buckenlei das schwarze Finisher-Shirt auf dem Gaustatoppen allerdings verwehrt. Sie verpasste knapp den Cut-Off der ersten 160 Athleten in Stavsro und durfte so nach 14:57:47 Std. nur ins Gaustablikk-Ziel in Bygget laufen.






