
Das sagt Sidi über den Wire 3
Der Sidi Wire 3 ist ein Rennradschuh, der laut Hersteller auf maximale Belüftung, effiziente Kraftübertragung und hohe Stabilität unter Belastung ausgelegt ist. Das Obermaterial kombiniert Micro Matrix® und Kevlar® und soll durch unterschiedliche Materialdichten eine hohe Luftzirkulation mit gezieltem Halt verbinden. Gleichzeitig hebt Sidi die leichte, atmungsaktive und langlebige Konstruktion hervor.

Für die Passform setzt der Hersteller auf das Firmor X-System in Verbindung mit dem Floating Instep. Diese Konstruktion umschließt den Fuß gleichmäßig und soll Stabilität, sicheren Halt sowie Unterstützung im Bereich des Fußgewölbes bieten. Die doppelte NUUN 001C Aluminium-Drehverschlusslösung ermöglicht eine präzise Anpassung der Spannung und ist laut Sidi aerodynamisch optimiert.
Die Vollcarbon-Sohle R2FC mit einem Steifigkeitsindex von 11 wurde für eine direkte und effiziente Kraftübertragung entwickelt. Ergänzt wird dies durch ein internes Nylon-Board sowie die sogenannte Nexus Bridge, die Struktur und Stabilität des Schuhs zusätzlich unterstützen sollen. Die Pedalplatten lassen sich unabhängig positionieren, um eine individuelle Ausrichtung auf dem Pedal zu ermöglichen.

Im Fersenbereich verfügt der Wire 3 über eine werkzeuglos einstellbare und abnehmbare Ferseneinheit, die eine individuelle Anpassung erlaubt. Austauschbare Fersenpolster und Einstellräder sollen zudem die Langlebigkeit erhöhen. Insgesamt positioniert Sidi den Wire 3 als leichten High-Performance-Rennradschuh für ambitionierte Fahrer mit Fokus auf Kontrolle, Stabilität und Belüftung.
Das ist Sidi
Sidi wurde 1960 gegründet und hat seinen Sitz im norditalienischen Maser in der Region Venetien. Bereits in den 1980er-Jahren setzte die Marke früh auf die damals neuen Look-Klickpedale. Auch Klettverschlüsse kamen bei Sidi deutlich früher zum Einsatz als bei vielen anderen Herstellern. Das Modell „Revolution One“ war deshalb in der frühen Triathlon-Szene der 80er- und 90er-Jahre weit verbreitet. Neben Radschuhen produziert Sidi bis heute auch Motorradstiefel.
Unsere Testeindrücke
Wir haben den Sidi Wire 3 in der auffälligen Farbvariante white / fluo yellow getestet. Zusammen mit dem pink unterlegten Schaft sowie den türkisfarbenen Ösen und Justierbändern bringt Sidis Nummer zwei im Road-Sortiment ordentlich Farbe aufs Rad. Auffallen ist damit garantiert – auch ohne WorldTour-Wattwerte.
Doch genau dafür wurde der Wire 3 entwickelt: möglichst viel Kraft ohne Verluste aufs Pedal zu bringen. Verantwortlich dafür sind der sehr feste Sitz und die extrem steife Vollcarbon-Sohle mit einem Steifigkeitsindex von 11 (Maximum: 12). Zum Einsatz kam bei unserem Test ein Look Keo Blade Pedal.

Der stabile Sitz entsteht vor allem durch die eng anpassbare Ferse. Die Fersenspange lässt sich über zwei kleine Einstellräder in der Weite regulieren. Die Justierung ist allerdings etwas filigran. Wer seine Fingernägel schonen möchte, greift am besten zu einem kleinen Schlitzschraubenzieher. Nach zwei bis drei Ausfahrten hatten wir die optimale Einstellung jedoch gefunden (die Fersenspange kann auch komplett abgenommen werden, falls ein weitere Passform in der Ferse gewünscht ist).
Auch die NUUN 001C Aluminium-Drehverschlüsse erfordern anfangs etwas Eingewöhnung, da ihre Bedienung anders funktioniert als bei klassischen Boa-Systemen. Nach kurzer Zeit ließ sich die Spannung aber problemlos auch während der Fahrt anpassen. Positiv fiel auf, dass bereits mit relativ wenig Zug ein sehr satter Sitz erreicht wurde. Dadurch entsteht nur wenig Druck auf den Rist – ein wichtiger Punkt, um einschlafende Füße auf langen Ausfahrten zu vermeiden.

Unterstützt wird das durch die eher komfortorientierte Millennium-Passform. Im Vergleich zum klassischen Sidi Regular Fit bietet sie vor allem im Vorfuß etwas mehr Platz. Dadurch wirkt der Schuh insgesamt etwas großzügiger als ältere Sidi-Modelle. Bei unserem Test konnten wir dennoch bei unserer gewohnten Größe 43 bleiben.
Den Härtetest absolvierte der Wire 3 schließlich auf einer 220-Kilometer-Tour mit 3.400 Höhenmetern bei sommerlichen Temperaturen. Das Fazit nach über acht Stunden im Sattel: Die Kraftübertragung ist überragend, die Belüftung ebenfalls. Besonders positiv war aber der Langstreckenkomfort. Selbst bei Hitze traten keine einschlafenden Füße auf – ein Problem, das unser Tester sonst vor allem am linken Fuß häufiger kennt. Wichtig bleibt dennoch: Sobald Druck entsteht, sollte die Schnürung frühzeitig etwas gelockert werden, damit die Durchblutung optimal bleibt.
Fazit
Der Sidi Wire 3 überzeugt vor allem mit seiner enormen Effizienz bei der Kraftübertragung. Besonders gelungen ist die Kombination aus festem Halt an Ferse und Mittelfuß sowie dem vergleichsweise komfortablen Vorfußbereich. Damit eignet sich der Schuh hervorragend für lange und intensive Rennrad-Einsätze.
Der Wire 3 ist allerdings klar als reinrassiger Road-Cycling-Schuh konzipiert. Aus Triathlon-Sicht sind schnelle Wechsel eher umständlich. Wer maximale Geschwindigkeit in der Wechselzone sucht, fährt mit Sidis speziellen Triathlon-Modellen wie dem Tri-Sixty oder T-5 wahrscheinlich besser. Wer auf der Langdistanz jedoch mehr Wert auf Fahrperformance als auf Sekunden in der Wechselzone legt, bekommt mit dem Wire 3 einen echten Highend-Rennradschuh.
Mit einem UVP von 399 Euro spielt der Wire 3 klar in der Premiumklasse. Dafür gibt es italienisches Rennrad-Flair, hochwertige Verarbeitung und eine Performance, die absolut auf Topniveau liegt.















