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Später bremsen, länger schnell: SRAM Force Aero TT-Bremse im Test

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Mit der neuen Force Aero TT-Bremse verspricht SRAM eine speziell für Triathlon und Zeitfahren entwickelte Scheibenbremse mit hoher Bremsleistung, einfacher Montage und verbesserter Wartung. Wir haben die neue Force Aero DB-FRC-AERO-E1 über rund 1.500 Kilometer auf dem Cube Aerium C:68X SLT im Trainings- und Wettkampfeinsatz getestet.
SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Bremshebel
SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Bremshebel – Bildrechte: tri2b.com

Dass Scheibenbremsen an Triathlonrädern heute Standard sind, war vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar. Während der Umstellungsphase von Felgen- auf Scheibenbremsen wurden sie häufig als unnötig kritisiert. Inzwischen haben sich ihre Vorteile – konstante Bremsleistung bei jedem Wetter und spätere Bremspunkte – insbesondere auf technisch anspruchsvollen Strecken längst durchgesetzt. Mit dem entsprechenden fahrerischen Können lassen sich diese „Marginal Gains“ über die gesamte Strecke durchaus in einen messbaren Zeitvorteil umsetzen.

Das sagt SRAM über die Force Aero-Scheibenbremse DB-FRC-AERO-E1

Mit der neuen Force TT/Tri-Scheibenbremse richtet sich SRAM gezielt an Triathleten und Zeitfahrer. Die Bremse soll eine hohe Bremskraft mit guter Dosierbarkeit kombinieren und durch eine einfache Montage sowie Wartung überzeugen. Carbon-Bremshebel mit strukturierter Oberfläche sollen für sicheren Grip sorgen, während die Griffweite individuell an unterschiedliche Handgrößen angepasst werden kann. Die Stealth-a-majig-Kupplung vereinfacht die Leitungsverlegung bei der Montage, die Bleeding Edge-Technologie soll eine schnelle und unkomplizierte Entlüftung ermöglichen.

SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Bremshebel Gewichts
105 Gramm bringt der neue SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Bremshebel auf die Waage – Bildrechte: tri2b.com

Die wichtigsten Merkmale:

  • Für Triathlon und Zeitfahren entwickelte hydraulische Scheibenbremse
  • Carbon-Bremshebel mit strukturierter Oberfläche
  • Individuell einstellbare Griffweite (Reach Adjust)
  • Stealth-a-majig-Kupplung für einfachere Montage
  • Bleeding Edge-System für vereinfachte Entlüftung
  • UVP: 275 Euro pro Bremshebel/Bremssattel (ohne Bremsscheibe)

Unser Test

Das Setup

Wir sind die neuen SRAM Force TT-Bremsen auf einem Cube Aerium C:68X SLT gefahren. Auf Cubes Top-Triathlonmaschine wurde eine komplette SRAM Force-Gruppe montiert. Die Montage der Bremsen ging dabei erstaunlich leicht von der Hand. Im Lieferumfang ist bei der neuen Force Aero-Scheibenbremse die Bremsleitung bereits mit dem Bremssattel verbunden und mit der DOT 5.1 Bremsflüssigkeit befüllt. Nachdem die Bremsleitung durch den Rahmen verlegt war, musste sie lediglich auf die passende Länge gekürzt werden. Dank der Stealth-a-majig-Kupplung ließ sie sich anschließend problemlos mit dem Bremshebel verbinden. Der erste Bremstest fiel dann mehr als zufriedenstellend aus, so dass ein Entlüften erstmal nicht nötig war. Lediglich die Griffweite haben wir noch minimal kürzer eingestellt.

SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Zeitfahrbremse Griffweite einstellen
Die Griffweite des SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Bremshebels lässt sich mit einem 2-mm-Inbus anpassen – Bildrechte: tri2b.com

Bei den Bremsscheiben haben wir uns für 140-mm-Variante entschieden, da bei 70 kg Körpergewicht und dem auf dem TT-Bike eher dezenten Bremseinsatz diese Bremsleistung ausreichen sollte. Für einen Wechsel auf 160 mm-Bremsscheiben muss der mitgelieferte Flat Mount-Adapter umgedreht (Vorderbremse), bzw. untergelegt werden (Hinterbremse).

Die Wireless-Blips fürs Schalten haben wir am Ende des Basislenkers angebracht, und mit Lenkerband überwickelt. Die Alternative dazu ist eine Anbringung mittels 3M Klebepads auf der Innenseite der Bremshebel.

Die Testeindrücke

Wir sind die neuen SRAM Force TT Bremse über einen Zeitraum von einem Vierteljahr regelmäßig im Training mit dem Cube Aerium C:68X SLT gefahren. Vom wettkampfnahen Intervalltraining und der KOM-Jagd, bis hin zu längeren Ausfahrten jenseits der 100 km-Marke. Außerdem stand auch ein Wettkampfeinsatz im Rahmen eines Duathlons auf dem Programm (der auch noch geplant Triathlon fiel leider einer Verletzung zum Opfer).

