
Das sagt Orca zum Apex Swimskin
Mit der Apex Swimskin bietet Orca einen Wettkampfanzug für Triathlonrennen an, bei denen das Tragen eines Neoprenanzugs nicht erlaubt ist. Das Modell ist als Topprodukt im Swimskin-Sortiment des Herstellers positioniert und soll gegenüber einem herkömmlichen Textil-Trisuit eine verbesserte Hydrodynamik im Wasser bieten.
Zum Einsatz kommt das HydroSkin+-Material, das den Wasserwiderstand reduzieren und so die Schwimmperformance verbessern soll. Im Schulter- und oberen Rückenbereich verwendet Orca ein besonders elastisches Material, das eine uneingeschränkte Armbewegung ermöglichen und den Tragekomfort erhöhen soll. Gleichzeitig soll die hohe Elastizität die Ermüdung der Schultermuskulatur während des Schwimmens reduzieren.

Der Swimskin besteht aus 80 % Polyamid (Nylon) und 20 % Elastan (Spandex). Laut Hersteller werden dabei nachhaltige Rohstoffe verwendet. Durch den eng anliegenden Schnitt soll der Anzug den Körper möglichst glatt umschließen und so den Strömungswiderstand im Wasser minimieren.
Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 379 Euro richtet sich der Apex Swimskin an leistungsorientierte Triathleten, die bei Wettkämpfen ohne Neopren von den hydrodynamischen Vorteilen eines speziellen Swimskins profitieren möchten.
Unsere Testeindrücke
Im Test kam der Orca Apex Swimskin in Größe M bei einer Körpergröße von 181 cm und 70 kg Körpergewicht zum Einsatz. Damit lag der Athlet größenmäßig im mittleren Bereich der M-Spanne, gewichtstechnisch eher im unteren Segment. Die Passform fiel entsprechend sehr eng aus, insbesondere im Hüftbereich. Eine Größe S, die theoretisch aufgrund des Körpergewichts in Frage gekommen wäre, erwies sich als nicht praktikabel – insbesondere im Race-Setup mit darunter getragenem Trisuit. Dies deckt sich mit der Herstellerempfehlung, im Zweifel die größere Größe zu wählen.

Das Material des Apex Swimskin hinterlässt einen durchweg hochwertigen Eindruck. Auch nach mehreren Einsätzen zeigten die verschweißten Nähte keinerlei Verschleißerscheinungen. Eine kleine Nachbesserung unsererseits gab es gleich nach dem ersten Swim Workout. Wir haben an dem semiautomatischen Rückenreisverschluss einen kurzen Schnürsenkel als Zugleine angebracht, um das Anziehen ohne fremde Hilfe zu ermöglichen. Die Leine erleichtert zudem das Öffnen des Reißverschlusses, wenn die Beweglichkeit nach einem harten Schwimmen eingeschränkt ist. Ansonsten ist der Zipper einfach nach oben zu klappen, bevor anschließende die Träger über die Schulter gestreift werden können und sich der Reißverschluss dabei automatisch öffnet.

Im Wasser überzeugt der Swimskin durch sehr gute Bewegungsfreiheit. Die elastischen Einsätze im Rücken- und Schulterbereich ermöglichen eine freie Armbewegung, ohne dass es zu spürbaren Einschränkungen kommt. Gleichzeitig bleibt das Material angenehm stabil und verliert auch unter Belastung im Wasser nicht an Kompression.
Die zentrale Frage ist jedoch der tatsächliche Performancegewinn gegenüber klassischer Schwimmbekleidung. Während Neoprenanzüge je nach Bedingungen deutliche Zeiteinsparungen ermöglichen, fällt der Effekt eines Swimskins naturgemäß deutlich geringer aus. Im Pooltest (100- und 200-m-Serien auf der 50-m-Bahn) ergab sich bei einer Ausgangspace von 2:00 min/100 m eine Verbesserung von etwa 2–3 Sekunden pro 100 Meter gegenüber einer normalen Schwimmhose.
Hochgerechnet auf 1.500 Meter entspricht das einem Zeitgewinn von rund 30 Sekunden.
Auf längeren Distanzen steigt dieser Vorteil theoretisch entsprechend an. In der Praxis wird dieser Effekt jedoch teilweise durch die zunehmende Ermüdung und eine damit verbundene Verschlechterung der Schwimmtechnik relativiert – insbesondere da der Auftriebseffekt eines Neoprenanzugs fehlt.

Im Vergleich zum klassischen Trisuit oder der Schwimmhose ist der Apex Swimskin dennoch klar schneller. Allerdings hängt das Ausmaß des Vorteils stark vom jeweiligen Trisuit-Vergleichsmodell ab: Während locker sitzende Trisuits mit Taschen und weiter Passform hydrodynamisch deutlich schlechter abschneiden, können eng anliegende Kompressions-Trisuits den Abstand spürbar verkleinern. Zusätzlich muss die Zeit für das Ausziehen des Swimskins im Wechsel berücksichtigt werden, die vor allem auf kurzen Distanzen entscheidend sein kann.
Testfazit
Der Orca Apex Swimskin überzeugt durch eine sehr hochwertige Verarbeitung und ein ausgezeichnetes Tragegefühl. In puncto Passform und Materialqualität setzt er im Swimskin-Segment eine klare Benchmark.
Im Wasser liefert er den erwarteten, aber naturgemäß begrenzten Performance-Gewinn. Gegenüber Badehose oder klassischem Trisuit ist man schneller unterwegs, allerdings in deutlich kleineren Dimensionen als mit einem Neoprenanzug. Entscheidend ist daher nicht nur die reine Schwimmzeit, sondern auch ein sauberer und schneller Wechsel, um möglich viel des Zeitgewinns auf die Radstrecke mitzunehmen.
Für ambitionierte Triathletinnen und Triathleten, die bei Rennen ohne Neoprenfreigabe das Maximum aus ihrer Schwimmleistung herausholen wollen, ist der Swimskin dennoch eine sinnvolle Option. Der Orca Apex Swimskin liefert dabei eine sehr hochwertige Umsetzung dieser Kategorie – und kann im Kampf um Sekunden den entscheidenden Unterschied machen, sei es für die Kona-Qualifikation, das Agegroup-Podium oder das interne Duell mit dem Trainingspartner.
















