
Das Männerrennen
Marc Dubrick führte nach 22:24 min eine massive Spitzengruppe in die T1. Direkt an den Fersen des US-Amerikaners hing Jonas Schomburg (22:26). 20 weitere Athleten folgten dahinter innerhalb von nur 30 Sekunden. Dort mit dabei: Kristian Blummenfelt, Casper Stornes, Rudy Von Berg und auch Jan Stratmann. Jonas Hoffmann (+1:35 min) kam an der Spitze der nächsten Gruppe aus dem Wasser, in direkter Gesellschaft von Gustav Iden.
Schomburg geht sofort in die Offensive
Auf dem Rad ging Schomburg im dichten Morgennebel sofort in die Attacke. Schnell hatte er seine direkten Verfolger abgeschüttelt und war auf den flachen Abschnitten der ersten Hälfte der Radstrecke als alleiniger Leader unterwegs. Auf der teils engen und gefährlich erscheinenden Streckenführung durch die Camp Pendleton Military Base konnte nur der Brite Josh Lewis den Rückstand unter einer Minute halten. Außerdem flog dahinter Sam Long regelrecht durchs Feld. Der großgewachsene US-Amerikaner, der nach dem Schwimmen exakt 2:00 min zurücklag, war auf dem Rad der mit Abstand schnellste Athlet. Ebenfalls stark unterwegs war Iden, der sich zur Hälfte der Raddistanz auf Position vier (+1:09) vorgearbeitet hatte. Hinter dem zweimaligen IRONMAN 70.3-Weltmeister folgten im Sekundentakte die weiteren Mitfavoriten um Kristian Blummenfelt. Stark präsentieren sich auch Jonas Hoffmann und Jan Stratmann, die das Tempo dieser Gruppe mitgehen konnten.
Long der schnellste Radfahrer
Auf dem nun folgenden welligen Abschnitt fuhr Long die Lücke zu Schonburg immer weiter zu, bevor es auf dem Rückweg in Richtung Küste, wo der zwischenzeitliche Sonnenschein wieder vom dichten Nebel abgelöst wurde, zum Zusammenschluss kam. Wie schnell die beiden unterwegs waren zeigte der Umstand, dass die 13-köpfige Verfolgergruppe, in der sich Stratmann, Blummenfelt und Cam Wurf ums Tempo bemühten, bei km 77 mit 1:37 min Rückstand folgte.
Long zog Schomburg nun in die T2 am Oceanside Harbor. Mit gut zwei Minuten Vorsprung auf die Verfolger wechselte das Duo in die Laufschuhe. Die Tempojagd in Zahlen: Sam Long stellte in 2:02:04 Stunden einen neuen Radrekord auf und auch Jonas Schomburg blieb mit seinen 2:04:12 ebenfalls noch unter der elf Jahre alten Bestmarke von Lionel Sanders (2015: 2:04:46).
Schomburg ging auch den Halbmarathon aggressiv an und distanzierte so Long um einige Sekunden. Allerdings parierte der US-Amerikaner diese Anfangsoffensive des Deutschen. Als es in Richtung der 10 km-Marke ging, hatte Long die Lücke geschlossen und setzte Schomburg zusehends unter Druck. Dahinter pirschte sich langsam Blummenfelt heran, der an der Zwischenzeit bei 11,7 km exakt eine Minute zurücklag. Nochmals eine Minute weiter zurück lief eine Vierergruppe mit Hoffmann, Ben Kanute, Casper Stornes und Jason West.
Blumenfelt mit dem besten Lauffinale
Auf den finalen Kilometern ließ zunächst Long reißen und wurde am letzten Wendepunkt vier Kilometer vor dem Ziel von Blummenfelt überlaufen. Gut zwei Kilometer vor dem Ziel war dann auch Schomburgs Traum vom Sieg beendet. Der Norweger lief mit einem 1:07:01 Stunden-Halbmarathon zum Sieg. Seine Laufzeit bedeutete ebenfalls neue Kursbestzeit. Im Vorjahr war Blummenfelt eine 1:07:19 gelaufen, nachdem er nach einem Raddefekt bereits aussichtlos zurücklag. Schomburg folgte als Zweiter ins Ziel an der Strandpromenade von Oceanside.
Bei Sam Long wurden auf den finalen Metern die Beine richtig schwer und Casper Stornes stoß den US-Boy noch vom Podium. Rang fünf ging mit Jason West an einen weiteren US-Amerikaner, bevor Jonas Hoffmann als Sechster für das zweite Ausrufezeichen aus deutscher Sicht sorgte. Keinen guten Lauf erwischte Jan Stratmann, der das Ziel auf Rang 16 erreichte.
Wie schnell das Rennen war, zeigt die Tatsache, dass die komplette Top Ten unter der alten Bestmarke des Kanadiers Jackson Laundry blieb (2022: 3:45:00).
Das Frauenrennen
Die Brasilianerin Vitoria Lopes spielte einmal mehr ihre Schwimmstarke aus und markierte in 23:23 min die Tagesbestzeit. Direkt im Schlepptau folgten Marta Sanchez (ESP) und ein US-Trio mit Topfavoritin Taylor Knibb, Kirsten Kasper und Lara Hernande-Tome. Es dauerte lange 2:50 min, bis die Norwegerin Solveig Lovseth als Zehnte wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
Nach dem Schwimmen beginnt die Knibb-Show
Wie zu erwarten, fuhr Knibb dann ihr bekanntes Radsolo. Schon auf dem flachen Abschnitt distanzierte sie ihre erste Verfolgerin Marta Sanchez (km 41/+3:21 min) um über drei Minuten. Dahinter hatte sich Lovseth nach vorne geschoben und fuhr mittlerweile an Position drei. In den Hügeln im Hinterland von Oceanside spielte die führende US-Amerikanerin ihre Überlegenheit weiter aus. In 2:15:17 Stunden unterbot sie die alte Radbestmarke (2:18:00), die sie gemeinsam mit Daniela Ryf hielt, deutlich. Neben einer superstarken Performance und sehr guten Bedingungen dürfte dafür auch der Umstand verantwortlich sein, dass es keine Abschnitte mehr gab, in denen ein Speedlimit galt. Während Sanchez bis in die T2 bis auf Rang fünf zurückgefallen war, wechselt Lovseth (+4:33) als Zweite, gefolgt von der Dänin Sif Bendix Madsen (5:00) in den Halbmarathon.
Französin Merle überrascht als Dritte
Auf den Laufstrecke kontrollierte Knibb ihren Vorsprung gekonnt. Lovseth machte bis ins Ziel zwar über die Hälfte ihres Rückstands wett, richtig gefährlich konnte sie für die Leaderin aber nicht mehr werden. Im Fight um Rang drei wurden hingegen die Karten nochmal neu gemischt. Sif Bendix Madsen bekam Probleme und schied nach gut der Hälfte der Laufdistanz aus dem Rennen aus. So wurde der Weg frei für die Französin Audrey Merle, die 2025 mit dem Sieg bei der Challenge Vieux Bocau bereits für Aufsehen sorgte, und sich überlegen Rang drei vor Grace Thek (AUS) und Jackie Hering (USA) sicherte.