Nach den rund 1.500 Testkilometern gab es an der Bremsleistung nichts auszusetzen. Die Force Aero liefert eine enorme Verzögerung und lässt sich gleichzeitig sehr gut dosieren. Für ein leichtes Anbremsen reicht der Einsatz von ein oder zwei Fingern aus.  Nach den ersten Testfahrten und dem Einbremsen der Bremsscheiben war das Gefühl für den richtigen Druckpunkt auch schnell verinnerlicht.

SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Zeitfahrbremse
SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Zeitfahrbremse. Der Carbonhebel hat auf der Außenseite eine Strukturierung, für einen besseren Grip – Bildrechte: tri2b.com

Die sehr kurz gehaltenen TT-Bremshebel liegen gut in der Hand und durch die leichte Struktur auf den Griffaußenflächen hat man auch mit verschwitzten Händen noch immer einen sicheren Griff. Im direkten Vergleich zu den Shimano Dura-Ace TT-Bremshebeln sind die SRAM-Hebel etwas dicker, während Shimano auf einen längeren Hebel setzt. Beides funktioniert sehr gut: SRAM bietet etwas mehr Auflagefläche in der Hand, Shimano bietet durch den längeren Hebel ebenfalls ein sehr angenehmes Griffgefühl. Einen klaren Sieger sehen wir hier nicht.

Fahrer oder Fahrerinnen mit kleinen Händen können die Griffweite zudem mittels eines 2er-Inbusschlüssels im Handumdrehen anpassen.

Eine generelle Besonderheit von TT-Bremsen ergibt sich bei geraden Basislenkern, wie sie an nahezu allen modernen Triathlonrädern verbaut sind. Sitzt der Basislenker zudem tief, wie bei unserem Cube Aerium C:68X SLT, dann liegt gerade in steileren Abfahrten das Gewicht voll auf Lenker. Bei einem starken Anbremsen vor Kurven (z.B. Passkehren) müssen Lenker und Bremsgriffe richtig fest angepackt werden, da der Lenkerbogen bzw. die Hoods eines Roadbike-Setups fehlen. Ein Abrutschen würde hier zum Super-GAU führen.

SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 entlüften
SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1: Beim Entlüften musst der Griff vom Basislenker abgeschraubt werden – Bildrechte: tri2b.com

Ausprobiert haben wir auch das Entlüften. SRAMs neuer Bremsflüssigkeitskreislauf, bei dem die Entlüftungsöffnung an der Unterseite des Bremssattels liegt, bewährt sich auch in der Praxis. Das Entlüften funktionierte auf Anhieb und sorgte anschließend für einen nochmals knackigeren Druckpunkt. Ein kleiner Wermutstropfen: Auch bei den neuen Force TT Bremsen muss der Bremshebel von Basebar leicht gelöst werden, um an die rückseitig sitzende Entlüftungsöffnung zu kommen. Außerdem sind SRAM-typisch die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen für die DOT 5.1 Bremsflüssigkeit (Handschuhe/Brille) zu beachten.

Fazit

Die neue SRAM Force Aero Scheibenbremse überzeugte uns im Praxiseinsatz auf ganzer Linie. Die Bremsperformance bewegt sich auf Top-Niveau, die Ergonomie ist gelungen und auch die Erstmontage gelingt dank der vormontierten Bremsleitung und der Stealth-a-majig-Kupplung erfreulich unkompliziert. Kleine Abstriche gibt es lediglich beim Entlüften, da der Bremshebel für den Zugang zur Entlüftungsschraube leicht gelöst werden muss. Mit einer UVP von 275 Euro pro Bremshebel inklusive Bremsleitung und Bremssattel bietet die Force Aero ein sehr attraktives Gesamtpaket. Positiv ist zudem, dass SRAM das gleiche Bremssystem auch als besonders leichte RED-Version (UVP 322 Euro) sowie als preisgünstige Rival-Variante (UVP 230 Euro) anbietet. So findet sich für nahezu jedes Triathlon- und Zeitfahrbudget die passende Ausführung.

SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Zeitfahrbremsen
SRAM Force Aero DB-FRC-AERO-E1 Zeitfahrbremsen: Der UVP liegte je Bremse (VR/HR) bei 275.- EUR (Bremshebel, Bremssattel inkl. Bremsleitung) – Bildrechte: tri2b.com

Plus ++++

  • hervorragende Bremsleistung
  • sehr einfache Erstmontage
  • gelungene Ergonomie
  • Griffweite werkzeugseitig schnell einstellbar

Minus

  • Entlüften erfordert das Lösen des Bremshebels
  • DOT-5.1-Bremsflüssigkeit erfordert etwas mehr Sorgfalt bei der Wartung
Fotoserie: SRAM Force E1 Aero FM Scheibenbremse

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